Gewitter: Ergste bei Starkregen besonders betroffen

Gefährliche Bäche

Starkregen werde es künftig öfter geben, so der Deutsche Wetterdienst (DWD). In Schwerte ist in solchen Fällen vor allem der Stadtteil Ergste betroffen. Die Gründe für überschwemmte Gärten und Keller liegen auf der Hand. Welche das sind und wie die Stadt sich für die drohende Gewitter-Saison rüstet, erfahren sie hier.

SCHWERTE

, 07.05.2015 / Lesedauer: 3 min

Eigentlich ist der Bierbach in Ergste ein beschauliches kleines Gewässer. Doch als er im November 2010 nach einem gewaltigen Wolkenbruch über die Ufer trat, überschwemmte er Gärten, Garagen und Keller.

Wetterdienst: Starkregen wird zunehmen

Starkregen werde es künftig öfter geben, so der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Essen. Und die Städte in Nordrhein-Westfalen seinen dafür nur schlecht gewappnet. „Die Klimaerwärmung soll weiter zunehmen“, bestätigt Meteorologe Thomas Kesseler-Lauterkorn vom DWD. Nach den sogenannten Projektionsdaten steige das Potenzial für Starkregen an. Auch die Stadt Schwerte bleibt nicht verschont.

In Schwerte bekommen das vor allem die Ergster zu spüren. „Ergste ist definitiv ein Schwerpunkt, seit Jahren verzeichnen wir dort die meisten Probleme“, sagte Martin Thal, Beauftragter für den städtischen Gewässerschutz. In Thals Aufgabenbereich fällt auch die Prävention Hochwasserschutz.

Wolken regnen über Ergste ab

Er führt das Problem der vollen Ergster Keller auf die Topografie des Stadtteils zurück: „Ergste ist das Tor zum Sauerland, das bedeutet, dass dort die Höhen beginnen. Und die Unwetter kommen in der Regel von Westen oder Nordwest, was dazu führt, dass sich die Wolken über Ergste abregnen.“

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Straßen nach Starkregen überflutet - Juli 2012

Ein heftiges Gewitter mit viel Starkregen erschütterte am Donnerstag die Ruhrstadt. Straßen waren überflutet, Keller liefen voll, Bäume stürzten auf die Fahrbahnen.
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Nach dem Gewitter hatte die Feuerwehr einen Großeinsatz.© Foto: Oskar Neubauer
Nach dem Gewitter hatte die Feuerwehr einen Großeinsatz.© Foto Oskar Neubauer
Nach dem Gewitter hatte die Feuerwehr einen Großeinsatz.© Foto Oskar Neubauer
Nach dem Gewitter hatte die Feuerwehr einen Großeinsatz.© Foto Oskar Neubauer
Nach dem Gewitter hatte die Feuerwehr einen Großeinsatz.© Foto Oskar Neubauer
Nach dem Gewitter hatte die Feuerwehr einen Großeinsatz.© Foto Oskar Neubauer
Nach dem Gewitter hatte die Feuerwehr einen Großeinsatz.© Foto: Oskar Neubauer
Nach dem Gewitter hatte die Feuerwehr einen Großeinsatz.© Foto: Oskar Neubauer
Nach dem Gewitter hatte die Feuerwehr einen Großeinsatz.© Foto: Oskar Neubauer
Nach dem Gewitter hatte die Feuerwehr einen Großeinsatz.© Foto: Oskar Neubauer
Nach dem Gewitter hatte die Feuerwehr einen Großeinsatz.© Foto: Oskar Neubauer
Nach dem Gewitter hatte die Feuerwehr einen Großeinsatz.© Foto: Oskar Neubauer
Nach dem Gewitter hatte die Feuerwehr einen Großeinsatz.© Foto: Oskar Neubauer
Kleine Wasserfälle schossen von der Böschung auf den Rand der Iserlohner Straße herab.© Foto: Oskar Neubauer
Lehmig-braunes Wasser schoss durch den Wildbach, der sich am Rand der Iserlohner Straße gebildet hatte.© Foto: Reinhard Schmtiz
In eine Seenlandschaft mit kleinen Muren hatte sich die Iserlohner Straße unterhalb vom Reiterhof Braun verwandelt.© Foto: Reinhard Schmitz
In eine Seenlandschaft mit kleinen Muren hatte sich die Iserlohner Straße unterhalb vom Reiterhof Braun verwandelt.© Foto: Reinhard Schmitz
Mehrere umgefallene Tannen und Eichen versperrten die Fahrbahn der Iserlohner Straße unterhalb des Reiterhofs Braun.© Foto: Reinhard Schmitz
Lehmig-braunes Wasser schoss durch den Wildbach, der sich am Rand der Iserlohner Straße gebildet hatte.© Foto: Oskar Neubauer
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Eine der Schwachstellen im Hochwasserschutz sei dort beispielsweise die Verrohrung des Elsebachs am Winkelstück, so Thal: „Die Rohre sind da viel zu klein und müssen signifikant vergrößert werden.“ Das sei eine Maßnahme, die sich bis zum Gut Beckhausen erstrecken werde, denn schließlich gelte es, sicherzustellen, dass durch vergrößerte Rohre am Gut nicht zu viel Wasser ankommt. Solche Maßnahmen würden vom Land mit bis zu 80 Prozent bezuschusst.

Ruhr hat genügend Platz

Generell sei man in Schwerte aber gut auf Starkregen vorbereitet, sagte Thal. So gibt es seit einigen Jahren ein Strategiepapier, in dem die Stadt Brennpunkte analysiert und betroffene Gewässer unter die Lupe nimmt.

Entwarnung gibt Thal für die Anwohner der Ruhr. Der Fluss habe mittlerweile wieder genügend Platz, sich auszudehnen. Dennoch gebe es für den Fall, dass die Ruhr große Wassermengen in den Mühlenstrang drücke, Notfallpläne für die Altstadt. Dann nämlich ist die Feuerwehr gefragt und kommt mit ihren Pumpen zum Einsatz.

 

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