Hautkrankheit Krätze taucht in Schwerte vermehrt auf

Krätze in Schwerte

Zwei Fälle von Krätze bestätigt das Gesundheitsamt für Schwerte. Betroffen ist in diesem Fall eine Kita – aber nicht nur dort ist die lange vergessene Hautkrankheit wieder aufgetaucht.

Schwerte

, 28.02.2018, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hautkrankheit Krätze taucht in Schwerte vermehrt auf

Aufgeregt reagierten die Eltern des Kindergartens in Holzen: Die Leitung des Kindergartens musste in diesem Monat zwei Fälle von Krätze melden. Kein Einzelfall, auch in einer Grundschule fehlten Schüler aufgrund der Hautkrankheit, die über Milben übertragen wird. Und auch außerhalb von Betreuungseinrichtungen tritt die Krätze in Schwerte seit etwa 2016 wieder verstärkt auf.

Seit 2016 deutlich mehr Fälle

„In den vergangenen zwei Jahren gab es deutlich vermehrt Fälle“, bestätigt der Dermatologe Dr. Georg Papathanassiou. Nachdem die Anzahl der Erkrankungen zwischenzeitlich Mitte 2017 etwas zurückgegangen war, gab es zu Jahresanfang in seiner Praxis wieder vermehrt Patienten, die unter Krätzmilben litten. „Jetzt ebbt es langsam wieder ab“, so Papathanassiou.

Zuletzt habe es vor knapp 20 Jahren ein vermehrtes Auftreten der Hautkrankheit gegeben. „Das wird immer mal wieder auftreten“, so der Mediziner. Einen Zusammenhang mit der Aufnahme von Flüchtlingen gebe es nicht: Unter den Patienten spiele die Herkunft in Relation gesehen keine Rolle, so der Hautarzt.

Symptome: Juckreiz und Rötungen

Wo man sich angesteckt habe, lasse sich schlecht feststellen: „Der Juckreiz tritt nämlich erst nach vier bis sechs Wochen auf.“ Dieser heftige Juckreiz, der nachts im warmen Bett unerträglich werde, ist neben roten Pünktchen, von denen ein feiner heller Strich ausgeht, das charakteristischste Symptom, so Papathanassiou.

„Die Krätzmilben leben in der menschlichen Haut und werden durch intensiven Körperkontakt meist an den Partner oder von den Eltern an die Kinder weitergegeben“, sagt Amtsarzt Dr. Roland Staudt. Ein einfaches Händeschütteln reicht also nicht, um die Krankheit zu übertragen. Gelegentlich werde die Krätze auch über unzulänglich gewaschene Kleidung, Bettwäsche oder Kuscheltiere weitergegeben.

Hygiene-Empfehlungen beachten

Um eine Verbreitung zu verhindern, empfiehlt das Robert-Koch-Institut Bekleidung und andere Wäsche entsprechend hygienisch aufzubereiten (siehe Grafik). „Wenn man diese Regeln beachtet, ist die Krankheit nicht schwer in den Griff zu bekommen“, so Papathanassiou.

Damit kein Ping-Pong-Effekt entsteht und sich die Krankheit nicht immer weiter verbreitet, müssten sich Betroffene aber unbedingt an die Hygiene-Empfehlungen halten und behandeln lassen – Familienmitglieder eingeschlossen. Die Behandlung erfolgt mit einer Creme, die auf den gesamten Körper aufgetreten wird.

Eltern müssen Kita informieren

Besondere Regeln gelten für Einrichtungen wie Kindergärten oder Schulen: Tritt die Krankheit dort auf, muss das Gesundheitsamt verständigt werden. Die Pflicht haben zuvor laut Infektionsschutzgesetz auch Eltern. Sie müssen die Einrichtung informieren, wenn ihr Kind an Krätze erkrankt. Die erkrankten Kinder dürfen die Einrichtung nicht mehr besuchen, bis sie von einem Arzt ein Attest vorlegen können, dass die Krankheit abgeheilt ist.

„Diese Regelung gilt auch für weitere hochansteckende Krankheiten, um eine Verbreitung zu verhindern“, so Kreissprecher Max Rolke. Dazu zählen beispielsweise auch Keuchhusten, Mumps oder Windpocken.

Einrichtungen sollten Maßnahmen umsetzen

Auch die Einrichtungen, in denen Kinder an Krätze erkranken, hält der Kreis an, die Hygiene-Maßnahmen zu ergreifen. „Auch sie sollten sich auf die Hygiene-Richtlinien stützen, die das Robert-Koch-Institut vorgibt, um die Krätzmilben zu bekämpfen und weitere Ansteckungen zu verhindern“, so Rolke.

„Wenn alle an einem Strang ziehen und nicht versuchen, eine Infektion zu verheimlichen, können sich die Erkrankungen nicht weiter ausbreiten“, unterstreicht Amtsarzt Staudt und fasst zusammen: „Schämen muss sich niemand. Eine Infektion hängt nämlich nicht unbedingt mit mangelnder eigener Hygiene zusammen.“

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