Hubschrauber in Ergste: Das ist wirklich passiert

Internet-Gerüchte über Rettungseinsatz

Am Sonntagnachmittag landete ein Rettungshubschrauber in Ergste. In den sozialen Netzwerken wie Facebook entstanden schnell Gerüchte, die sich verdichteten. Die Rede war von einer Massen-Fahrrad-Karambolage. Später sollen sogar Menschen gestorben sein. Was wirklich passierte, lesen Sie hier.

ERGSTE

, 02.06.2015, 06:32 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hubschrauber in Ergste: Das ist wirklich passiert

Unfall auf der A1 in Fahrtrichtung Bremen und in Höhe der Autobahnbrücke L677 in Hengsen. ADAC Rettungshubschrauber Foto Bernd Paulitschke

Es begann kurz nach einem Hubschrauber-Einsatz in Ergste, als sich die ersten Nutzer in den Schwerter Facebook-Gruppen danach erkundigten, was denn hier passiert sei. Zuerst wurden Vermutungen laut, dass im Stahlwerk Ergste etwas passiert sein könnte. Kurze Zeit später hieß es: Mehrere Radfahrer seien dort zusammengerauscht, sogar ein Zinksarg habe an der Seite gestanden, so die Erklärung, die am Ende die Diskussion abschloss.

Was war wirklich passiert: „Der Schwerter Notarzt war im Einsatz, wir haben deshalb einen externen Notarzt mit dem Rettungshubschrauber dorthin geflogen“, erklärt Kreissprecherin Constanze Rauert. Der Einsatz sei als „intern“ gekennzeichnet. Das bedeutet, es handelte sich eben nicht um einen Unfall oder eine Straftat, sondern um einen krankheitsbedingten Einsatz. Der Einsatz fand auch nicht in den Ruhrwiesen statt, sondern am Lührmannsweg.

Polizei sicherte lediglich den Landeplatz

„Wir waren zwar auch vor Ort, haben aber nur den Landeplatz gesichert“, erklärte Polizeisprecher Ralf Hammerl am Montag auf Anfrage. Die Diskussion am Sonntag war relativ schnell beendet. Doch sie ist kein Einzelfall. Tragischer wird es, wenn sich so ein Gerücht, das auch „Hoax“ genannt wird, durchs Netz weiter frisst.

Wie zum Beispiel vor zwei Jahren, als es zwei Anzeigen aus Hennen bei der Polizei gab. Da hatten sich besorgte Eltern gemeldet, dass ein Unbekannter versucht habe, ihre Kinder in ein Auto zu ziehen. Die Jagd nach dem vermeintlichen Kinderschänder, von dem es übrigens bis heute keine Spur gibt, zog große Kreise.

Ähnliche Aufregung in Südhessen

Und nicht nur in Hennen und Schwerte gab es immer mehr Berichte von Zeugen, die den Mann „mit dem Haarkranz“ gesehen haben wollten, der Kinder in sein Auto ziehen wollte. Der Fall wurde letztlich eingestellt, weil es trotz erheblichen Aufwandes seitens der Polizei keinen Ermittlungsansatz gab, berichtet Dietmar Boronowski von der Polizei in Iserlohn am Montag auf Anfrage.

Dennoch musste man ermitteln, erstens gab es zwei Anzeigen, und zweitens ermittele man besser einmal zuviel als einmal zuwenig, so der Polizeisprecher. Das Phänomen ist kein Einzelfall. Aktuell kursiert eine fast ähnliche Hysterie mit Warnungen vor einem Kinderschänder in Südhessen.

Was ist eigentlich ein Hoax?
So genannte unechte Status-Nachrichten, die von vielen für wahr gehalten und deshalb an Freunde weitergeleitet werden, werden in Internet-Kreisen "Hoax" (engl. Jux, Scherz, aber auch Schwindel) genannt.

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