Für Bier und guten Zweck

Maibaum-Entführer verraten im Exklusiv-Interview ihre Motive und Forderungen

16.05.2007, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie sind anonym. Wie kann ich denn sicher sein, dass Sie die wirklichen Maibaum-Entführer sind? Entführer : Diesen Beweis wollte Frau Dudeck auch schon von uns haben. Um zu zeigen, dass wir keine Trittbrettfahrer sind, haben wir ihr die Fotos von dem Maibaum gebracht. (Klappen eine Mappe auf:) Hier ist übrigens auch noch ein Stückchen Grün vom Kranz. Wo befindet sich denn der Maibaum? Entführer : An einem sicheren Ort. Er ist gut versteckt und abgedeckt. Nichts ist beschädigt. Der Baum ist wirklich in einem 1-a-Zustand. Mehr wird aber noch nicht verraten. Welche Forderungen haben Sie eigentlich gestellt, damit der Baum auf den Postplatz zurückkommt? Entführer : Das ist und soll ein Spaß bleiben. Wir machen das in erster Linie für einen guten Zweck. Deshalb haben wir das Nachbarschicht 5 um eine Geld- oder Sachspende von 50 Euro für den Kindergarten Regenbogen gebeten. Aber ein wenig wollen Sie für ihre ?Arbeit? doch sicher auch noch entschädigt werden? E ntführer (schmunzeln): Wir sind alle berufstätige Menschen und opfern unsere Freizeit dafür. Die Verköstigung ist reine Tradition. Wir möchten ein 30-Liter-Fass und eine zünftige Brotzeit für acht Personen. (Lachend:) Wir haben aber mehr Durst als Hunger. Was trieb Sie eigentlich zu der so ungeheuren Tat? Entführer : Inspiriert hat uns der Artikel in den Ruhr Nachrichten vom 5. Mai. Da haben wir spontan gedacht: Nach 17 Jahren müsste der Maibaum doch zum ersten Mal geklaut werden. Allerdings hatten wir Angst, dass uns jemand zuvor kommen könnte. Dann hätten wir ganz schön dumm geguckt! Wie haben Sie Ihren Plan denn ausgeführt? Entführer : Sonntagnacht zwischen 2.30 und 3 Uhr haben wir den Baum alle Mann und Frau auf die Schulter geladen und abtransportiert. Danach haben wir sogar die Straße gefegt, um auch ja keine verdächtigen Spuren zu hinterlassen. Aber der Maibaum war doch fest in der Bodenhülse verkeilt und verschraubt. Entführer : Drei Dinge braucht der Mann: Hammer, Akkuschrauber und Leiter. Um zu gucken, was wir brauchen, haben wir den Tatort vorher besichtigt. Aber immer schön einzeln, damit es nicht auffällt. Was haben Sie vor, wenn Ihre Lösegeldforderung erfüllt wird? Entführer : Dann stellen wir den Maibaum wieder auf und feiern im Bistro Pappala-Pub im City-Centrum.

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