Die Tage des gelben Marienkrankenhaus-Logos sind gezählt. Die Klinik ist mit anderen katholischen Häusern in der Region Dortmund in der Katholischen St. Paulus Gesellschaft verschmolzen. © Reinhard Schmitz
Marienkrankenhaus Schwerte

Gelbes Logo verschwindet: Marienkrankenhaus jetzt im Großverbund

Die Verträge sind unterzeichnet. Zum 1. Juni ist das Marienkrankenhaus Teil eines katholischen Klinik-Verbunds im Großraum Dortmund geworden. Nicht nur das Logo wird sich dadurch ändern.

Die Tage des gewohnten gelben Logos an der Fassade sind gezählt. In Internet-Auftritten des Marienkrankenhauses ist es bereits einem Nachfolger aus vier blauen Linien gewichen, die sich zu einem Kreuz verschlingen. Sie zeigen: Das Marienkrankenhaus Schwerte hat sich mit anderen katholischen Kliniken im Großraum Dortmund zu einem neuen Verbund zusammengeschlossen.

Die jetzt gegründete Katholische St. Paulus Gesellschaft vereint zwölf Kliniken, vier Altenpflegeeinrichtungen und eine Jugendhilfe-Einrichtung an 17 Standorten zwischen Castrop-Rauxel, Hamm, Werne und Lünen.

Jürgen Beyer: Reaktion auf Druck der Landesregierung

„Mit dem Zusammenschluss reagieren wir auf die von der Landesregierung forcierte Strukturveränderung im Gesundheitswesen und den Druck nach zentraleren Versorgungsstrukturen“, erklärt Jürgen Beyer, langjähriger Geschäftsführer des Marienkrankenhauses Schwerte und jetzt einer der vier gleichberechtigten Geschäftsführer der neuen Gesellschaft.

Mit dem Verbund würden die Stärken der einzelnen Gesellschaften gebündelt, um die Auswirkungen des neuen Krankenhausrahmenplans proaktiv zu gestalten.

Der langjährige Marienkrankenhaus-Geschäftsführer Jürgen Beyer ist jetzt einer der vier gleichberechtigten Geschäftsführer der Katholischen St. Paulus GmbH.
Der langjährige Marienkrankenhaus-Geschäftsführer Jürgen Beyer ist jetzt einer der vier gleichberechtigten Geschäftsführer der Katholischen St. Paulus GmbH. © Detlev Schnitker © Detlev Schnitker

„Gemeinsam haben wir bessere Chancen, die Versorgung der Patienten in unseren Krankenhäusern und der Bewohner im Altenpflege- und Jugendhilfebereich zu sichern, die Einrichtungsstandorte zu stärken und die Arbeitsplätze zu erhalten“, ergänzt Klaus Bathen, Geschäftsführer der St.-Johannes-Gesellschaft aus Dortmund.

Diese ist neben der St.-Lukas-Gesellschaft aus Dortmund, dem Katholischen Klinikum Lünen-Werne und dem Marienkrankenhaus Schwerte ein weiterer von vier Trägern, die nun unter das Dach der Holding Katholische St. Paulus GmbH geschlüpft sind, wie es in einer Pressemitteilung formuliert wird.

Das Schwerter Motto „Wir sind eine Familie“ verschwindet auch

Die Eigentümer der vier Gründungsgesellschaften, also die jeweiligen katholischen Kirchengemeinden und Stiftungen aus den verschiedenen Städten, werden anteilsmäßig Eigentümer der neuen Holding. Damit bereitet man sich auch auf einen erwarteten schärferen Wettbewerb mit großen privaten Krankenhausträgern vor.

Das neue Logo der Katholischen St. Paulus Gesellschaft wird bald an der Fassade und auch an den Kitteln der Mitarbeiter des Marienkrankenhauses erscheinen.
Das neue Logo der Katholischen St. Paulus Gesellschaft wird bald an der Fassade und auch an den Kitteln der Mitarbeiter des Marienkrankenhauses erscheinen. © Detlev Schnitker © Detlev Schnitker

Die Verträge sind mit Wirkung vom 1. Juni unterzeichnet worden. Damit ist ein Verbund mit einem Jahresumsatz von über 800 Millionen Euro und rund 10.000 Mitarbeitenden entstanden. Für sie werden jetzt wohl auch andere Dienstkittel fällig.

Denn auch auf der Kleidung wird wohl – wie Pressesprecher Detlev Schnitker zumindest für das Marienkrankenhaus berichten kann – nach und nach das neue Logo eingeführt werden. An der Schwerter Klinik hat damit auch der prägende Leitspruch „Wir sind eine Familie“ ausgedient.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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