Die gute Nachricht: Der Schäferhund ist wohlauf, sein Name ist Pedro. Doch sein Halter hat sich noch nicht beim Tierheim gemeldet. © Tierheim Hagen
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Geretteter Schäferhund Pedro: „Die Geschichte dahinter ist oft komplexer“

Eine 17-Jährige hat zwischen Syburg und Westhofen einen Schäferhund gefunden. Inzwischen ist klar: Sein Name ist Pedro, der Halter wurde ermittelt. Wurde er wirklich von ihm ausgesetzt?

Am vergangenen Freitag (29.1.) hat eine 17-Jährige zusammen mit ihrem Freund einen Schäferhund an der Hohensyburg gefunden. Der Hund war zwischen Syburg und Schwerte-Westhofen an einer Bank angebunden, außerdem fanden die beiden eine Tüte mit Hundegeschirr, Näpfen und Futter.

Zunächst lag der Verdacht nahe, dass der Hund ausgesetzt wurde. Stefanie Ackermann leitet das städtische Tierheim in Hagen, wo der Hund aufgenommen wurde. Inzwischen ist klar, dass der Schäferhund „Pedro“, heißt, dass er gechippt ist und dass sein Herrchen theoretisch nur noch benachrichtigt werden muss.

Ackermann betont: „Es geht Pedro gut, es wird sich gekümmert und er bekommt regelmäßig Auslauf.“

Hintergrundgeschichte ist oft komplex

Allerdings distanziert sich Stefanie Ackermann von der ersten Annahme, dass der Hund ausgesetzt wurde – zumindest von seinem eingetragenen Halter. „Meine Erfahrung zeigt, dass die Hintergrundgeschichte bei abgegebenen Hunden oft komplexer ist, als im ersten Moment angenommen“, so Ackermann.

Beispielsweise wäre es bei ausgesetzten Hunden schon vorgekommen, dass nicht der Halter, sondern ein Bekannter des Halters den Hund ausgesetzt habe. Das würde geschehen, wenn „der Halter krank oder in Not ist und der Hund deswegen weitergegeben werden muss“, so Stefanie Ackermann. Sie weist auf den Chip hin: „Darauf stehen in dem meisten Fällen Name und Adresse des Halters. Warum sollte er ihn dann aussetzen?“, fragt sie.

Sogar um einen fingierten Fall hätten sich die Kollegen von Ackermann schon kümmern müssen. Hier hat die Tochter den Hund ihrer Mutter als ausgesetzt gemeldet – dabei hatte sie ihn vorher entwendet.

Welche Gründe Pedro also auf die Hohensyburg geführt haben, müssen nun die Behörden herausfinden. Diese ermitteln momentan wegen des Verdachts auf Aussetzung. Das wäre ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und kann bis zu 25.000 Euro kosten.

Pedro kann erst nach sechs Monaten vermittelt werden

Bis dahin kümmert sich das Team von Stefanie Ackermann um ihn. Interessenten gebe es bereits, so die Leiterin – doch momentan gelte bei ihm noch das Fundrecht.

Wie bei allen Fundtieren kann auch Pedro dadurch erst nach sechs Monaten weitervermittelt werden. Im Gegensatz zu anderen Tierheimen kann Stefanie Ackermann durch die Corona-Krise keine gestiegene Nachfrage verzeichnen: „Das mag daran liegen, dass wir als städtisches Tierheim keine klassischen Abgabehunde bekommen“, sagt sie.

Meistens werden Hunde aus amtlichen Sicherstellungen in das Tierheim gebracht. Die Tiere haben daher, so Ackermann, „eine etwas längere Geschichte“. Doch hier findet sich ein liebevolle Zuhause, wie Ackermann berichtet. „Auf Facebook haben wir zuletzt eine sehr nette Nachricht von unserem ehemaligen Schützling Balou erhalten.“