Gewerbegebiet Nattland spült Geld in Stadtkasse

Am Westhofener Kreisel

Nattland spült reichlich Geld in die Schwerter Stadtkasse: Das Gewerbegebiet hat sich nach knapp 10 Jahren als Erfolgsmodell herausgestellt. Nun soll auch die letzte Fläche verkauft sein. Damit auch weitere Firmen die Möglichkeit haben, sich anzusiedeln, wird derzeit schon am nächsten Gewerbegebiet gearbeitet.

SCHWERTE

, 07.02.2017, 07:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erfolgsmodell Nattland: Nach etwas mehr als zehn Jahren ist das Gewerbegebiet am Westhofener Kreisel nicht nur so gut wie komplett vermarktet. „Wenn wir das Gewerbesteuer-Aufkommen je Gewerbegebiet aufteilen, gehört es auch zu den Top-Adressen von Schwerte“, erklärt Bürgermeister Heinrich Böckelühr.

Wieviele Euro jährlich aus dem Nattland ins Stadtsäckel fließen, darf Böckelühr aus Gründen des Steuergeheimnisses nicht sagen. Es verbietet, konkrete Zahlen für einzelne Gewerbegebiete zu nennen, weil man daraus Rückschlüsse auf die dort tätigen Firmen ziehen könnte.

Gewerbegebiete bringen 23,5 Millionen für die Stadtkasse

Aus allen Gewerbegebieten zusammen flossen jedoch im vergangenen Jahr nach vorläufigen Berechnungen rund 23,5 Millionen Euro in die Stadtkasse, wie Kämmerin Bettina Brennenstuhl auf Anfrage mitteilt. Gegenüber 2015 bedeutet das eine Steigerung um knapp 700.000 Euro.

Damit liegt die Gewerbesteuer bei den wichtigsten städtischen Einnahmequellen hauchdünn vor dem Gemeindeanteil an der Einkommensteuer, der im vergangenen Jahr 23,06 (2015: 22,4 Millionen Euro) betrug. Auf Rang drei rangiert dahinter übrigens bereits die Grundsteuer B für bebaute Grundstücke, die 11,4 (2015: 10,7) Millionen Euro beisteuerte.

Im Nattland wurde jetzt das vorletzte freie Grundstück an die dort bereits ansässige Firma RSA verkauft, so Böckelühr: „Der Kaufvertrag ist beurkundet.“ Der Betrieb sicherte sich damit die Erweiterungsfläche, auf die er vorher schon eine Option hatte. Der Eigentümer habe auch wie versprochen alle seine Unternehmungen aus Dortmund nach Schwerte verlagert, freut sich der Bürgermeister.

Das ist auf der letzten verbliebenen Fläche geplant:

Auf die allerletzte abzugebende Fläche an der Adolph-Kolping-Straße hat sich ebenfalls ein Interessent eine Option gesichert, wie Böckelühr berichtet: „Wahrscheinlich wird im Frühjahr der Kaufvertrag unterzeichnet.“ Dann sei das rund 8 Hektar große Nattland komplett ausgebucht.

Um ansiedlungswilligen Firmen auch weiterhin Möglichkeiten anbieten zu können, wird deshalb mit Hochdruck an der Entwicklung des neuen Gewerbegebietes Wandhofener Bruch an der Wandhofener Straße gearbeitet. Mit einer Nettofläche von rund 7,3 Hektar ist es etwa gleichgroß wie das Nattland, rechnet Jens Ewald von der Technopark und Wirtschaftsförderung Schwerte (TWS) vor: „Der Bebauungsplan ist beschlossen.“ Daher hofft der Bürgermeister, dass die Erschließungsarbeiten im Frühsommer beginnen könnten. Es gebe auch schon Anfragen erster Interessenten.

Ein Bebauungsplan für ein Gewerbegebiet existiert auch noch für eine weitere kleinere Brache, die sogenannte Schirrmeyer-Fläche an der Wannebachstraße. Deren Nutzung wird allerdings noch behindert durch ein Leitungsrecht für eine 110-Kilovolt Hochspannungsleitung quer über das Grundstück – samt zwei Masten. 

Wie Böckelühr erfuhr, plane der Netzbetreiber Amprion jetzt aber einen anderen Verlauf seiner Stromleitung. Deshalb hofft er, dass das Leitungsrecht aufgegeben werde, sobald die Planfeststellung für die Alternativtrasse in trockenen Tüchern sei.

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