Ehemaliger Netto an der Bahnhofstraße wird abgerissen und weicht einem Neubau

rnBahnhofstraße in Schwerte

Der ehemalige Netto an der Bahnhofstraße steht schon seit fast drei Jahren leer. Der neue Hauseigentümer wollte das Gebäude eigentlich umbauen. Doch die Pläne haben sich geändert.

Schwerte

, 11.02.2020, 11:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schmucklose weiße Fliesen im 60er-Jahre-Look umrahmen Schaufensterhöhlen und die Alu-Doppeltür. Praktisch gebaut. Aber eine Schönheit war der alte, kleine Netto an der Bahnhofstraße noch nie.

Diesen Zustand haben die fast drei Jahre Leerstand nach dem Auszug des gelben Marken-Discounters nicht gerade verbessert, in denen Farbschmierer ihre Spuren hinterlassen haben. Doch lange wird das heruntergekommene Gebäude nicht mehr das Bild an dem Boulevard trüben.

Außer den Kellerwänden soll kein Stein mehr von ihm übrig bleiben. Eigentümer Kemal Cakir, der ursprünglich nur einen Teilabriss und Umbau plante, hat sich jetzt für die große Lösung entschieden.

Gebäude wird jetzt komplett abgerissen und neu gebaut

„Wir werden komplett abreißen und neu bauen“, sagt der Bauherr, der Geschäftsführer des gleichnamigen Pflegezentrums in Bönen ist. Für eine Intensivpflege-Wohngemeinschaft will er auch Teile des Neubaus nutzen.

Vor einigen Monaten habe er sich noch einmal mit dem Schwerter Architekten Bernd Heidbrede zusammengesetzt. Herausgekommen sei eine komplett neue Lösung: „Sonst lassen sich bestimmte Ideen gar nicht richtig umsetzen.“

Ehemaliger Netto an der Bahnhofstraße wird abgerissen und weicht einem Neubau

Bis 1967 war im Erdgeschoss der Bahnhofstraße 15 die Großgaststätte Zum Brauhaus zu finden. Dann wich sie einem Tengelmann-Supermarkt und zog in den Keller um. © Reinhard Schmitz

Eingeplant ist jetzt, so berichtet Kemal Cakir weiter, für die Pflege-Wohngemeinschaft nicht nur das Erdgeschoss, sondern auch das erste Obergeschoss. Dadurch kann die Bettenzahl auf zwölf erhöht werden. Alles könne so gestaltet werden, wie es die Heimaufsicht verlangt – einschließlich Bandschutzkonzept.

In den weiteren Etagen sollen fünf bis sechs Wohneinheiten entstehen: „Die Baugenehmigung ist auf den Weg gebracht.“ Auch die Unterlagen für die Heimaufsicht seien vorgelegt. Lediglich letzte Zeichnungen müssten noch eingereicht werden: „Ich hoffe, dass wir spätestens im zweiten Quartal loslegen können.“

Sobald alle Genehmigungen vorlägen, sei der Abriss dann schnell zu erledigen.

Bauherr: Das wird eine Aufwertung für die Bahnhofstraße

„Das wird eine komplette Aufwertung für die Bahnhofstraße und für Schwerte“, kündigt Cakir an. Ein Objekt aus einem Guss statt Flickwerk in einem schon mehrfach umgebauten Wohn- und Geschäftshaus, von dem auch der erfahrene Architekt Bernd Heidbrede nicht viel hielt.

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Ursprünglich war in den Netto-Räumen an der Bahnhofstraße 15 einmal die Großgaststätte „Zum Brauhaus“ zu finden gewesen. 350 Zecher sollen in der Schankstube Platz gefunden haben, die 1937 von Heinrich und Meta Stenz gekauft wurde. 1967 musste die Kneipe einem Tengelmann-Supermarkt weichen und zog in den Keller um.

Ihr Ende kam, als die langjährige Wirtin Margret Kamphausen, die Tochter des Ehepaars Stenz, Ende 2011 starb. Mitte Juni 2017 zog sich auch Netto zurück.

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