Holzerner Büdchen schließt zum Ende des Jahres

Am Rosenweg

Kaffee, Brötchen, Eintöpfe, Zeitungen und Zigaretten - mit diesen und viel mehr Dingen versorgte der kleine Kiosk am Rosenweg die Holzener jahrelang. Doch das wird bald Geschichte sein: Zu Weihnachten wird der Kiosk geschlossen. Inhaber Rolf Foltin erzählt uns im Interview, warum - und was Holzen in Zukunft fehlen wird.

HOLZEN

, 06.12.2016 / Lesedauer: 3 min
Holzerner Büdchen schließt zum Ende des Jahres

Der Kiosk am Rosenweg in Schwerte Holzen wird nach 11 Jahren schliessen. Durch die ansiedelung von Edeka und Lidl ist das Geschäft nicht mehr rentabel.

Raucher werden es in Zukunft schwer haben, in Holzen ihrem Laster nachzukommen, meinen Rolf Foltin (70) und Dietmar Kummerow (57). Die beiden schließen zum Weihnachtswochenende ihren Kiosk, damit verschwinden frischer Kaffee, frische kleine Mahlzeiten und natürlich der Verkauf von Zigaretten am Rosenweg.

Vor elf Jahren eröffneten der Koch Rolf Foltin und der ehemalige Nickelwerker Dietmar Kummerow ihren Kiosk und landeten einen Treffer in einer Marktlücke. Morgens frühstücken, nachmittags bei einem Kaffee plaudern und die selbstgemachten Eintöpfe probieren oder sonntags morgens frische Brötchen kaufen, das sorgte für ein regelmäßig volles Haus.

Supermärkte als harte Konkurrenz

Drei Mitarbeiter hatten die beiden zeitweise; „zu fünft hatten wir immer alle Hände voll zu tun“, erinnert sich Rolf Foltin. Es waren gute Jahre in dem kleinen Laden, der mit zehn Personen völlig überfüllt ist. Für die Nickelwerker, die Holzener Kleingärtner und Nachbarn war der Kiosk ein wichtiger Versorger.

Doch dann kam vor vier Jahren die bittere Wende. Direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite machten zwei Supermärkte auf. Fast alles, was der Kiosk anbot, gab es nun ein paar Schritte weiter viel billiger. „Unser Umsatz ist um 70 Prozent eingebrochen“, sagt Dietmar Kummerow betrübt.

Gemütliche Kaffeekränzchen der Stammkunden

Möglicherweise hätten die beiden damals sofort schließen müssen, doch ihr Herz hing an ihrem Kiosk und an ihren Stammkunden. Denn das Herz des Geschäftes ist nicht die Theke mit den duftenden Brötchen, den frischen Frikadellen oder den Süßigkeiten, sondern die Sitzecke mit den gemütlichen Kissen und den beiden kleinen Tischchen.

Gesellige Kaffeekränzchen mit Stammkunden gehören zum Alltag des Kiosks und immer wieder bleiben die Kunden solang, bis der Hunger sich meldet, und man sich auch noch eine Portion Chili con Carne, Möhreneintopf oder Gulasch-Nudeltopf gönnt. „Unser Kiosk ist das Begegnungszentrum von Holzen“, sagt Rolf Foltin.

Einnahmen reichten nicht aus

Was die Kunden bis vor kurzem noch nicht wussten: Die Einnahmen reichten schon lange nicht mehr. Immer wieder gab es Monate, in denen Dietmar Kummerow zwar zwölf Stunden am Tag an der Theke stand, sich aber kein Gehalt auszahlen konnte. Rolf Foltin lebt bereits von seiner Rente. Am Jahresende, wenn Versicherung und andere Zahlungen fällig wurden, mussten die beiden Rechnungen privat bezahlen.

Erst langsam reifte die Überzeugung, dass es so nicht weitergehen kann. Jetzt die Entscheidung: Wir schließen. Der Ausverkauf hat bereits begonnen, Spirituosen und Speiseeis gibt es stark reduziert. Frische Speisen werden nicht mehr produziert. Die Elektrogeräte, Kühlschränke und der Backofen, wurden bereits verkauft. Bis Weihnachten sollen alle Waren verkauft sein.

Raucher brauchen neue Bezugsquelle

Die selbstgeschreinerte Theke wird dann zerlegt und entsorgt. Für Rolf Foltin bedeutet die Schließung nur den endgültigen Beginn des Ruhestandes, Dietmar Kummerow trifft es härter, ihm droht die Arbeitslosigkeit. Es sei denn, es gibt eine rettende Idee für ein Nachfolge-Geschäft. Holzener Raucher allerdings müssen sich nach einer neuen Zigaretten-Quelle umschauen, sagt Foltin. 

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