Wohin geht der Weg in der Altenpflege? Immer wieder geben Mitarbeiter ihre Arbeit auf, weil sie nicht mehr können. © picture alliance/dpa
Meinung

Ich begreife nicht, wie dieses System funktionieren kann

Klar, es geht immer ums Geld. Auch in der Altenpflege. Aber warum lassen wir uns das gefallen, wo uns das Thema doch alle irgendwann betrifft, fragt sich unsere Autorin nach einem Bericht über Yasmin Bürger aus Schwerte.

Zehn Jahre lang hat die Schwerterin Yasmin Bürger als Altenpflege-Helferin gearbeitet. Doch sie hat aufgehört – aufhören müssen. Die 36-Jährige kann nicht mehr, sagt sie.

Gerne sei sie nicht gegangen, sie mag ihre Arbeit. Wie so viele, die aufgegeben haben, weil es einfach nicht mehr geht. Viel Papierkram, wenig Zeit für die Pflege, viel zu wenig Zeit für die Menschen.

Es ist eine Belastung für die Pflegenden und jene, die gepflegt werden wollen. Alle wissen das, alle schauen kurz hin, es gibt einen Moment der Empörung, einen kurzen Aufschrei, und dann gilt: Irgendwie weiter so. Es gibt ja so viel anderes zu tun.

Wir sind doch alle betroffen

Ich begreife nicht, wie dieses System funktionieren kann. Wir sind doch alle betroffen: Manche direkt, weil es Menschen gibt, die uns nahe stehen und die in Pflegeheimen leben.

Wir sind aber auch betroffen, weil wir alle Menschen sind und hoffentlich alt werden – und dann? Warum lassen wir es darauf ankommen, später so leben zu müssen, wie wir es jetzt immer als völlig unmöglich definieren?

Yasmin Bürger kann sich einen neuen Beruf suchen. Dieses Problem lässt sich irgendwie lösen. Sein Alter kann man nicht verändern, keiner. Es geht immer weiter voran – bloß wohin? Will da wirklich einer hin, wo jetzt schon viele sind?

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Redaktion Dortmund
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Britta Linnhoff