Tödlicher Unfall in Westhofen – Behörden lehnten Forderungen nach Beleuchtung ab

rnTödlicher Verkehrsunfall

Stockfinster ist die Hagener Straße von Wandhofen nach Westhofen, wo am Samstagabend ein Fußgänger (77) bei einem Verkehrsunfall starb. Mehrfach wurden Laternen gefordert – vergeblich.

Westhofen

, 18.11.2019, 12:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Musste der tödliche Verkehrsunfall auf der Hagener Straße am Samstagabend passieren? Die Stimmen, die auf dem bei Nacht stockfinsteren Abschnitt zwischen dem Ortsausgang von Wandhofen und Westhofen eine Beleuchtung forderten, verhallten bislang ungehört. Die einzige fußläufige Verbindung zwischen den beiden Ortsteilen ist in der Dunkelheit für Radfahrer, aber vor allem für auch Fußgänger höchst gefährlich. Es gibt keine einzige Laterne. Wer hier entlang geht, wird für die Autofahrer erst sichtbar, wenn er vom Scheinwerferkegel erfasst wird.

Auch bei Sanierung vor zwei Jahren wurden keine Laternen aufgestellt

Zuletzt war die fehlende Straßenbeleuchtung noch einmal angemahnt worden, als die zuständige Autobahnmeisterei Dortmund vor zwei Jahren nach langem Warten endlich den maroden Seitenstreifen zwischen dem Kreisel Nattland und der Autobahnbrücke saniert hatte. Ein Kabel für eine spätere Beleuchtungsanlage wurde in diesem Zusammenhang bei den Erdarbeiten aber nicht mit in die Erde gelegt. Die Hagener Straße ist in dem Bereich als Landesstraße ausgewiesen. „Für unsere Kunden – Autos – brauchen wir keine Beleuchtung“, hatte damals der Leiter der Autobahnmeisterei, Martin Tadema, erklärt. Das Aufstellen von Laternen sei eine Sache der Stadt. Doch auch dort wurde damals im Rathaus abgewunken. Wie die Straßenverkehrsbehörde seinerzeit erklärte, gäbe es keine Beleuchtungspflicht für Städte. Ein weiteres Beispiel dafür ist die Umgehungsstraße K20/Am Eckey auf der Schwerterheide. Auch in deren Verlauf wurden beim Neubau keinerlei Laternen aufgestellt.

Seit über 40 Jahren fehlt ein sicherer Fußweg in den westlichen Ortsteil

Auch mehr als 40 Jahre nach der Verschmelzung der früher selbstständigen Stadt Westhofen nach Schwerte fehlt also immer noch eine sichere fußläufige Verbindung in den westlichen Ortsteil. Dort war am Samstagabend ein 77-jähriger Schwerter zu Fuß unterwegs, als er zwischen den Nattland-Kreisel und der Abzweigung zum Haus Ruhr von dem schwarzem BMW eines 21-jährigen Lüners erfasst wurde. Der Senioren erlag noch am Unfallort seinen schweren Verletzungen, wie die Polizei später mitteilte.

Zum Hergang des tragischen Verkehrsunfalls haben die Beamten „immer noch nicht viel mehr Aufschluss“, sagte am Montag Polizei-Pressesprecherin Vera Howanietz. Es gebe aber überhaupt keine Anhaltspunkte für ein falsches Verhalten des Autofahrers – keine Hinweise auf möglicherweise überhöhte Geschwindigkeit, Ablenkung oder Alkohol. Der Unfall habe sich auf der Fahrbahn ereignet, wo in diesem außerörtlichen Bereich Tempo 70 erlaubt ist. Der junge Mann habe nur plötzlich einen Knall wie bei einem Wildunfall vernommen.

Reaktion auf Unfall

CDU fordert mehr Licht – und will Anträge

Als unmittelbare Reaktion auf den Unfall erklärt die Schwerter CDU: „Wir möchten, dass die Wegstrecke von Wandhofen nach Westhofen schnellstmöglich sicherer für Fußgänger und Radfahrer gestaltet wird.“ Man wolle „umgehend einen Antrag auf den Weg bringen, damit die Verwaltung zeitnah für diese Landesstraße in Verhandlungen mit dem entsprechenden Träger“ eintrete. „Hier müssen wir die Bürger schützen und für sicherere Wege kämpfen und das sofort.“ Der Vorsitzende der Schwerter CDU, Egon Schrezenmaier, unterstreicht stellvertretend: „Wir sind zutiefst bestürzt, dass ein Mensch sein Leben bei einem Unfall auf dem Weg von Wandhofen nach Westhofen verloren hat und unsere Gedanken sind bei den Angehörigen.“
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