Gutachter empfahl schon 2009 Schulhof-Sanierung

Belastetes Material

Bereits 2009 empfahl ein Gutachten, den Asphalt auf dem Schulhof der Realschule am Stadtpark zu erneuern -damit keine darunter befindlichen Altlasten ins Grundwasser ausspülen. Trotz dieser Empfehlung des damals beauftragten Fachmanns hat die Stadt bis heute nicht reagiert.

SCHWERTE

, 30.10.2015, 06:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gutachter empfahl schon 2009 Schulhof-Sanierung

Augenscheinlich wurde der Asphalt auf dem Schulhof der Realschule am Stadtpark an einigen Stellen schon geflickt.

„Vom Schulhof der Realschule am Stadtpark geht keine Gefahr aus“, das betonte die Stadt immer wieder in der Diskussion um den mit Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) belasteten Asphalt auf dem Schulhof. Das ist allerdings nur ein Teil der Aussage des im Jahr 2009 erstellten Gutachtens. Im zweiten Teil seiner Ausführungen riet der Gutachter, die Asphaltdecke abzufräsen und gegen eine neue auszutauschen.

Altlasten zweimal untersucht

Gleich zweimal hatte die Stadt den Schulhof auf Altlasten untersuchen lassen. Einmal im Jahr 2005. Damals wurden alle Schulhöfe der Stadt untersucht. Für die Realschule am Stadtpark gab es Entwarnung.

2009 hatte die Stadtverwaltung dann das Institut HPC aus Dortmund mit einer Bodenuntersuchung des Schulhofs beauftragt. Weil man den Asphalt entfernen und gegen ein versickerungsfähiges Pflaster austauschen wollte, benötigte man ein neues Bodengutachten. Und das brachte eine Überraschung: Die beiden Bohrungen, die man gemacht hatte, brachten hoch PAK-belastetes Material an die Oberfläche.

Zwei Alternativen aufgezeigt

Der Gutachter zeigte zwei Handlungsalternativen auf: Entweder man hält an den Plänen zu pflastern fest und entsorgt den alten Untergrund. Oder man lässt alles beim Alten. Allerdings nur solange die Oberfläche versiegelt bleibt.

„Es muss jedoch davon ausgegangen werden, dass mit fortschreitender Erosion bzw. oberflächenhaften Abrieb der Asphaltschicht die tieferen, heute als teerhaltig nachgewiesen Asphaltschichten an die Geländeoberfläche gelangen können“, betonte Gutachter Bernward Ebbing damals und empfahl deshalb, „aus Vorsorgegründen die Asphaltdecke abzufräsen und gegen eine neue auszutauschen.“

Das sei bis heute nicht geschehen, räumte die Fachdienstleiterin für den Bereich Schule bei der Stadtverwaltung, Ulrike Schulte, am Donnerstag auf Nachfrage ein. Schließlich sei die Oberfläche des Schulhofes noch dicht.

Erneuerung jetzt ins Auge gefasst

Man habe aber die Erneuerung der Asphaltschicht ins Auge gefasst, falls der Rat am 2. Dezember einen Umzug der Albert-Schweitzer-Grundschule in das Gebäude der Realschule, die seit vergangenem Schuljahr schrittweise aufgelöst wird, beschließen sollte – ein Plan, gegen den die Elternvertreter der Schweitzer-Schule Sturm laufen.

Dass man 2005 keine Belastung unter dem Schulhofboden gefunden habe, wertet Gutachter Ebbing als normal. Der Untergrund sei eher unfachmännisch gebaut und daher ungleichmäßig. Kritisch wird das auch vom Bund für Umwelt- und Naturschutz betrachtet. „PAK sind nicht nur für das Grundwasser gefährlich, sie dünsten auch aus“, betont Frank Weissenberg. Er wundere sich, dass die Fläche nicht in das Altlastenkataster aufgenommen wurde.

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