Französische Fans übernachteten auch in Schwerte

Solidarität nach BVB-Anschlag

Das Solidarität unter Fußballfans über Staatsgrenzen hinausgeht, bewiesen am Dienstag auch zwei Schwerter Familien. Nachdem das Champions-League-Spiel Borussia Dortmund gegen AS Monaco wegen des Anschlags auf den BVB-Bus abgesagt wurde, gewährten sie französischen Fans Unterschlupf.

SCHWERTE

, 12.04.2017, 17:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unter dem Hashtag #bedforawayfans rief der BVB auf seinem Twitter-Account dazu auf, ausländischen Fans eine Schlafmöglichkeit zu gewähren. Reaktionen darauf kamen auch aus Schwerte. Markus Leyt nahm zwei französische Monaco-Fans bei sich auf, Detlev Schnitker ließ sogar sechs Franzosen in seinem Zuhause übernachten.

#bedforawayfans-Tweets

Mehr als fünf Stunden Anfahrt haben die Monaco-Fans Antoine Landel und Hugo Jonchoy von ihrer Heimatstadt Paris bis nach Dortmund gebraucht. „Wir wollten Dortmund besuchen und sehen, wie Pierre-Emerick Aubameyang spielt“, sagt Hugo Jonchoy. Der 27-Jährige ist auch deswegen ein Fan des Dortmunder Spielers, weil dieser vorher für die französische Mannschaft AS Saint-Étienne und für den AS Monaco auf dem Platz stand.

Auf die Enttäuschung folgt Sorge

Deswegen war für ihn auch erst einmal die Enttäuschung groß, als die Stadionlautsprecher auf Französisch verkündeten, dass das Spiel abgesagt wurde. Später, als er die Umstände besser durchblickte, kam auch Sorge um die BVB-Spieler hinzu. Auf Twitter suchten die beiden Franzosen schließlich nach einem Platz zum Übernachten.

Die Hotels in Dortmund waren ausgebucht, die Franzosen hätten wahrscheinlich zurückfahren oder in ihrem Auto übernachten müssen. „Wir waren echt erleichtert, als wir von Markus Leyk eingeladen wurden“, sagt Antoine Landel.

Um 23.30 kamen die Franzosen bei der Familie an. Zur Begrüßung reichten die Ergster ihren Gästen erst einmal ein Bier. Bastian Bolst war auch mit von der Partie. Mit seinen Französisch-Kenntnissen sorgte er für die Übersetzung und damit für interessante Gespräche unter den Fans. „Das würde ich wohl auch wieder machen“, sagt Markus Leyk.

In dem Wohnzimmer, wo die beiden Franzosen auf Matratzen übernachtet haben, sieht man auch viele internationale Bilder: Ein Londoner Omnibus, eine Windmühle aus Holland und das Stadtbild vom amerikanischen Miami hängen bei ihm an der Wand.

Dankbare Hausgäste spendieren weitere Karte

Auch über Twitter hat Detlev Schnitker mit sechs anderen Franzosen den Kontakt aufgenommen. Die Monaco-Fans waren aus dem vier Stunden entfernten Lille angereist. „Hätte ich sie nicht aufgenommen, dann hätten sie wohl nach Hause fahren müssen“, sagt er.

Zum Dank spendierten die Franzosen der Familie eine weitere Karte für die gestrige Partie. Dadurch konnte auch der Sohn zum Spiel mitkommen. Da nämlich doch einige Monaco-Fans nach Hause gefahren seien, gab es noch freie Plätze. Sowohl die Schnitkers als auch die Familie Leyk bereuen ihre Entscheidung nicht.

 

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