Auf dem Parkplatz des früheren Max-Bahr-Baumarkts in Hagen kontrollierte der ABC-Erkunder der Schwerter Feuerwehr den möglichen Schadstoffgehalt der dicken Rauchwolke, die von dem Großbrand in der Nachbarschaft am Himmel herüberzog. © Feuerwehr Schwerte
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Großbrand in Fassfabrik: Hagen fordert Spezialisten aus Schwerte an

Unterstützung aus Schwerte forderte die Hagener Feuerwehr am Mittwoch bei einem Großbrand an. Denn an der Lohbachstraße steht ein Spezialfahrzeug, das es nur einmal im Kreis Unna gibt.

Die dichte, schwarze Rauchwolke war weit hinein ins Sauerland zu sehen, zeitweise bis hin nach Lüdenscheid. Die Fabrikhalle einer Firma in Hagen-Eckesey, in der Fässer aus Stahl und Plastik hergestellt werden, brannte am Mittwochmorgen (13.10.) lichterloh.

Die Feuerwehr der Nachbarstadt, die mit mehreren Löschzügen gegen das Flammenmeer an der Sedanstraße kämpfte, bat auch um Hilfe aus Schwerte. Denn sie wusste: In der Wache an der Lohbachstraße in Schwerte steht ein Spezialfahrzeug, das für die Messung von Schadstoffen in der Luft ausgerüstet ist.

Freiwillige Feuerwehr eilte mit dem ABC-Erkunder nach Hagen

Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr setzten sich hinter das Steuer des sogenannten ABC-Erkunders, der unter anderem auf dem Parkplatz des früheren Max-Bahr-Baumarkts nahe der Autobahnabfahrt Hagen-West stationiert wurde. „Das Fahrzeug fordert man in der Regel überörtlich an, um die eigenen Kräfte am Brandort einsetzen zu können“, erklärte Wachabteilungsleiter Moritz Steffan am Mittwoch.

Es sei damit möglich, auch während der Fahrt Messungen vorzunehmen. In Hagen wurde wegen des Brandes eine größere Zahl von Anwohnern und Beschäftigten benachbarter Betriebe evakuiert.

Flammen und dichter Rauch schlugen am Mittwochmorgen aus dem Firmengebäude in Hagen-Eckesey. Mehrere Löschzüge versuchten, den Brand in den Griff zu bekommen.
Flammen und dichter Rauch schlugen am Mittwochmorgen aus dem Firmengebäude in Hagen-Eckesey. Mehrere Löschzüge versuchten, den Brand in den Griff zu bekommen. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

Spezialisten der Feuerwehr – so berichtet Moritz Steffan weiter – kalkulieren vor dem Einsatz des ABC-Erkunders, wie groß die Rauchwolke ist und welche Windrichtungen zu erwarten sind. Wichtig ist auch zu erkunden, wo der Qualm laut Voraussage wieder vom Himmel in Höhen nach unten fällt, wo Wohnhäuser stehen. Aufgrund dieser Daten würden dann die Messradien festgelegt, in denen auf mögliche Schadstoffe untersucht wird.

Das erforderliche Wissen eignen sich die Einsatzleiter in besonderen Führungs-Lehrgängen an. Für die Besatzung des Fahrzeugs gibt es einen besonderen Gefahrgut-Lehrgang.

Der Innenraum des ABC-Erkunders ist nicht nur mit Messtechnik vollgestopft, sondern enthält auch andere notwendige Ausrüstung wie beispielsweise Schutzanzüge für die Feuerwehrleute.
Der Innenraum des ABC-Erkunders ist nicht nur mit Messtechnik vollgestopft, sondern enthält auch andere notwendige Ausrüstung wie beispielsweise Schutzanzüge für die Feuerwehrleute. © Feuerwehr Schwerte © Feuerwehr Schwerte

Der ABC-Erkunder gehört nicht der Schwerter Feuerwehr selbst. Er wurde vom Land NRW bezahlt und in der Halle an der Wache Lohbachstraße stationiert, wo er nun schon seit fast 20 Jahren steht. Erkennbar ist diese Sonderstellung auch an dem NRW-Kennzeichen auf seinem Nummernschild.

In Schwerte rückt das Fahrzeug immer bei Gas-Alarm mit aus

„Wir besetzen das Fahrzeug“, berichtet der Leiter der Schwerter Feuerwehr, Wilhelm Müller. Es ist für den ganzen Kreis Unna im Einsatz und verfügt dazu nicht nur über spezielle Messgeräte, sondern beispielsweise auch über Schutzanzüge für die Feuerwehrleute.

Zum Messen von Schadstoffen in der Luft verfügt die Schwerter Feuerwehr über den sogenannten ABC-Erkunder, den das Land NRW in der Wache an der Lohbachstraße stationiert hat.
Zum Messen von Schadstoffen in der Luft verfügt die Schwerter Feuerwehr über den sogenannten ABC-Erkunder, den das Land NRW in der Wache an der Lohbachstraße stationiert hat. © Feuerwehr Schwerte © Feuerwehr Schwerte

Wenn kein Großalarm gegeben ist, sieht man es in Schwerte eher selten. Wilhelm Müller kennt aber eine Ausnahme: „Bei Gas-Alarm kommt das Fahrzeug generell mit raus.“

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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Reinhard Schmitz