Gesprengte Geldautomaten in und um Schwerte - Beim Landeskriminalamt laufen Fäden zusammen

rnSparkassen-Filialen

Mehrmals sind in der vergangenen Zeit Geldautomaten in Schwerte und Umgebung gesprengt oder aufgebrochen worden. Das Landeskriminalamt sucht nach landesweiten Zusammenhängen.

von Maximilian Stascheit

Schwerte

, 04.03.2019, 11:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ende Dezember war es die Sparkasse in Westhofen. In der vergangenen Woche machten sich Kriminelle dann an einem Geldautomaten in Dortmund-Höchsten ans Werk. Jeweils gab es eine lautstarke Explosion in der Nacht. Und es blieben Schäden, die die Kreditinstitute zur zwischenzeitlichen Filialschließung zwangen.

Zwei Fälle, deren Zuständigkeit bei verschiedenen Polizeibehörden liegt, aber doch zeitlich und räumlich nah beieinanderliegen. Dazu kommt der aufgebrochene Sparkassenautomat in Ergste vor knapp zwei Wochen.

Bei Letzterem geht die Polizei von einem anderen Täterkreis aus als bei den gesprengten Geldautomaten. „Auf der einen Seite wurde den Automaten etwas zugeführt, um sie zu sprengen. In dem anderen Fall hat man den Geldautomaten einfach von hinten aufgebrochen“, erläutert Thomas Röwekamp aus der Pressestelle der Kreispolizeibehörde Unna.

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Sonderkommission beim Landeskriminalamt

Der Ablauf der Ermittlungen ist allerdings jeweils derselbe: Das zuständige Polizeikommissariat beginnt mit den Ermittlungen und nimmt am Tatort die Spuren auf. Je nach Größe der Behörde und Schwere des Delikts werden diese dann jedoch an eine übergeordnete Dienststelle weitergeleitet. Bei größeren Delikten in Schwerte, das im vergleichsweise kleinen Kreis Unna liegt, verlagert sich die Zuständigkeit dann gegebenenfalls nach Dortmund.

Im Falle der gesprengten Geldautomaten schalten sich jedoch auch Beamte des Landeskriminalamts (LKA) aus Köln in die Ermittlungen ein. Denn sobald Zusammenhänge im Tathergang erkennbar sind, übernimmt die Sonderkommission „EK Heat“, wie LKA-Pressesprecher Andre Faßbender erklärt.

„Hier wird versucht, durch eine landesweite Auswertung und Analyse Zusammenhänge zu erkennen“, so der Kriminalhauptkommissar. Ob und welche Erkenntnisse die Untersuchungen der Fälle in Schwerte und Dortmund ergeben hätten, wollte er aus ermittlungstaktischen Gründen allerdings nicht kommentieren.

Anzahl der Sprengungen nimmt zu

Der Kriminalbeamte verweist allerdings darauf, dass die LKA-Ermittlungen auch über das eigene Bundesland hinausgehen würden: „Speziell in dieser Region arbeiten wir auch intensiv mit den Kollegen in den Niederlanden zusammen, da es gerade dort auch eine große Zahl von Verbrecherbanden gibt, was Sprengungen von Geldautomaten betrifft.“

Auffällig ist, dass die Anzahl der gesprengten Automaten in den Kreisen Dortmund und Unna zunimmt: Weist die LKA-Statistik für beide Polizeibezirke gar keine Fälle aus dem Jahr 2017 auf, waren es 2018 zwei im Kreis Unna und fünf in Dortmund. Landesweit erhöhte sich die Anzahl der Sprengungsdelikte von 92 in 2017 auf 108 im vergangenen Jahr.

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