Freitag geht der Ergster Mord-Prozess weiter - Wie war Michael S. in und nach der JVA?

rn72-Jährige ermordet

Wer ist der Mann, dem vorgeworfen wird, eine 72-Jährige in Ergste ermordet zu haben? Wie hat Michael S. in der JVA Schwerte gelebt und wie in der Zeit danach? Darum geht es bald vor Gericht.

Ergste

, 16.07.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

An Tag eins ging es vor allem um das Opfer. An Tag zwei wird das Leben des mutmaßlichen Täters beleuchtet: Michael S., 50 Jahre, 28 davon hinter Gittern, etliche Jahre in der JVA Schwerte, im Herbst 2018 freigekommen und beschuldigt, am 9. Januar den nächsten Mord begangen zu haben.

Der Angeklagte schweigt weiterhin zu den Vorwürfen, eine alleinstehende 72-Jährige in ihrem Haus getötet zu haben. In dem Haus, das keine 100 Meter von den JVA-Mauern entfernt steht, wurde die Frau erst auf den Kopf geschlagen, dann Opfer von mehreren Messerstichen, schließlich erwürgt.

Später sollten die Leiche und weitere Stellen im Haus in Flammen aufgehen, damit die Tat vertuscht wird. Allerdings gab es technische Fehler und zu wenig Sauerstoff, sodass die Herde erloschen.

So zumindest steht es in der Anklageschrift.

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Freitag ist der zweite von sieben Verhandlungstagen

Sieben Verhandlungstage hat der Vorsitzende Richter Marcus Teich am Landgericht Hagen angesetzt, den nächsten am Freitag, 19. Juli. Ab 9 Uhr nimmt sich die Kammer an diesem Tag dann Zeit für acht Zeugen.

Und im Wesentlichen geht es dann um die Zeit vor dem Tod der 72-Jährigen im Januar. So zumindest lässt es sich den Aussagen von Landgerichts-Sprecher Bernhard Kuchler entnehmen, wenn man ihn zu Details zu Verhandlungstag zwei befragt.

Zum Auftakt des Verhandlungstages wird es wohl um die polizeilichen Ermittlungen nach dem Mord gehen. Anschließend will das Gericht Antworten auf einige Fragen erhalten:

  • Wie verhielt sich Michael S. rund um seine Freilassung im Herbst aus der JVA und in seiner kurzen Zeit in Freiheit bis zur Festnahme am 13. Januar?
  • Wie gab er sich auf seiner Arbeitsstelle in einem Gartenbetrieb?
  • Wie haben ihn Freunde und Bekannte in dieser Zeit erlebt, vor allem Frauen?

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Facebook-Video und Diskussionen um die JVA sorgten für Aufmerksamkeit

Der Fall hatte auch deshalb für Aufmerksamkeit gesorgt, weil Michael S. seine Festnahme live auf Facebook übertragen hatte. Am Ende eines mehr als einstündigen Videos ist weiterhin zu sehen, wie die Polizei die Wohnung stürmt.

In der Folge hatte es auch Diskussionen rund um die JVA in Schwerte gegeben. Es wurden Vorwürfe laut, Michael S. habe dort einen Sonderstatus gehabt. Nach dem Mord hatten dann viele Nachbarn erklärt, sich nicht mehr sicher zu fühlen. Zumal es 2018 noch üblich gewesen sei, dass die Inhaftierten die Gartenarbeiten an den Außenanlagen der JVA selbst erledigten.

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