Fünf Einbrüche hintereinander: Floristin Ilona Schipplik bangt um ihr Geschäft

rnEinbruchsserie in Schwerte

Mit viel Einsatz hat Ilona Schipplik ihr „Blattwerk“ in Geisecke aufgebaut. Aber fünf Einbrüche in acht Monaten machen ihr zu schaffen. Jetzt hat sie einen Plan, wie sie sich schützen kann.

Geisecke

, 19.08.2019, 17:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das ungewisse Gefühl kommt unwillkürlich hoch, wenn sie am Frühstückstisch sitzt. Fünf Einbrüche innerhalb von neun Monaten haben bei Blumenhändlerin Ilona Schipplik (54) Spuren hinterlassen. „Das Schlimme ist, dass man immer morgens denkt: Was trifft uns jetzt wieder?“, sagt die Inhaberin des „Blattwerks“ im Geisecker Einkaufszentrum Zwischen den Wegen. Am Samstagmorgen war es ein Anruf einer Mitarbeiterin. Sie war schon etwas früher zum Geschäft gefahren, um die Pflanzen-Dekorationen vor der Tür aufzustellen, als sie überall Plastiksplitter verteilt sah. Einbrecher hatten in der Nacht die große Lichtkuppel im Flachdach des Wintergartens zerstört, um über die dort abgestellten Blumenwagen in die Verkaufsräume zu gelangen.

Viel zu holen gab es dort für die Kriminellen nicht. Eine Handvoll Klimpergeld aus der Wechselgeldkasse und das weiße Trinkgeldschwein mit dem Krönchen verschwanden. Außerdem einige hochwertige Fruchtliköre, von denen die Täter eine Flasche offensichtlich schon wieder verloren, als sie sich auf der Flucht durch das Dach heraus in die Dunkelheit hangelten.

Bange Frage: Sind die Dekorationen für die Hochzeit beschädigt?

Dass der Schaden diesmal noch überschaubar war, konnte die leidgeprüfte Floristin bei dem morgendlichen Telefonalarm noch nicht ahnen. „Was ist mit unserer Hochzeit?“, schoss es ihr als erstes durch den Kopf. Den ganzen Freitag hatte sie kunstvoll Dekorationen für ein Paar gestaltet, das am Samstag seinen großen Tag im Gutshof Wellenbad feiern wollte. „Den Brautstrauß hätten wir ja noch irgendwie hingekriegt“, sagt sie. Aber alles andere wäre auf die Schnelle kaum zu ersetzen gewesen. Doch es war ungeantastet geblieben: „Da habe ich Wahnsinnglück gehabt.“

Fünf Einbrüche hintereinander: Floristin Ilona Schipplik bangt um ihr Geschäft

Durch die zerstörte Plexiglaskuppel im Wintergarten stiegen die Einbrecher in der Nacht zu Samstag in das Blumengeschäft von Ilona Schipplik in Geisecke ein. Die Dachdecker haben das Loch vorerst mit einer Holzplatte verschlossen. © Reinhard Schmitz

Das war nicht immer so. Einmal wurde mit roher Gewalt ein komplettes Regal voller schwerer Kerzen von der Wand gerissen. Und vor zwei Wochen wurde die Ware im Lager über und über mit Baustaub verdreckt, als Verbrecher dort ein Loch in die Wand flexten, um dadurch zum benachbarten Geldautomaten-Raum der Sparkassen-Filiale Geisecke zu kriechen. Die Öffnung ist mittlerweile wieder zugemauert. Doch der große blaue Frachtcontainer auf dem Parkplatz vor dem Laden lässt erahnen, welche unnötige Arbeit noch Ilona Schipplik zukommt. „Wir müssen alles, was sauber ist, aus dem Lager räumen“, berichtet sie. Geordnet, so dass man sie wiederfindet, müssen die Artikel vorübergehend in den Container gepackt werden: „Dann können wir den Raum absaugen und streichen.“ Und anschließend alles wieder zurückbringen.

Jetzt reicht´s: Noch am Sonntag wurde eine Alarmanlage installiert

Darüberhinaus noch der Aufwand, den der Einbruch in der Freitagnacht wieder verursacht hat. Telefonate mit der Polizei, der Versicherung und einem Dachdecker, der das Loch mit einer stabilen Holzplatte verschloss. Und dann noch Zeit für den Besuch der Spurensicherung. Schwarze Farbspuren am Rahmen der zerstörten Lichtkuppel zeugen noch von der Suche nach Fingerabdrücken. Ähnliches hatte das Blumenladen-Team schon mal erlebt, als die unheimliche Einbruchsserie im November begonnen hatte. Damals waren die Täter auch noch in die benachbarte Pizzeria eingestiegen, wo sie eine Weinflasche öffneten und sich einschenkten. Sie hinterließen Fingerabdrücke, Speichel und Blutspuren.

Nach dem mittlerweile fünften Einbruch machten sich manche Kunden jetzt schon Sorgen. „Sie bleiben uns doch wohl erhalten?“, hörte Ilona Schipplik sie schon mehrfach fragen. Aber klar. „So schnell lasse ich mich nicht unterkriegen“, sagt sie: „Das ist mein Leben.“ Jetzt werde aufgerüstet. Noch am Sonntag ließ die Inhaberin eine Alarmanlage installieren - mit Weiterleitung aufs Handy. Und auch im Außenbereich sollten Kameras und Bewegungsmelder folgen.

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