Hat Böckelühr einen kurzen Draht zu Laschet?

Vorteile für Schwerte erhofft

Sie kennen sich seit Jahrzehnten und duzen sich: Schwertes Bürgermeister Heinrich Böckelühr und der zukünftige Ministerpräsidenten Armin Laschet. Kann das zum Vorteil für Schwerte werden? Böckelühr glaubt daran. Bei einem gemeinsamen Termin versprach Laschet ohnehin, sich mehr um die Kommunen zu kümmern.

SCHWERTE

, 17.05.2017, 14:02 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hat Böckelühr einen kurzen Draht zu Laschet?

Bürgermeister Heinrich Böckelühr gratuliert Armin Laschet zum Wahlsieg.

„Dem Armin“ gratulierte Bürgermeister Heinrich Böckelühr persönlich zum Sieg bei der NRW-Landtagswahl. „Ich duze ihn nicht nur, sondern wird kennen uns aus Jahrzehnten“, sagt er über den designierten Ministerpräsidenten Armin Laschet, mit dem ihn gemeinsame Zeiten in der Jungen Union verbinden. Am Montagabend trafen die beiden – die übrigens vom selben Jahrgang 1961 sind – bei der Sitzung des CDU-Landesvorstands erneut aufeinander.

Kurzer Draht zur Landesregierung

„Persönliche Kontakte können hilfreich sein, wenn man mal  kurzfristig  was für die Kommune braucht“, erklärte Böckelühr. Ein kurzer Draht zur Landesregierung kann umso nötiger werden, als das Ruhrgebiet künftig mit keinem CDU-Abgeordneten mehr im Landtag vertreten ist.

Auch Ina Scharrenbach aus Unna-Hamm, die sich als Sprecherin des Untersuchungsausschusses für die Übergriffe in der Kölner Silvesternacht verdient gemacht habe, sei nicht mehr dabei. Als Direktkandidaten hätten sich lediglich vom Randes Ruhrgebiet zwei Christdemokraten aus Haltern am See und Essen-Süd durchgesetzt.

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Laschet möchte die Sorgen der Kommunen ernster nehmen

Neben Beisitzer Böckelühr haben im CDU-Landesvorstand noch der Bürgermeister aus Gescher sowie die Oberbürgermeister aus Essen und Hamm eine Stimme. Mit Freude vernahmen sie die Ankündigung Laschets, die Sorgen der Kommunen ernster zu nehmen als sein CDU-Vorgänger Jürgen Rüttgers.

Beispielsweise geht es darum, den Landesanteil an den Kosten für den Unterhaltsvorschuss zu erhöhen, den die Gemeinden künftig bis zum 18. Lebensjahr für Kinder vorstrecken müssen, deren die Väter ihre Alimente nicht zahlen.

Regierungsbildung bis Ende Juni?

„Die Stimmung war positiv und gelöst“, berichtet Böckelühr von der Versammlung in der CDU-Landesgeschäftsstelle im alten Düsseldorfer Landtag an der Wasserstraße. Als erste Entscheidung hätten die Vorstandsmitglieder formal beschlossen, Sondierungsgespräche für eine Koalition mit der FDP aufzunehmen.

Gleichwohl wolle Laschet auch mit SPD und Grünen reden. „Ich gehe davon aus, dass die Regierungsbildung mindestens bis Ende Juni dauert“, sagte Böckelühr.

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