Glasfaserausbau in Schwerte: „Die Telekom interessiert das nicht“

rnAnwohner verärgert

Gerade erst sind die Stadtwerke fertig mit dem Glasfaserausbau in Schwerte-Nord. Jetzt reißt die Telekom die Straße schon wieder auf. Anwohner sind verärgert, dabei ist das kein Einzelfall.

Schwerte

, 22.11.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor einem knappen Jahr hat Elementmedia, ein Tochterunternehmen der Stadtwerke Schwerte, Glasfaseranschlüsse am Klusenweg und am Talweg in Schwerte-Nord verbaut. Im gleichen Zuge wurde der Asphalt der Bürgersteige und Straßen erneuert.

Für Manfred Rommel war das damals eine willkommene Lösung: „Der Asphalt war schon löcherig. Nach den Arbeiten wurden die Bürgersteige dann sehr gut zugepflastert“, berichtet der Anwohner.

Telekom reißt Straße erneut auf

Vor einigen Tagen begannen dann die nächsten Bauarbeiten an genau diesen Bürgersteigen. Im Auftrag der Telekom arbeitet die Straßenbau-Firma Derla am sogenannten „Vectoring“. Dabei handelt es sich nicht um eigentliche Glasfaseranschlüsse, die bis in die Häuser der Anwohner verlegt werden. Beim „Vectoring“ werden Glasfaserkabel bis zu einem an der Straße befindlichen Verteilerkasten verlegt und dann mit den bestehenden Kupferkabeln verbunden.

Manfred Rommel ist verärgert über die erneuten Arbeiten. „Können die Unternehmen sich nicht im Vorfeld über ein gemeinsames Vorgehen abstimmen?“

Telekom hat keine Kenntnis

Die Pressestelle der Telekom sieht die Verantwortung bei den Stadtwerken Schwerte. „Im Normalfall kommen die jeweiligen Stadtwerke auf die Anbieter zu, sodass man gemeinsam koordinieren kann“, erklärt Pressesprecher George-Stephen McKinney. Von den schon begonnenen Bauarbeiten am Klusenweg sagt er: „Vom Beginn der Arbeiten habe ich noch keine Kenntnis. Die Baugenehmigungen stehen noch aus.“

Glasfaserausbau in Schwerte: „Die Telekom interessiert das nicht“

Die Telekom arbeitet am Klusenweg am sogenannten „Vectoring“. © Heiko Mühlbauer

Telekom nicht kooperationsbereit

Oliver Weist, Geschäftsführer von Elementmedia kann das Vorgehen der Telekom nicht nachvollziehen: „Die Telekom interessiert nicht, ob die Straßen erst frisch aufgerissen wurden. Einen ähnlichen Fall gab es gerade erst in Villigst.“

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Eine Kooperation zur Absprache der Telekom und der Stadtwerke bestehe derzeit nicht, obwohl man von Seiten der Stadtwerke offen dafür sei. „Mit den meisten anderen Anbietern kooperieren wir bereits. Die Telekom ist aber nicht daran interessiert, auch wenn sie es oft anders darstellen“, berichtet Weist.

Bald auch die Bahnhofsstraße betroffen

Den Ärger der Anwohner kann Oliver Weist gut verstehen: „Die Stadtwerke haben eine Regelung, nach der frische Straßen nicht wieder aufgerissen werden dürfen. Die Telekom interessiert sich für diese Regelung schlicht nicht.“ Zudem befürchte er, dass die Situation am Klusenweg kein Einzelfall sei. „Das gleiche könnte bald schon an der neuen Bahnhofsstraße passieren“, sagt Weist. Eröffnet wurde die neue Bahnhofsstraße nach zahlreichen Problemen im Juni 2018.

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