Friedensmauer und Schallschutzschleuse beenden Streit um Lärmbelästigung mit den Nachbarn

rnRohrmeisterei Schwerte

Jahrelang klagten Anwohner der Rohrmeisterei über Lärm bei Veranstaltungen. Bauliche Maßnahmen für 400.000 Euro sollen jetzt für Ruhe sorgen. Darauf hatte man sich vor Gericht geeinigt.

Schwerte

, 21.05.2019, 16:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Friedensmauer steht schon an der Rohrmeisterei. Das mehr als vier Meter hohe Lärmschutz-Bauwerk am Rande des Parkplatzes soll den jahrelangen Krach-Streit mit Nachbarn aus der angrenzenden Altstadt beenden. Als i-Tüpfelchen auf die Maßnahme entsteht jetzt vor den Eingängen zu den beiden Veranstaltungshallen noch ein transparenter Windfang, der Musikfetzen und andere Geräusche zurückhalten soll, wenn sich die Türen öffnen und schließen.

„Das wird ein verglaster Kubus“, sagt Tobias Bäcker, Stiftungsvorstand der Rohrmeisterei. Zu erkennen sind hinter den mit Planen abgeschirmten Bauzäunen schon die Fundamente für die Schleuse, auf denen die Stahlkonstruktion montiert wird. Anschließend - so Bäcker weiter - werde die Bodenplatte gegossen und die Verglasung angebracht. „In den nächsten Wochen“ solle alles fertig werden.

Rund 400.000 Euro werden in den Schallschutz investiert

Der Vorbau, der mit dem Denkmalschutz abgesprochen ist, ist von den Architekten mit einem Trick zusätzlich lärmschluckend entworfen worden. „Man betritt den Windfang von den Seiten aus“, erklärt Bäcker. Das heißt, der Schall müsste nicht nur die doppelten Türen überwinden, um ins Freie zu kommen. Er müsste sich auch noch im rechten Winkel um die Ecke bewegen. Rund 400.000 Euro lässt sich die Rohrmeisterei den Nachbarschaftsfrieden mit Mauer und Windfang kosten, wobei neben einem Eigenanteil auch Städtebaufördermittel in Anspruch genommen werden können.

Friedensmauer und Schallschutzschleuse beenden Streit um Lärmbelästigung mit den Nachbarn

Von der Friedensmauer, der neuen Schallschutzwand am Rohrmeisterei-Parkplatz, werden die Graffitis wieder verschwinden. © Reinhard Schmitz

In einem Zug mit der Schlussphase des Windfangbaus werden auch die Vorbereitungen für die künftigen Gebührenpflicht auf dem Rohrmeisterei-Parkplatz getroffen. Beim Tiefbau werden gleich die Kabel für die beiden Schranken an der Einfahrt auf das Gelände mit in die Erde gelegt. „Wir werden sie in Ruhe installieren und dann einen Probelauf starten“, kündigt Bäcker an, ohne jetzt schon einen Zeitpunkt für den Start der Gebührenpflicht nennen zu wollen. Der Termin und auch die Preise würden mit zeitlichem Vorlauf bekanntgegeben.

Nachbarn von Schicht 1 zeigten sich zufrieden

Auf das Lärmschutzpaket hatten sich die Nachbarn mit der Stadt und der Rohrmeisterei bei einer Mediation vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen geeinigt. „Mit den jetzt vereinbarten Maßnahmen konnten wir einen gerichtlichen Streit vermeiden“, sagte im Herbst 2017 der damalige Stadtplaner im Rathaus, Adrian Mork. Die Pläne seien durch Gutachten abgesichert. Auch der damalige Schichtmeister der Nachbarschaft Schicht 1, Prof. Peter Nisipeanu, zeigte sich anschließend zufrieden. Die Lärmbelästigung werde halbiert, die Nachtruhe wieder hergestellt, erklärte er seinerzeit. Er freue sich, dass wieder eine gute Nachbarschaft mit der Rohrmeisterei bestehe, die man erhalten wolle.

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