Gemeindeversammlung soll Klarheit schaffen

Evangelische Kirchengemeinde Schwerte

Schon seit längerer Zeit herrscht Unruhe. Jetzt hat die Evangelische Kirchengemeinde Schwerte genug und fordert in einem Brief an das Presbyterium eine Gemeindeversammlung, bei der endlich aus Halbinformationen klare Aussagen werden sollen.

SCHWERTE

, 21.08.2015 / Lesedauer: 3 min
Gemeindeversammlung soll Klarheit schaffen

Gottesdienst zur Verabschiedung von Pfarrer Stephan Ebmeier, Wilfried Albers, Ute Eckey und Renate Neuhaus und zur Taufe von Daniela Seifert

In der Evangelischen Kirchengemeinde herrscht Unruhe – und zwar nicht erst, seitdem man sich von vier der sechs Pfarrer verabschiedet hat. Auch der Beschluss zur Schließung der Gemeindehäuser vor acht Jahren hat Spuren hinterlassen. Jetzt fordern 209 Gemeindemitglieder in einem Brief an das Presbyterium eine Gemeindeversammlung, bei der endlich die Fakten auf den Tisch kommen.

Gemeindemitglieder vermuten „Geheimdiplomatie“

Dabei gehen die Gemeindemitglieder hart mit ihrer Kirchenführung ins Gericht. Sie werfen ihr „Geheimdiplomatie“ vor. Das möge in Personalangelegenheiten noch angehen, sei aber dann verhängnisvoll, wenn das verabredete Stillschweigen nicht funktioniert, meint Dr. Silke Ettling, die zu den Initiatoren des Schreibens gehört.

„Durch Halbinformation und daraus entstehende Gerüchte ist eine explosive Mischung aus Unsicherheit, Unverständnis, Unmut, Wut und Frustration entstanden“, so der Brief, der mit den Unterschriftenlisten seit Anfang des Monats innerhalb kirchlicher Kreise kursierte. Auch bei der offenen Kirche am Samstag lag er aus.

Nicht nur Personalsorgen

Viele Gemeindemitglieder denken offensichtlich ähnlich. „Und dabei geht es uns natürlich auch, aber nicht nur um das Personal“, betont Ettling. Schon die bisherige Umstrukturierung der Gesamtgemeinde habe durch die Schließung von Außenbezirken zu Frust geführt. Und jetzt, wo es um das Personal für die Seelsorge ginge, würde die Verunsicherung und der Frust noch größer.

Briefe einzelner besorgter Gemeindemitglieder habe das Presbyterium bislang nicht beantwortet. Auch deshalb habe man sich für die Unterschriftenlisten entschieden, so die Initiatoren.

Bessere Kommunikation

„Die Lösung kann nur in besserer Kommunikation liegen“, glaubt Dr. Silke Ettling. Einen Ansatz haben die Gemeindemitglieder im Kirchenrecht gefunden. Das sieht nämlich eine Gemeindeversammlung vor, in der über die Arbeit der Kirchengemeinde und die Gesamtlage der Kirche berichtet wird. Anders als bei anderen kirchlichen Gremien wären hier alle Gemeindemitglieder eingeladen.

Das Schreiben war am Mittwochabend an die Mitglieder es Presbyteriums, Superintendentin Martina Espelöer und die zuständigen Dezernenten bei der Landeskirche versandt worden. Presbyteriumsvorsitzender Roland Preuß bestätigte den Eingang des Briefs. Es werde bei der nächsten Versammlung des Presbyteriums am kommenden Mittwoch Thema sein. „Ohne einer Entscheidung vorgreifen zu wollen, gehe ich davon aus, dass es noch in diesem Jahr zur geforderten Gemeindeversammlung kommen wird“, kündigte er an.

 

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