Giftiger Bärenklau: Schafe sollen Problem lösen

Tiere sind unempfindlich

Riesen-Bärenklau ist eine für den Menschen stark ätzende Pflanze. Dr. Matthias Geck kämpfte in Schwerte erst mit Spaten und Stielsäge gegen die pflanzliche Einwanderin. Jetzt setzt er auf Schafe. Während die Pflanze bei Menschen zu Verbrennungserscheinungen führt, ist sie für die Tiere ein Leckerbissen. Löst dies das Problem?

SCHWERTE

, 21.07.2015, 12:08 Uhr / Lesedauer: 2 min
Giftiger Bärenklau: Schafe sollen Problem lösen

Ein Leckerbissen für die Schafe ist der Riesenbärenklau auf der Wiese hinter dem Technozentrum an der Konrad-Zuse-Straße. Die Tiere sollen helfen, die für Menschen ätzende Staude zu bekämpfen.

Mittlerweile ist man schon weiter, was die Lage der kritischen Gebiete angeht. "Wir wissen, wo die Befallsstellen sind und sind dabei, sie zu sanieren." Die Hauptverbreitungsgebiete der aus dem Kaukasus eingewanderten Staude lägen am Ruhrufer, in den Ruhrwiesen und am Gehrenbachsee. Bärenklau ist wesentlich aggressiver und gefährlicher als zum Beispiel Brennessel. Eine Berührung in Verbindung mit Tageslicht kann zu schwer heilenden Verbrennungserscheinungen führen.

Schafe aus Westhofen

Doch nun gibt es neue Hoffnung, das Problem zu lösen. Auf der Wiese hinter dem Technozentrum an der Konrad-Zuse-Straße helfen nun erstmals auch Schafe bei der Ausrottung der Pflanze. "Die Schafe mögen den Riesen-Bärenklau gern", erklärt Dr. Geck, der nun als Bärenklau-Bekämpfer freiwillig aktiv. Die Schäferei Schlündermann aus Westhofen hat eine kleine Herde auf das rund 15000 Quadratmeter große Gelände gebracht, das die Technopark- und Wirtschafsförderung Schwerte (TWS) für innovative Unternehmen freihält.

Die Schafe knabbern die Pflanzen bis auf den Boden ab. Noch befinden sie sich auf der Wiese, die sukzessive abgegrast wird. Dr. Geck, der früher als Ökonom tätig war, freut sich: "Dann können die Pflanzen in diesem Jahr nicht mehr keimen." Die Knollen, die im Boden bleiben, können aber wieder austreiben. Deswegen müssten sie ausgegraben werden. Das hat Dr. Geck an einigen Stellen auch bereits gemacht und die Pflanzenreste in einer Müllverbrennungsanlage beseitigt.

Bereits großer Erfolg

"Im Villigster Wald sind schon über 1000 Stauden weg", verrät er. Schon rund 18000 Stauden sind bekämpft, sodass in diesem Jahr kein Nachwuchs mehr erwartet wird. Doch die Körner bleiben in der Erde fünf bis sechs Jahre keimfähig. An einer Nachkontrolle käme man nicht vorbei. "Wir suchen über die Freiwilligenbörse noch Umwelt-Scouts", sagt Dr.Geck. Wichtig sei es, die befallenen Stellen im Auge zu behalten. 1-2 Stunden pro Woche würden schon eine Menge ausmachen. "Das Ganze ist kein Hexenwerk", betont er.

Ein möglicher Einsatz der Schafe an den befallenen Stellen am Ruhrufer gestaltet sich aber als schwierig, weil sich dort viele Hunde aufhalten und die Schafe Ruhe brauchen. Dr. Geck störte sich vor allem beim Joggen am Bärenklau und appelliert auch an die Pächter der Wiesen, mehr zu tun, um die schädliche Pflanze besser zu bekämpfen. Auch andere Pflanzen wie das drüsige Springkraut und der Japanknöterich verdrängen mit ihrer aggressiven Ausbreitung die heimischen Pflanzen. Allerdings sind beide Pflanzen nicht so gesundheitsschädlich für den Menschen. Das sei übrigens kein Sonderproblem von Schwerte, sondern betrifft auch Gebiete in Mülheim, Essen und Hagen.

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Der Reisen-Bärenklau, auch Herkulesstaude genannt, ist eine zwei- bis mehrjährige krautige Pflanze. Sie stammt ursprünglich aus dem Kaukasus. Sie bildet spezielle Substanzen, die in Kombination mit Sonnenlicht giftig wirken. Es wird deshalb empfohlen, beim Umgang mit der Pflanze vollständige Schutzkleidung zu tragen, zu der auch ein Gesichtsschutz gehört. Mehr Infos zum Riesen-Bärenklau lesen Sie .

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