Hübsch, aber ständig kaputt: Die Leuchtwürfel im Bürgersteig bleiben ein Dauer-Ärgernis

rnBoulevard Bahnhofstraße Schwerte

Immer wieder streiken die blauen Leuchtsteine, die in den Gehweg der Bahnhofstraße eingelassen wurden. Den Fehler zu finden, ist aufwendig. Die Arbeiter haben eine eigene Methode entwickelt.

Schwerte

, 27.12.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schönheit muss leiden. Das gilt auch für einen Bürgersteig, der besonders hübsch sein möchte. Die blauen Leuchtwürfel, die bei der Umgestaltung der Bahnhofstraße zum Boulevard in den Gehweg eingelassen worden sind, scheinen häufiger kaputt zu sein als zu funktionieren. Mal blinken sie wie eine Lichtorgel, mal glimmen sie nur schwach oder sie bleiben ganz dunkel. Für die Stadtwerke bleibt das System eigentlich eine Dauerbaustelle.

Schwachstelle sind die elektrischen Verbindungen

„Bodenstrahler in öffentlichen Bereichen machen generell Probleme“, sagt Matthias Becker, der bei den Stadtwerken für die Straßenbeleuchtung zuständig ist. Nachdem sich das schon bei den alten, runden Metalllampen in der Fußgängerzone gezeigt hatte, hatte man beim Umbau der Bahnhofstraße auf ein neues Fabrikat gesetzt: Kunststoffwürfel mit eingebauter Leuchtdioden-Technik, die genauso groß sind wie ein Pflasterstein und sich einfach mit verlegen lassen. Als Schwachstelle - so berichtet Becker weiter - haben sich aber die Verbindungen mit dem Stromkabel erwiesen: „Jeder Stein hat eine Muffe.“ Sobald Feuchtigkeit hineinzieht, ist es vorbei.

Mit einem Spezialwerkzeug hebt Sebastian Peetz bei der Reparatur die Leuchtwürfel des Blauen Bands aus dem Bürgersteigpflaster der Bahnhofstraße heraus.

Mit einem Spezialwerkzeug hebt Sebastian Peetz bei der Reparatur die Leuchtwürfel des Blauen Bands aus dem Bürgersteigpflaster der Bahnhofstraße heraus. © Reinhard Schmitz

Dann müssen sich die Elektriker auf eine aufwendige Suche nach der unterirdischen Fehlerstelle machen. „Dazu muss der Boden an mehreren Stellen aufgemacht werden“, berichtet Becker. Vier bis fünf Leuchtsteine seien auf diese Weise schon ausgewechselt worden. Die Mitarbeiter, die zuletzt damit beschäftigt waren, haben jetzt eine einfachere Methode entwickelt. Ist der Strom in dem System ausgefallen, schließen sie es an den Akku eines ihrer Elektrowerkzeuge an. Durch den geringen Stromstoß platze der defekte Stein, so dass man erkennt, wo er liegt. Beim Tausch werde dann eine besondere Muffe mit eingebaut, die zur sicheren Isolation mit Gießharz ausgegossen wird, erzählen sie.

So langlebig wie Straßenlaternen werden die Strahler nicht sein

Wie oft die Trupps noch zu so einer Reparatur ausrücken müssen, ist ungewiss. Insgesamt sind im Bürgersteig der Bahnhofstraße knapp über 100 Leuchtsteine verlegt. Nur die weißen in dem kurzen Bereich der Bushaltestelle vor dem Stadtpark sind von der Stadt bezahlt. Die blauen in den übrigen Abschnitten hat sich die Immobilien- und Standortgemeinschaft Bahnhofstraße rund 15.000 Euro kosten lassen. Sie sollen als „Blaues Band“, das sich mit den alten Strahlern in der Fußgängerzone fortsetzt, die Verbindung zur Ruhr symbolisieren. Die dekorativen Leuchtelemente seien zwar einerseits schön, sagt Becker. Aber die Lebensdauer von Straßenlaternen erreichten sie wohl nicht. Da gebe es Masten, die seit 30 bis 45 Jahren im öffentlichen Raum stehen und immer noch funktionieren.

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