Reinhard Streibel startet Online-Petition: „Unsinnigen B236-Ausbau in Schwerte stoppen“

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„Kein Ausbau der B236 in Schwerte“ - Reinhard Streibel macht mobil gegen die Pläne für die Strecke zwischen der A1 und der Innenstadt. Mit Unterschriftenliste und Aktionen im Internet.

Schwerte

, 14.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Reinhard Streibel steht am Nadelöhr - an der Kreuzung der B236 mit der Karl-Gerharts-Straße. Den Fahrradhelm hat der 67-Jährige kurz an den Lenker seines E-Bikes gehängt. Der skeptische Blick fällt auf den Strom der Autos, die hier halten, auf Grün warten, wieder anfahren, sich gegenseitig im Weg sind.

Mehr Spuren, besserer Verkehrsfluss - das ist das, was der Landesbetrieb Straßen NRW hier mit einem großen Ausbau erreichen will. Zwischen der A1 und der Kreuzung Ostentor am Rande der Schwerter Innenstadt soll sich in den nächsten Jahren Vieles verändern.

Zum Besseren? Der Grünen Ratsherr Streibel glaubt nicht daran. Im Gegenteil: „Wir fordern, den unsinnigen Ausbau-Wahnsinn ersatzlos zu stoppen!“ So steht es in einer Online-Petition auf change.org, die Streibel am Donnerstag scharfgeschaltet hat. Mit „wir“ meint der Schwerter Ratsherr seine Partei, Bündnis 90/Die Grünen.

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„Autogerechte Verkehrsplanung von vorgestern für übermorgen“

Es handele sich „größtenteils um Planungen von vor zehn Jahren für eine Zeit in zehn Jahren, also eine autogerechte Verkehrsplanung von vorgestern für übermorgen“.

Nach einer Info-Veranstaltung von Straßen NRW zum B236-Ausbau befanden Streibel und andere Grüne: So richtig viele Infos habe es nicht gegeben. In der Folge habe eine Stadtplanerin die grünen Ausbau-Gegner „sehr dezidiert auf Knackpunkte“ hingewiesen:

  • Verkehrsinseln fallen weg. Sie sind heute aber wichtig für Fußgänger, die die B236 überqueren wollen. Auch für die, die das an Ampeln tun.
  • 60 Bäume sollen gefällt werden, um Platz für Autos zu schaffen.
  • Die Radwege sind zu eng. Und die Teilstücke, die gleichzeitig Rad- und Fußwege sind, ebenfalls.
  • Zu diesem Punkt fügt Streibel hinzu: „Und wenn in den kommenden Jahren so viele E-Scooter kommen, wie wir heute vermuten, dann sieht das auf den Radwegen noch einmal ganz anders aus.“
  • Zwar könne der Autoverkehr an manchen Stellen durch mehr Spuren schneller fließen. Wo es dann aber wieder von zwei auf eine Spur gehe, staue es sich dann wieder.
  • Die Situation für Abbieger und für die Nebenstraßen sei zu wenig berücksichtigt worden.

Für Radwege und gleichzeitig für B236-Ausbau? Das passt nicht

Generell bemängelte der Grünen-Vorstand ganz offiziell: „Die Planung beruht auf dem Denken des letzten Jahrhunderts, in dem dem Kraftverkehr die größte Priorität eingeräumt wurde, Radfahrer, Fußgänger und Bewohner jedoch immer untergeordnet wurden.“

Und das passe überhaupt nicht zusammen zu einem Beschluss, den Schwertes Politiker vor wenigen Monaten gefällt hätten, erinnert sich Streibel: Alle Parteien hätten doch im November für den Ausbau des Radwege-Netzes gestimmt. „Und diese beiden Beschlüsse - da für die Radwege, hier für den Ausbau der B236 - die stehen sich diametral gegenüber.“

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Antrag für die Sitzung am 10. Juli geplant - und viele weitere Aktionen

Deshalb wollen die Grünen am 10. Juli bei der Sitzung des Stadtrats einen offiziellen Antrag stellen: Die Stadt Schwerte soll die Pläne für die B236 ablehnen.

Je mehr Druck dahinter, je mehr Öffentlichkeit, desto einfacher werde das. Das weiß auch Streibel: „Unser Vorstand macht eine klassische Sammlung von Unterschriften in Schwerte, also in analoger Form. Und ich dachte mir, ich mache das parallel im Internet.“

Warum? „Um auch andere Menschen zu erreichen - zum Beispiel die in den benachbarten Orten, in Iserlohn oder Dortmund. Auch die wären ja vom Ausbau der B236 betroffen.“

Und das sei auch nur der Anfang. Man werde sicherlich auf andere Parteien, auf Bürger und Vereine zugehen und Aktionen planen. Denn alleine und nur mit einer Petition - da ist sich Streibel sicher - werde man den Ausbau der B236 nicht stoppen.

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