Hörder Straße war nach Baggerunfall vollgesperrt

Unter der Brücke verkeilt

Auf der Hörder Straße zwischen Schwerte und Fröndenberg hat es am Mittwochmorgen einen Baggerunfall auf Höhe der Bahnbrücke gegeben - der auf einem Anhänger transportierte Bagger verkeilte sich in der Stahlkonstruktion. Die Hörder Straße war stundenlang gesperrt. Dabei ist ein hoher Sachschaden entstanden.

SCHWERTE

, 23.08.2017, 10:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hörder Straße war nach Baggerunfall vollgesperrt

Sowohl die Hörder Straße als auch die Bahnstrecke sind gesperrt.

Die Nachbarin war gerade in der Waschküche, als sie den wahnsinnigen Rumms hörte. „Ich dachte, das Haus bricht zusammen“, erzählte sie. Doch der Blick aus dem Fenster zeigte ihr dann: Ein Baggertransport war am Mittwochmorgen unter der kleinen Eisenbahnbrücke auf der Hörder Straße stecken geblieben.

Regelrecht verkeilt hatte sich gegen 9 Uhr der Ausleger unter der Stahlkonstruktion, über die die Züge nach Fröndenberg und weiter in Richtung Bestwig-Kassel rollen. „Der hängt ja richtig drin“, sagte ein anderer Nachbar staunend: „Container, LKW – alles habe ich da schon gesehen, aber keinen Bagger.“

Der gehörte zu einem Tiefbauunternehmen aus dem Kreis Soest und war auf dem Weg stadteinwärts. Die obere, große Bahnunterführung hatte der Transport dabei noch geschafft. Sie ist durch ihre Wölbung in der Mitte etwas höher. Doch die folgende kleine Brücke ist, wie ein Schild am Überbau warnt, nur vier Meter hoch.

Abzweigung verpasst

Doppeltes Pech für den Fahrer: Er hätte eigentlich gar nicht hindurch fahren müssen. Denn – wie der Firmenchef berichtete – hatte er offensichtlich vorher eine Abzweigung nach links verpasst, um Richtung Messingstraße zu einer Baustelle abzubiegen. Deshalb müsse der Mann wohl auf der Hörder Straße weiter geradeaus gefahren sein, um eine Wendemöglichkeit zu suchen.

Die hauptamtliche Wache der Feuerwehr, die mit zwei Fahrzeugen zum Unglücksort eilte, musste nicht nur die Unfallstelle sichern und auslaufendes Hydrauliköl auffangen. Durch die Flüssigkeit war auch die Ladefläche des Anhängers derart rutschig geworden, dass der Bagger zur Seite zu kippen drohte.

Genau in die Richtung, wo die Stützpfeiler des Brückenbauwerks stehen. Es gelang den Feuerwehrleuten aber, diese Gefahr zu bannen, indem sie den Bagger mit Spannketten sicherten. Außerdem informierten sie den Notfallmanager der Deutschen Bahn, der den Zugverkehr auf der betroffenen Strecke sperrte.

Zentimeterweise Bewegung

Nicht einmal Fußgänger durften die Brücke passieren, als zwei Abschleppwagen eines Dortmunder Bergungsunternehmens versuchten, den Bagger aus seiner Lage zu befreien. Zentimeterweise bewegten sich die Stahlseile, mit denen die beiden 600-PS-Kraftprotze von zwei Seiten an der Maschine zogen.

Sie ruckte und ruckte, wollte sich aber zunächst nicht vom Brückenüberbau lösen. Durch die beschädigte Hydraulik konnte der Baggerarm auch nicht mit eigener Kraft heruntergelassen werden.

Schließlich war die Maschine aber doch frei und konnte Richtung Runde Ecke herausgezogen werden. Während an dem Bagger nach Polizeiangaben ein erheblicher Sachschaden entstand, zeigte sich das uralte Bahn-Bauwerk wesentlich stabiler.

„An der Brücke gab es nur geringfügige, weiter technisch nicht näher bezeichnete Schäden“, teilte ein Bahnsprecher auf Anfrage mit. Augenscheinlich war ein Entwässerungsrohr abgerissen. Aber gestern regnete es ja ausnahmsweise mal nicht.

Schaden von 170 000 Euro
Die Hörder Straße war von etwa 9 bis gegen 12 Uhr komplett gesperrt. Die Sperrung in Richtung Innenstadt dauerte sogar bis gegen 13 Uhr.
Der Bahnverkehr Richtung Fröndenberg ruhte zwischen 9.10 und 11.42 Uhr. Betroffen waren Züge der Linien RB 53, RB 54, RE 17 und RE 57.
Zwei Züge fielen komplett, vier auf Teilstrecken aus. Drei weitere wurden umgeleitet.
Die Bahn richtete einen Busnotverkehr zwischen Fröndenberg und Schwerte ein.
Den Gesamtsachschaden bezifferte die Polizei nach ersten Schätzungen auf rund 170.000 Euro.

 

Ursprüngliche Meldung:

Auf der Hörder Straße in Schwerte ist es bei einer Brücke zu einem Baggerunfall gekommen. Die Straße ist mittlerweile wieder freigegeben. Knapp vier Stunden war die viel befahrene Straße vollgesperrt. Hydrauliköl war ausgelaufen, weshalb die Straße noch gereinigt werden musste.

Verletzt wurde jedoch niemand. Ein Abschlepper war vor Ort und holte den Bagger unter der Brücke hervor.  

Vorübergehend hielten Züge der Linie RE17 nicht in Schwerte. Mittlerweile ist die Bahnstrecke aber wieder befahrbar, sodass die Züge wieder wie geplant fahren. Zwischenzeitlich wurde Holzwickede als Ersatzhaltestelle angefahren.

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