Hagener Straße in Schwerte erneut gesperrt - Puppe gibt Aufschluss über tödlichen Unfall

rnTödlicher Verkehrsunfall

Am Montagabend war die Hagener Straße gesperrt. Und zwar wieder auf jener Höhe, auf der vor zwei Wochen ein Fußgänger starb. Und wieder waren ein BMW und ein „Fußgänger“ im Spiel.

Westhofen

, 03.12.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Szene war schon etwas gespenstisch. Am Rand der extrem dunklen Hagener Straße stand die Gestalt in der ebenfalls dunklen Kleidung. Davor die Scheinwerfer eines BMW. Alles so wie es am 16. November war, als hier ein Mensch zu Tode kam. Doch diesmal ist der Fußgänger eine Puppe, ähnlich einer Schaufensterpuppe. Es ist der letzte Schritt einer umfangreichen Unfallrekonstruktion.

„Wir untersuchen jetzt hier, wie die Sicht am Unfallabend war“, erklärt Jörg Przystow. Der Hauptkommissar ist im Verkehrskommissariat tätig. Seit jenem Samstag ermitteln er und seine Kollegen gemeinsam mit dem Sachverständigen Maximilian Runkel von der DEKRA. Wie konnte es zu dem verhängnisvollen Unfall kommen?

Drohnenflug hielt die Situation am Unfallabend fest

Es war ein Samstagabend, als der 77-jährige Fußgänger von einem BMW auf der Hagener Straße erfasst und getötet wurde. Die Straße dort ist dunkel und unbeleuchtet. Erlaubt ist Tempo 70. Der Aufprallort war vermutlich auf Höhe der Bushaltestelle Richtung Schwerte.

Noch am Abend untersuchte Runkel den Unfall-BMW. Es wurden Spuren ermittelt, verschiedene Szenarien theoretisch durchgespielt. Noch in der Nacht ließ Runkel eine Drohne über die Unfallstelle fliegen und machte eine ganze Reihe von Aufnahmen.

Am Montagabend, etwa um die Zeit, als der Unfall passierte, ließ die Polizei die Hagener Straße sperren. Diesmal ging es um die Sichtverhältnisse. Deshalb starte man den Versuch auch erst um 22 Uhr. Gesperrt wurde zwischen den beiden Kreisverkehren in Westhofen und Wandhofen. Ein BMW-Streifenwagen mit der selben Scheinwerferanlage wie das Unfallfahrzeug wurde in Position gebracht. Konnte man von dort den Mann erkennen?

Hagener Straße in Schwerte erneut gesperrt - Puppe gibt Aufschluss über tödlichen Unfall

Der Unfallsachversrtändige Maximilian Runkel von der DEKRA bereitete die Puppe für ihren Einsatz vor. © Heiko Mühlbauer

Die Puppe steht dort, wo der 77-Jährige vom Auto erfasst wurde. Sie trug ähnliche Kleidung wie das Unfallopfer an dem tragischen Abend. Die Frage, die es zu klären galt: Was hätte man in der Dunkelheit objektiv erkennen können? Fest steht, dass ohne Sperrung die Straße nachts für Fußgänger ein gefährliches Pflaster ist. Wer an Montagabend hier vorbeikam, hatte zumeist Taschenlampen dabei und eine Warnweste um. Auch die Polizeibeamten und der Sachverständige tragen die reflektierenden Westen.

Der Weg des Mannes gilt mittlerweile als gesichert

Bereits im Vorfeld wurde deutlich, dass man sich auf erste Eindrücke und viele Zeugenaussagen nicht verlassen kann. So ging man nach ersten Zeugenaussagen davon aus, dass das Opfer in Richtung Hagen unterwegs war. Mittlerweile gilt aber als gesichert, dass der Mann von einer Vereinsveranstaltung in Westhofen in Richtung Innenstadt unterwegs war. Vermutlich wollte er den Bus nehmen. Die Haltestelle vor Haus Ruhr ist allerdings genauso wenig beleuchtet wie die Hagener Straße dort.

Streit um fehlende Beleuchtung

Um jene Beleuchtung und die Gefahr, die auf dem Fußweg von Westhofen in die Innenstadt dadurch entsteht, wurde im Nachgang viel diskutiert. Mehrfach hatte der Landesbetrieb Straßen.NRW es abgelehnt auf dem Straßenstück Laternen anzubringen. Denn für den Autoverkehr - und nur dafür sei der Landesbetrieb hier zuständig - sei eine Straßenbeleuchtung dort nicht notwendig. Die Stadt ist wiederum nicht verpflichtet, Landesstraßen außerhalb geschlossener Ortschaften zu beleuchten.

Eine fußläufige Alternative mit Beleuchtung gibt es nicht. Der Ruhrtalradweg führt an dieser Stelle ebenfalls unbeleuchtet durch den Wald.

Lesen Sie jetzt