Grundschule Ergste: Kritik an Standortwechsel

Gespräche am Mittwoch

Die Ergster Grundschule könnte einen neuen Standort bekommen: Darüber wird am Mittwoch der Schulausschuss der Stadt diskutieren. Die Schulpflegschaft und der SPD-Ortsverein machten bereits jetzt Bedenken laut. Auch die stellvertretende Bürgermeisterin Ursula Meise befürchtet eine "Entkernung des Ortsteils".

ERGSTE

, 16.02.2016, 13:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Evangelische Grundschule Ergste oder Schulzentrum Am Derkmannsstück, „Neue Mitte“ oder „Ortsteilentkernung“? Am Mittwoch diskutiert der Schulausschuss der Stadt über den Standort der Grundschule Ergste. Die Schulpflegschaft und der SPD-Ortsverein Ergste meldeten sich dazu zu Wort. 

„Die Schule an der Ruhr ist nicht geeignet. Das ist mir bei der Begehung schon aufgefallen“, sagte Christa Kalle vom SPD-Ortsverein Ergste. Die Flure des Gebäudes seien zu lang für die kurzen Beine der Grundschüler und für die Bedürfnisse größerer Kinder ausgerichtet.

Nicht genügend informiert

Außerdem seien die Kosten für den Umbau der Schule am Derkmannstück zu gering geschätzt, meinte Martina Fathmann von der Schulpflegschaft der Grundschule Ergste. „45.000 Euro für den Umbau des OGS-Bereichs finde ich unrealistisch“, sagte sie. Außerdem fühlt sie sich nicht genügend von der Verwaltung informiert. „Die Kosten gegenrechnen können wir nicht, weil es keine Grundlagen für die Planung gibt“, sagt Hans-Christian Mundt von der Stadtschulpflegschaft Schwerte.

Noch keine genauen Berechnungen

Der Neubau der Grundschule Ergste würde nach Schätzungen der Verwaltung etwa 3,9 Millionen Euro kosten, während die Kosten für den Umbau der Schule an der Ruhr auf etwa 1,7 Millionen Euro geschätzt werden. Genaue Berechnungen kann es erst geben, wenn über den Standort schon entschieden wurde und das Bauprojekt ausgeschrieben wird.

Kosten geschätzt

Die Schätzungen wurden, so die Fachdienstleitung für Stadtplanung und Bau Ulrike Schulte, durch Richtwerte für Baukosten pro Kubikmeter ermittelt. Die Techniker seien dabei von einem mittleren Standard ausgegangen. „Die Kosten sind mit bestem Wissen und Gewissen geschätzt worden“, sagte Ulrike Schulte.

Entkernung des Stadtteils

Ein größeres Argument als die Kosten ist aber für die stellvertretende Bürgermeisterin Ursula Meise die drohende Entkernung des Stadtteils. „Ergste hatte mal nur eine Straße. Die Grundschule war aber schon immer da“, sagte sie.

 

 

Schon einmal hat sie den Standort der Grundschule Ergste verteidigt. 1989 sollte der Umzug der Grundschule in das Gebäude am Derkmannsstück erfolgen. „Damals konnten wir es abwenden, heute sind die Mehrheiten im Rat aber nicht so eindeutig“, so Meise.

Befragung der Eltern

Auch die Eltern der Ergster Grundschulkinder scheinen den Standort bewahren zu wollen. 87,1 Prozent seien, so eine Befragung der Schulpflegschaft Ergste, für den Erhalt der Schule in der Kirchstraße.

600 Unterschriften haben die Mitglieder der Schulpflegschaft zudem gesammelt. Die Listen für die Unterschriften lagen an markanten Punkten im Ort aus. Martina Fathmann will die Liste dann vor der Sitzung am Mittwoch an Schuldezernent Hans-Georg Winkler übergeben.

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