An den Ketten eines Mobilkrans schwebte das 21 Tonnen schwere Seitenteil der neuen Fußgängerbrücke über die B236 am Freischütz ein. © Reinhard Schmitz
Ausbau B236

Fußgängerbrücke am Freischütz nimmt Form an: B236 wird komplett gesperrt

Ohne den Verkehr zu behindern, wurden die ersten Seitenteile für die neue Fußgängerbrücke am Freischütz aufgelegt. Für die Komplettierung des Bauwerks wird eine Vollsperrung der B236 nötig.

Der mächtige Mobilkran rollte im Morgengrauen vor dem Waldrestaurant Freischütz an. Im Gefolge von zwei vielrädrigen Schwerlast-Lkw, die die ersten Seitenteile für die neue Fußgängerbrücke über die Bundesstraße 236 herankarrten.

Der Neubau des Übergangs, der mehrfach verschoben wurde, nimmt seit Montagmorgen (4.10.) sichtbare Formen an. Bis die Schwerter ihn benutzen können, müssen sie sich noch wenige Wochen gedulden.

Der Transport durfte nur bis 6 Uhr auf der Straße unterwegs sein

„Um 6 Uhr wurde mit dem Kranaufbau begonnen“, berichtete Simone Döll, Sprecherin der federführenden Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges). Bis zu diesem Zeitpunkt – so war von Arbeitern zu hören – mussten die übergroßen Transporter wegen des Berufsverkehrs auch die Straße verlassen haben.

Jeweils 18 Meter lang und 21 Tonnen schwer waren die beiden Metallkonstruktionen auf ihren Aufliegern. Die erste wurde vor dem Widerlager auf der Freischützseite auf ein eigens dafür aufgebautes Stahlrohr-Stützgerüst gehievt.

Mithilfe eines Leica-Messgeräts, das auf der alten Fußgängerbrücke aufgestellt war, wurde deren Nachfolgerin millimetergenau auf dem Stützpfeiler ausgerichtet.
Mithilfe eines Leica-Messgeräts, das auf der alten Fußgängerbrücke aufgestellt war, wurde deren Nachfolgerin millimetergenau auf dem Stützpfeiler ausgerichtet. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Am frühen Nachmittag wechselte der Kran dann auf die gegenüberliegende Straßenseite, um auch dort das erste Stück Überbau aufzulegen. Die Auto-Karawane auf der Hörder Straßer konnte währenddessen normal weiterfahren. „Es gab heute überhaupt keine Verkehrseinschränkung“, erklärte Simone Döll.

Tonnenschwere Bauteile wurden millimetergenau ausgerichtet

Die einzige winzige Engstelle mussten Fußgänger und Radfahrer auf der alten Fußgängerbrücke passieren, die für die derzeit laufende vierspurige Verbreiterung der unter ihr verlaufenden B236 zu eng geworden war.

Von rot-weiß-roten Schutzhütchen umgeben, war auf dem Übergang ein gelbes Dreibein-Stativ mit einem Präzisions-Messgerät posiert, mit dessen Hilfe die halbrund geschwungene Stahlkonstruktion millimetergenau auf hydraulischen Stempeln ausgerichtet werden konnte.

Gegenüber vom Freischütz wartete bereits ein Tieflader mit einem weiteren Teilelement der Brücke, das später auf der Seite zum Alten Dortmunder Weg hin eingesetzt wurde.
Gegenüber vom Freischütz wartete bereits ein Tieflader mit einem weiteren Teilelement der Brücke, das später auf der Seite zum Alten Dortmunder Weg hin eingesetzt wurde. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Fasziniert beobachteten nicht nur Mädchen und Jungen vom Kinderhaus in Wambel, die offensichtlich von einem Waldspaziergang zurückkamen, das Tun der Arbeiter mit ihren Schutzhelmen. Dazu war immer wieder das Klirren von schweren Eisenketten und Ratschen zu hören. Ein weißer Zollstock auf einem Gerüstbrett warb für die „Stahlbau Raulff GmbH“. Daneben lag für alle Fälle ein schwerer „Mottek“, ein Vorschlaghammer am langen Stiel.

„In der nächsten Woche wird betoniert“, kannte die Deges-Sprecherin den weiteren Zeitplan. Anschließend müsse etwa 28 bis 30 Tage gewartet werden, bis das Material ausgehärtet sei. Erst danach könne dann das Mittelteil der Brücke eingehoben werden, was voraussichtlich Ende Oktober/Anfang November an einem Wochenende erfolge.

Weil niemand unter dem Kran mit seiner Last hindurchfahren darf, muss für diese Maßnahme die B236 am Freischütz komplett gesperrt werden. Der genaue Termin werde rechtzeitig bekannt gegeben.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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Reinhard Schmitz

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