Hobby-Schneider führen ihre imposanten Roben aus

Dressmakers' Ball in Schwerte

Voller Stolz zeigten sie ihre Werke. Hobbyschneiderinnen und -schneier aus ganz Deutschland präsentierte sich und ihrer Kleider beim ersten "Dressmakers’ Ball" in der Rohrmeisterei. Von schlicht bis imposant, von gesetzt bis prächtig - alles war dabei. In unserer Fotostrecke zeigen wir die schönen Kreationen und lassen die Schneider zu Wort kommen.

SCHWERTE

, 15.03.2015, 14:44 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hobby-Schneider führen ihre imposanten Roben aus

Laura Warta (Stuttgart): "Ich habe vor zwei Jahren angefangen, mich daran zu versuchen auch Kleider zu nähen. Sonst mache ich eher einfache Dinge, wie Kissenbezüge, selbst. An diesem Kleid habe ich vier Wochen lang vor allem am Wochenende gearbeitet - mal hier zwei Stunden, mal da zwei Stunden. Die Stoffe habe ich geschenkt bekommen, den Schnitt habe ich selbst gemacht. Von meinem Tüllrock hatte ich schon eine genaue Vorstellung. Das Oberteil war, wegen der Stäbe für den Halt und der Schnürung der Korsage, eine sehr aufwendige Arbeit. Ich habe viel dabei gelernt, aber es verlangt auch Durchhaltevermögen - was ich manchmal nicht habe. Es war ein kreativer Schaffensprozess mit viel Fluchen."

Am Samstag wurde bis in die späte Nacht gefachsimpelt, bestaunt, gelobt und die kreative Leistung mit Gleichgesinnten gefeiert. Veranstaltet wurde der Ball von Alexandra Gerull. Sie ist eigentlich Theater-Regisseurin, doch seit sie sich mit dem Näh-Virus infiziert hat, sind Stoffspielereien ihr bevorzugter Zeitvertreib. Unter www.mamamachtsachen.de bloggt sie übers Nähen, kreative Abenteuer im Allgemeinen und "Handmade Glamour" im Besonderen.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Erster Dressmaker's Ball in Schwerte

Ihre selbst angefertigten Kleider führten am Samstag die Teilnehmer des ersten "Dressmakers' Ball" aus - Hobbyschneider aus ganz Deutschland waren in die Rohrmeisterei gekommen. Wir zeigen einige der Roben in unserer Fotostrecke.
15.03.2015
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Jennifer Weller (Stuttgart): "Ich habe alles selbst gemacht, nur die Schuhe nicht: Jacke, Weste, Bluse und Hose. Aber ich bin auch gelernte Schneiderin, deshalb war das nichts Neues für mich. Ich hatte eine genaue Vorstellung, die ich dann innerhalb von zwei Wochenenden umgesetzt habe. Ich war schon sehr früh fertig, im Januar. Dass ich einen Hosenanzug trage ist Absicht - ich wusste, dass die meisten sich wahrscheinlich eher für ein Kleid entscheiden würden. Ich wollte etwas anderes machen."
© Foto: Bernd Paulitschke
Laura Warta (Stuttgart): "Ich habe vor zwei Jahren angefangen, mich daran zu versuchen auch Kleider zu nähen. Sonst mache ich eher einfache Dinge, wie Kissenbezüge, selbst. An diesem Kleid habe ich vier Wochen lang vor allem am Wochenende gearbeitet - mal hier zwei Stunden, mal da zwei Stunden. Die Stoffe habe ich geschenkt bekommen, den Schnitt habe ich selbst gemacht. Von meinem Tüllrock hatte ich schon eine genaue Vorstellung. Das Oberteil war, wegen der Stäbe für den Halt und der Schnürung der Korsage, eine sehr aufwendige Arbeit. Ich habe viel dabei gelernt, aber es verlangt auch Durchhaltevermögen - was ich manchmal nicht habe. Es war ein kreativer Schaffensprozess mit viel Fluchen."
© Foto: Bernd Paulitschke
Die darf keinem Hobby-Schneider fehlen: eine Nähmaschine.© Foto: Bernd Paulitschke
Ute und Holger Grabow (Düsseldorf):
Holger: "Meinen Anzug habe ich gestern Nacht genäht - nein, nur ein Scherz! Der ist natürlich gekauft. Aber meine Frau hat ihr Kleid selbst genäht."
Ute: "Ich wollte es ohnehin nähen, weil ich mich in den Originalschnitt aus den 50er Jahren verliebt habe. Aber ich hatte nie einen Anlass, es zu tragen. Für den Ball heute habe ich es dann endlich fertiggestellt. Insgesamt habe ich für das Kleid zwei Wochen gebraucht. Ich musste mehrere Nähte noch einmal auftrennen - Das halbe Nähen ist das Trennen. Und man muss natürlich die Anleitung lesen - wer das schon beim Bauen nicht tut, für den wird es beim Nähen schwierig."© Foto: Bernd Paulitschke
Ute und Holger Grabow aus Düsseldorf© Foto: Bernd Paulitschke
Natürlich, am Samstag wurde auch getanzt.© Foto: Bernd Paulitschke
Ulrike und Andreas Sextro (Offenbach):
Andreas: "Ich trage ein Kilt, weil ich, so kann man sagen, mein Herz an Schottland verloren habe. Er ist aber nicht selbst gemacht."
Ulrike: "Wir tanzen auch schottisch in einem Verein und so konnte ich, was den Schal betrifft, heute auch im Partnerlook mit meinem Mann gehen. Den Schnitt für mein Kleid habe ich gekauft. Als ich es nähte, war ich Anfängerin und wollte mich ausprobieren. Es hat ziemlich lang gedauert, weil ich nicht immer die Ruhe und Konzentration dazu hatte. Ursprünglich war es für einen Ball in England gedacht. Ich trage es also heute schon zum zweiten Mal."
© Foto: Bernd Paulitschke
Smalltalk über Schnittmuster: Dressmaker's Ball in der Rohrmeisterei© Foto: Bernd Paulitschke
Annika und Christoph Chamier (Braunschweig):
Christoph: "Ich habe zunächst angefangen, mein Jackett zu nähen. Als ich dann aber merkte: 'Oh, das wird ganz schön knapp mit der Zeit', habe ich zuerst ihr Kleid genäht. Damit habe ich letzte Woche angefangen."
Annika: "Und es ist auch wirklich erst in letzter Minute, gerade eben im Auto, fertig geworden."
Christoph: "Mein Jackett ist dafür erst einmal nur notdürftig zusammengeflickt: die Knöpfe fehlen, das Revers ist noch nicht fertig, das Innenfutter hängt unten ein wenig heraus - alles wird zum Teil nur von Stecknadeln gehalten. Ich wollte es aber trotzdem anziehen."
© Foto: Bernd Paulitschke
Katharina Gangolf (Bittburg): "Ursprünglich habe ich mein Kleid für meine standesamtliche Trauung genäht. Aufgrund einer Krankheit konnte ich es aber nicht fertigstellen und musste am Hochzeitstag auf ein anderes Kleid zurückgreifen. Dieses hier wurde erst jetzt, für diesen Ball, vollendet. Weil ich vorher keinen Anlass hatte, es zu tragen, lag es bis dahin vier Jahre lang im Schrank. Der Schnitt ist nach einem Vorbild von 1885 gefertigt. Beruflich bin ich Ingenieurin, aber ich nähe schon seit meiner Grundschulzeit, das ist immer als Hobby hängen geblieben."© Foto: Bernd Paulitschke
Gute Laune beim ersten Dressmaker's Ball© Foto: Bernd Paulitschke
Ella Steinmann (Herne): "Mit Schnitt habe ich insgesamt etwa 14 Stunden lang an dem Kleid gearbeitet. Mir war von vornherein klar, dass ich ein bodenlanges Kleid haben möchte - wann kann man das sonst schon tragen? Ich hatte zwar schon eine ungefähre Vorstellung, habe mich aber auch von den Kleidern der Oscar-Verleihung inspirieren lassen - wobei meines letztendlich, glaube ich, doch keinem der Kleider ähnelte. Auf die Veranstaltung wurde ich aufmerksam, weil ich mehrere Näh-Blogs lese. Ich blogge auch selbst seit eineinhalb Jahren unter dem Namen 'Ella Mara'."
© Foto: Bernd Paulitschke
Dressmakers Ball in der Rohrmeisterei© Foto: Bernd Paulitschke
Der Ball fand zum ersten Mal statt - aus ganz Deutschland reisten die Gäste an.© Foto: Bernd Paulitschke
Dressmaker's Ball in der Rohrmeisterei© Foto: Bernd Paulitschke
Beim ersten Dressmaker's Ball konnten sich die Nähbegeisterten auch über Stoffe informieren.© Foto: Bernd Paulitschke
Dressmakers Ball in der Rohrmeisterei© Foto: Bernd Paulitschke
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