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Geburtenrekord im Marienkrankenhaus: Woran das liegt und was es für die Zukunft bedeutet

rnGeburtshilfe Marienkrankenhaus

Im Marienkrankenhaus Schwerte kamen 2018 mehr Babys zur Welt als je zuvor. Woran liegt das? Was heißt das für die Auslastung der Geburthilfe? Wie sieht es dort aus? Wir haben uns umgeschaut.

Schwerte

, 06.02.2019 / Lesedauer: 4 min

Fast 950 Kinder sind 2018 im Marienkrankenhaus Schwerte zur Welt gekommen - fünf Jahre zuvor waren es noch unter 700. Ein sattes Plus von 37 Prozent. Wo liegen die Gründe für diese Zunahme? Babyboom in Schwerte - oder kommen viele Mütter aus anderen Städten nach Schwerte, um hier zu entbinden? Was bedeutet das für die Auslastung und die Zukunft der Geburtshilfe-Station?

Wir haben uns die Zahlen näher angeschaut, mit Chefarzt Dr. Michael Hartmann über die Gründe gesprochen und uns in den Kreißsälen und auf der Neugeborenenstation umgesehen.

Fragen und Antworten zum Thema Geburtshilfe in Schwerte:

? Ein Rekordjahr für die Geburtshilfe in Schwerte - woran liegt das?

„Läge es nur daran, dass wir gut sind, wäre das schön, aber es ist nur ein Faktor“, sagt Dr. Michael Hartmann, Chefarzt der Frauenklinik. Neben dem guten Ruf der Klinik, den man auch im Standesamt der Stadt aus Elterngesprächen heraus bestätigt, spielen für ihn zwei weitere Faktoren eine Rolle: Allgemein sind die Geburtenzahlen in den vergangenen Jahren gestiegen.

Außerdem haben in jüngster Vergangenheit mindestens zwei Geburtshilfe-Stationen in der näheren Umgebung geschlossen. 2017 die des Krankenhauses in Menden, 2018 die des Krankenhauses in Hagen-Haspe.

? Worauf legt die Geburtshilfe des Marienkrankenhauses Wert?

„Wir ermöglichen den Frauen eine ehrliche Geburtshilfe“, so Dr. Hartmann. „Wenn es eben geht, können die Frauen so entbinden, wie sie es möchten: Wassergeburt, im Liegen, im Stehen, im Hocken - was die Mutter meint, was das Beste ist.“ Zudem habe man darauf geachtet, in den Kreißsälen und den Zimmern eine Atmosphäre zu schaffen, die nicht so steril sei. „Das ganze Team kümmert sich toll, das spüren die Frauen und sie erzählen auch weiter, dass sie sich gut aufgehoben fühlen - diese Mund-zu-Mund-Propaganda ist enorm wichtig.“ Man lege Wert auf eine Wohlfühlatmosphäre, und achte darauf, den Müttern ein Gefühl der Sicherheit im Umgang mit dem Neugeborenen zu vermitteln.

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So sieht es in den Kreißsälen und auf der Neugeborenenstation im Marienkrankenhaus Schwerte aus

Wie sieht es in den Kreißsälen und auf der Neugeborenstation des Marienkrankenhauses in Schwerte aus? Wir haben uns dort umgesehen.
06.02.2019
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Chefarzt Dr. Michael Hartmann leitet die Frauenklinik des Marienkrankenhauses.© Jessica Will
Einer der drei Kreißsäle des Marienkrankenhauses Schwerte.© Foto: Manuela Schwerte
Das Neugeborenenzimmer des Marienkrankenhauses.© Foto: Manuela Schwerte
Das Personal steht den Mütter mit Rat zur Seite.© Foto: Manuela Schwerte
Ein Bettchen und eine Badewanne in einem der Kreißsäle© Jessica Will
Einer der drei Kreißsäle des Marienkrankenhauses Schwerte.© Foto: Manuela Schwerte
Im Kreißsaal steht eine Neugeborenen-Waage.© Foto: Manuela Schwerte
Ein Zimmer auf der Neugeborenenstation.© Foto: Manuela Schwerte
Danksagungs-Karten von glücklichen Eltern als Deko auf der Neugeborenenstation.© Foto: Manuela Schwerte
Das Stillzimmer im Marienkrankenhaus.© Foto: Manuela Schwerte
Stofftiere auf der Neugeborenenstation.© Foto: Manuela Schwerte
Ein Zimmer auf der Neugeborenenstation.© Foto: Manuela Schwerte
Das Badezimmer in einem der Zimmer auf der Geburtsstation.© Foto: Manuela Schwerte
Das Stillzimmer im Marienkrankenhaus.© Foto: Manuela Schwerte
Das Stillzimmer im Marienkrankenhaus.© Foto: Manuela Schwerte
In diesem Zimmer wird morgens das Frühstücksbuffet aufgebaut.© Manuela Schwerte l
Auf der Neugeborenenstation liegt auch Kleidung bereit.© Foto: Manuela Schwerte
Das Neugeborenenzimmer im Marienkrankenhaus© Foto: Manuela Schwerte
Das Badezimmer in einem der Zimmer auf der Geburtsstation.© Foto: Manuela Schwerte
Eins der Zimmer auf der Neugeborenenstation.© Foto: Manuela Schwerte
Der Eingangsbereich zu den Kreißsälen.© Foto: Manuela Schwerte
Ein Kinderbettchen auf der Neugeborenenstation.© Foto: Manuela Schwerte
In diesem Zimmer wird morgens das Frühstücksbuffet aufgebaut.© Manuela Schwerte l
Eine Badewanne in einem der Kreißsäle.© Foto: Manuela Schwerte
In den Kreißsälen gibt es Badewannen und Tische zum Wickeln.© Foto: Manuela Schwerte
Einer der drei Kreißsäle des Marienkrankenhauses Schwerte.© Foto: Manuela Schwerte
Einer der drei Kreißsäle des Marienkrankenhauses Schwerte.© Foto: Manuela Schwerte
Einer der drei Kreißsäle des Marienkrankenhauses Schwerte.© Jessica Will

Jeden Montag (außer an Feiertagen) um 19 Uhr können sich werdende Eltern die Kreißsäle in Führungen ansehen. Treffpunkt ist der hintere Teil der Cafeteria in der fünften Etage. Der Infoabend soll Einblick in die Arbeit und die Räumlichkeiten geben, er beinhaltet einen Vortrag rund um Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett durch Ärzte, Hebammen und Kinderkrankenschwestern des Marienkrankenhauses sowie die Besichtigung des Kreißsaals, der Wochenbettstation mit Familienzimmer, des Stillzimmers und des Neugeborenenzimmers. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

? Woran liegt es, dass Geburtsstationen schließen - und droht das auch in Schwerte?

„Geburtshilfe ist teuer, man muss sehr viel vorhalten“, sagt der Chefarzt. Das heißt: Rund um die Uhr muss die Geburtshilfe mit Personal besetzt sein, wobei sich natürlich nie absehen lässt, ob es wirklich gebraucht wird, denn zumindest Geburten auf natürlichem Wege sind zeitlich nicht planbar. Für eine komplikationslose Geburt kann das Krankenhaus 2350 Euro abrechnen, so Detlef Schnitker, Pressesprecher des Krankenhauses. Wie viele Geburten pro Jahr nötig sind, damit eine Geburtsstation wirtschaftlich arbeitet, lasse sich pauschal sagen, weil auch Faktoren wie Personalschlüssel, Anzahl der Kreißsäle etc. eine Rolle spielen.
Dr. Hartmann geht von einem Minimum von 600 Geburten aus. Mit über 900 liegt die Geburtshilfe des Marienkrankenhauses deutlich darüber. Um die Zukunft der Station müsse man sich überhaupt keine Sorgen machen, so der Chefarzt: „900 Geburten – die müssten andere erstmal auffangen können.“ Und noch ein weiterer Aspekt spielt eine Rolle: „Der Träger ist auch daran interessiert, die Geburtshilfe zu halten. Das Haus hat ja auch einen christlichen Auftrag.“

? Gibt es noch weitere Probleme, die Geburtsstationen beschäftigen?

Teils haben die Geburtshilfen Schwierigkeiten, Personal zu finden, so Dr. Hartmann. „Das betrifft Ärzte und Hebammen.“ Der Job sei anstrengend, besonders durch den Schichtdienst. In Schwerte sehe es aktuell aber gut aus, man hat auf die Geburten-Zunahme bereits reagiert: „Vorletztes Jahr haben wir zusätzlich Hebammen eingestellt und die Anwesenheit im Kreißsaal erhöht“, sagt der Chefarzt. Tagsüber seien nun immer zwei Hebammen anwesend, nachts eine und eine weitere im Rufdienst.

? Wie ist die Auslastung der Kreißsäle in Schwerte? Könnte man noch mehr Geburten ermöglichen?

Statistisch gesehen wurden 2018 täglich 2,6 Babys im Marienkrankenhaus geboren. Drei Kreißsäle gibt es auf der Geburtshilfe-Station. „Aber das ist ja nicht gleichmäßig verteilt. Es gibt Tage, da ist nichts los, an anderen liegen vier Frauen gleichzeitig in den Wehen. Dieses Problem lässt sich aber nicht endgültig lösen“, so Dr. Hartmann. Ein vierter Kreißsaal als eine Art Back-Up wäre sicherlich schön, es fehle allerdings am Platz.

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