Die zweiteilige Brücke der Bahnstrecke Schwerte-Hagen, unter der die Züge nach Iserlohn hindurchfahren, muss erneuert werden. © Reinhard Schmitz
Deutsche Bahn

Großbaustelle der Bahn: Zwei Monate keine Züge nach Hagen und Iserlohn

Bis zu 250 Züge, darunter der ICE nach Berlin, rollen täglich über die 100 Jahre alte Brücke am Tierheim. Noch im Herbst beginnt die Erneuerung, die Bahnkunden viele Einschränkungen zumutet.

Eine gut vier Meter breite Baustraße hat die Deutsche Bahn in den vergangenen Wochen ziemlich unbemerkt hinter dem Tierheim und weiter unter der Autobahnbrücke Rettelmühle anlegen lassen. Mit einer neu aufgeschütteten Rampe steigt sie hinauf bis zu dem Bahndamm, über den die Züge nach Iserlohn brummen.

Dahinter ist ein ausgedehnter Schotterplatz wohl als Arbeits- und Lagerfläche angeschüttet worden. Die aufwendigen Vorbereitungen zeigen: Hier wird eine Großbaustelle vorbereitet. Die Deutsche Bahn erneuert eine Zwillingsbrücke auf der ICE-Strecke zwischen Hagen und Schwerte. Neun Wochen lang müssen die Gleise dafür schon bald voll gesperrt werden. Es wird wohl nicht die letzte Sperrung sein.

Über die 100 Jahre alte Brücke rollen auch ICE-Züge

Rund 100 Jahre alt ist die stählerne Konstruktion, unter der die abzweigende Strecke nach Ergste und Iserlohn hindurchführt. Vermutlich wurde sie gebaut, als diese Linie im Jahre 1910 eröffnet wurde. Täglich rollen 200 bis 250 Züge über die Brücke, darunter auch die ICE-Triebwagen auf ihrem Weg nach Berlin. Doch jetzt hat sie – wie ein Aushang im Bahnhofstunnel erklärt – das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht und muss durch ein völlig neues Bauwerk ersetzt werden. Die gesamte Maßnahme wird bis zum Jahre 2025 dauern.

Die breite, geschotterte Baustraße führt vom Tierheim aus unter der Autobahnbrücke Rettelmühle hindurch zu der Baustelle für die Eisenbahnbrücke.
Die breite, geschotterte Baustraße führt vom Tierheim aus unter der Autobahnbrücke Rettelmühle hindurch zu der Baustelle für die Eisenbahnbrücke. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Begonnen wird noch in diesem Herbst mit dem Ausheben der alten, noch genieteten Brücken-Überbauten, die zunächst einmal durch zwei Hilfsbrücken ersetzt werden. Das erfordert auch im Umfeld zahlreiche Maßnahmen. „Die Oberleitung, die Kabelführungen entlang des Gleises und die Brückenwiderlager müssen dafür angepasst werden“, heißt auf dem Aushang.

Der Umfang der Arbeiten erklärt, warum jetzt dafür eine gut neunwöchige Vollsperrung der betroffenen Strecken eingeplant ist. Vom 22. Oktober bis zum 28. Dezember wird die Strecke Schwerte-Iserlohn gesperrt, vom 25. Oktober bis zum 21. Dezember die Strecke Schwerte-Hagen.

Für die Baufahrzeuge ist eine Rampe hoch zum Bahndamm der Strecke Schwerte-Iserlohn aufgeschüttet worden. Dahinter ist ein großer Bauplatz geschottert worden.
Für die Baufahrzeuge ist eine Rampe hoch zum Bahndamm der Strecke Schwerte-Iserlohn aufgeschüttet worden. Dahinter ist ein großer Bauplatz geschottert worden. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

„Für die ausfallenden Züge wird ein umfangreicher Schienenersatzverkehr eingerichtet“, kündigt die Deutsche Bahn an. Das bedeutet, dass Fahrgäste im Nahverkehr auf Busse umsteigen müssen. Die Fernzüge dagegen will die Bahn über die sonst vom Güterverkehr genutzten Gleise umleiten.

Dadurch verändert sich ihr Fahrplan auf dem gesamten Laufweg, wo sie jeweils bis zum fünf Minuten früher oder später in den Bahnhöfen abfahren würden. Für die Unannehmlichkeiten bittet die Bahn ihre Kunden um Entschuldigung. Gleichzeitig macht sie aber auch darauf aufmerksam: „Für ein zuverlässiges Schienennetz investieren wir mehr denn je in unsere Infrastruktur.“

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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