Hund soll in Schwerte Rehkitz totgebissen haben

Schockierende Entdeckung

Ein totgebissenes Rehkitz aufgebahrt auf einer Europalette. Diese schockierende Entdeckung haben am Mittwoch Spaziergänger Auf der Lückehaide in Ergste machen müssen. Auf der Palette klebte ein Zettel mit der klaren Botschaft: Mein Hund tut soetwas nicht. Doch was steckt dahinter?

ERGSTE

, 21.12.2016, 17:17 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hund soll in Schwerte Rehkitz totgebissen haben

Das totgebissene Rehkitz legte Dietrich Junge am Wegesrand an seinem Hof Auf der Lückehaide für jeden sichtbar ab. Damit möchte er an diejenigen appellieren, die ihren Hunden die Jagd auf Wild erlauben.

Früh am Morgen habe ein Spaziergänger an der Tür des Kreisjagdberaters Dietrich Junge geklingelt und berichtet, dass er in einem Gebüsch einen Fuchs gesehen hat, der wohl noch atmen würde. Doch der Fuchs entpuppte sich dann als Rehkitz. „Ich habe direkt erkannt, dass die Verletzungen nicht von einem Fuchs stammen konnten. Das Kitz wurde erst gehetzt und dann wurde ihm die Kehle aufgerissen. Das muss ein Hund gewesen sein“, sagte Dietrich Junge am Mittwoch.

Von seinem Leid erlöst und am Wegesrand abgelegt

Nachdem er das Tier von seinem Leid erlöst hatte, legte er es für jeden sichtbar am Wegesrand ab, daneben ein Zettel mit dem Schriftzug: „Mein Hund tut soetwas nicht.“ Damit richtet sich Junge an diejenigen, die ihre Hunde einfach frei laufen lassen und ihnen somit die Möglichkeit geben, Wildtiere zu jagen. „Dass hier Auf der Lückehaide die Hunde unkontrolliert herumlaufen, kriege ich schon mit. Aber das jemand ein Wildtier findet, ist mir jetzt zum ersten Mal untergekommen“, führt der Kreisjagdberater weiter aus.

Im Juni 2013 gab es in Ergste einen Fall, bei dem ein Jäger einen Hund erschoss. Nach Beschwerden von Anwohnern über den besagten Hund, habe sich der Revierinhaber der Sache angenommen. Nach mehreren Hinweisen habe die Halterin ihren kleinen französischen Jagdhund weiterhin frei laufen lassen, sodass dem zuständigen Jäger keine Wahl geblieben sei, als auf den Hund, der zwei Rehen nachjagte, zu schießen, schilderte Junge.

Die Halterin sagte damals im Gespräch mit unserer Zeitung, dass der Hund zwar einen „starken Instinkt“ habe und daher öfter ausgebüxt sei, gefährlich sei er aber nicht gewesen. Einen Beweis, dass der Hund je ein Tier gerissen hat, habe es auch nicht gegeben, in dem Punkt waren sich alle Beteiligten sicher.

Bei manchen Hunden sei der Jagdtrieb zu stark ausgeprägt 

Dass bei manchen Hunden der Jagdtrieb zu stark ausgeprägt und somit unkontrollierbar ist, weiß Tierheimleiterin Catharina Seelig: „Wenn der Hund nicht zurückgerufen werden kann, weil der Reiz für ihn zu stark ist, dann ist der Halter in der Pflicht, den Freilauf des Tieres mit beispielsweise einer Schleppleine einzuschränken.“ Um dem Jagdtrieb eines Hundes Herr zu werden empfiehlt Seelig, den Hund schon früh in eine Hundeschule zu geben. Am besten schon ab dem vierten Monat. Wenn Besitzer sich dafür entscheiden, dass Tier selbst zu unterrichten, sollten sie sich im Vorfeld eingehend informieren.

Die Verantwortung liege beim Besitzer und nicht beim Hund, betont auch Hundetrainerin Kirsten Herzog: „Da läuft im Kopf des Hundes ein Film ab und irgendwann hat er schlichtweg keine Kontrolle mehr über sich. Darauf deuten dann körpersprachliche Signale hin, die der Besitzer erkennen und entsprechend darauf reagieren muss. Wenn dann kein Rückruf mit dem Hund eingeübt wurde, hat man schon verloren.“

Bei einem starken Reiz muss der Besitzer seinem Hund eine Alternative bieten, die ihn in diesem Moment befriedigt, erklärt Hundetrainerin Kirsten Herzog. Nachdem der Hund durch ein Umorientierungssignal abgelenkt ist, schmeißt man beispielsweise einen Dummy oder Futter. Lange Suchspiele mit Leckerchen oder Futterbeutel, bei dem sich das Tier richtig auspowern kann, empfiehlt Tierheimleiterin Catharina Seelig.

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