Ganz einfache Lösung? Wie die Stadtpark-Szene aus der Sichtweite der Schulkinder kommt

rnStadtpark Schwerte

Sich im Stadtpark auf das eine oder andere Bierchen treffen. Das ist nicht verboten, aber kein Vorbild für die Kinder der angrenzenden Friedrich-Kayser-Schule. Die sehen jetzt nichts mehr.

Schwerte

, 13.08.2019, 17:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn sich jetzt ein Stadtpark-Besucher auf der Bank das eine oder andere Bierchen gönnt oder an einer Zigarette zieht - die Kinder der Friedrich-Kayser-Schule bekommen nichts mehr davon mit. Die Bänke stehen nicht mehr in Sichtweite vor ihrem Schulhof, sondern sind weiter nach hinten neben das Rathaus am Stadtpark versetzt worden.

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Zwei Sitzgruppen aus je zwei Bänken und einem Tisch stehen dort in frisch eingesäten Rasenflecken. Papierkörbe sind auch vorhanden - mit einem separaten Kronkorkensammler, den CDU-Ratsherr Egon Schrezenmaier gesponsert hat. „Damit habe ich mein Versprechen eingelöst“, sagte er, als sich Vertreter von Ratspolitik, Stadtverwaltung und Streetworker am Dienstagmittag vor Ort trafen, wo ein Beschluss des Generationenausschusses kurzfristig umgesetzt worden war. Die Firma Hakra hatte die Betonfundamente gelegt, auf die der Bauhof die Sitzmöbel montierte.

Vertreter der Stadtparkszene haben Standorte mit ausgesucht

Die Maßnahme, Ergebnis einer Projektgruppe, soll das Verhältnis zwischen den verschiedenen Nutzern des Stadtparks entspannen. „Ich freue mich da total drüber“, sagte die Referentin des Bürgermeisters, Gabriele Stange. Die Sitzgruppen seien richtig toll gebaut: „Es ist auch eine Wertschätzung für die Szene, die sich hier aufhält.“ Deren Vertreter hatten bei der Auswahl der Flächen mitgewirkt. Eine liegt im Schatten, die andere wie auf einer kleinen Lichtung in der Sonne. „Wir haben sie schon getestet“, sagte einer der Männer, die noch von zwei weiteren Sitzgruppen im hinteren Stadtpark träumen.

Auf dem Weg zu einem besseren Miteinander der Nutzergruppen

„Es ist wichtig, dass die Menschen zusammenwachsen, die Interesse am Stadtpark haben“, betonte Streetworker Peter Blaschke vom Verein für soziale Integrationshilfen (VSI). Es tut sich was. An den Hitzetagen brachten Bürger einfach mal so Packungen mit Mineralwasser vorbei - was auch gern getrunken wurde. Und ein Grillstand-Betreiber vom Streetfood-Markt gewährte dem VSI Rabatte, damit seine Klientel sich auch eine Bratwurst leisten konnte: „Das war für die wie Weihnachten.“

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Nicht nur die sogenannte Szene, sondern alle Bürger lädt Blaschke zu den kleinen Aktionen ein, die er mit seinen Kolleginnen im Ein- oder Zwei-Wochen-Rhythmus vor Ort veranstaltet. „Einmal haben wir zu Beispiel bunte Wolldecken mitgebracht und ein Picknick mit alkoholfreien Getränken und Obst gemacht“, erzählte VSI-Mitarbeiterin Jutta Pentling. 30 Leute kamen. Und dann machte sogar noch eine Gitarre die Runde. Viele aus der Szene konnten Lieder spielen, was Gabriele Raape immer noch ins Schwärmen brachte. „Woodstock-Feeling“, sagte sie.

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