Gerüchte-Check: Kommt ein neues großes Wohnbaugebiet auf der Heide?

rnWohnen in Schwerte

Mehr als 100 neue Wohneinheiten am Rand des Schwerter Waldes - davon will die Gerüchteküche auf der Schwerterheide wissen. Felder haben den Besitzer gewechselt. Und der Neue ist kein Bauer.

Schwerte

, 21.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch reckt sich auf den Äckern dicht an dicht der Mais der Sonne entgegen. Dazwischen zieht sich ein schmaler Weg an einem Bauernhof vorbei, um im Schwerter Wald zu verschwinden. Irgendwo hier, so die Gerüchte, sollten die Neubauten entstehen. So ganz aus der Luft gegriffen sind sie nicht.

„Noch nicht mal ein Strich auf dem Papier“

„Die IEG hat Grundstücke oberhalb der Waldstraße gekauft“, bestätigt der Geschäftsführer der Immobilien Entwicklungsgesellschaft Schwerte mbH (IEG), Volker Meier, auf Nachfrage. Es handele sich um eine landwirtschaftliche Fläche.

Von konkreten Planungen sei man noch weit entfernt: „Was da oben entsteht, ist nicht mal ein Strich auf dem Papier.“ Aber es sei klar, dass die IEG das Gelände nicht als Ackerland betreiben wolle. Es handele sich um eine sehr schöne Wohnlage: „Da ist es nachvollziehbar, dass man sich mit der Frage beschäftigt, ob das ein interessantes Wohngebiet sein könnte.“

Gerüchte-Check: Kommt ein neues großes Wohnbaugebiet auf der Heide?

Die IEG ist vor dreieinhalb Jahren von der Stadt gemeinsam mit der Sparkasse und den Stadtwerken gegründet worden, um im Sinne des städtischen Handlungskonzeptes „Wohnen“ geeignete Wohnbauflächen zu entwickeln, zu erschließen und zu vermarkten. Bei ihrem ersten Projekt Auf dem Knapp/Am Hinkeln in Ergste sind bereits alle Parzellen verkauft, die Bauarbeiten vom Fertighaus bis zum Stein-Auf-Stein-Objekt laufen. „Wir warten auf die ersten Fertigstellungen“, sagt Volker Meier, der die ersten Einzüge für Anfang 2021 erwartet.

Alle Grundstücks-Erwerber hätten Bauverpflichtungen unterschrieben, damit man zügig zu einem Abschluss mit dem Endausbau der Straßen und Laternen kommen kann.

Noch wächst der Mais: Oberhalb der Waldstraße hat die Immobilien-Entwicklungsgesellschaft Ackerflächen gekauft, die an die vorhandene Bebauung angrenzen.

Noch wächst der Mais: Oberhalb der Waldstraße hat die Immobilien-Entwicklungsgesellschaft Ackerflächen gekauft, die an die vorhandene Bebauung angrenzen. © Reinhard Schmitz

Mit der Verpachtung eines Ackers ist nichts zu verdienen

In einer ähnlichen Größenordnung wie in Ergste, wo das Baugebiet knapp 30.000 Quadratmeter misst, sieht Volker Meier auch die Grundstücke, die man sich auf der Heide gesichert habe. Hier war die Gelegenheit zum Kauf offensichtlich günstig gewesen. „Bei einer Erbengemeinschaft unterscheiden sich die Interessen oft von den Interessen des Alteigentümers“, formuliert es der IEG-Geschäftsführer ganz allgemein.

Oft würden die landwirtschaftlichen Betriebe nicht weitergeführt, teilweise wohne man auch gar nicht mehr vor Ort. Da stelle sich die Frage, ob die Fläche für den Besitzer emotional wichtig sei oder eine Last, von der man sich durch den Verkauf befreien könnte. Mit einer Verpachtung sei nicht viel Geld zu verdienen: „Die Jahrespacht für so eine Fläche liegt im dreistelligen Bereich.“

Bei dem jetzigen Baugebiet in Ergste habe der Bauer beispielsweise 200 Euro pro Jahr für die Nutzung als Wiese gezahlt.

Politik befürwortet Wohnungsbau in Schwerte

Die Fläche auf der Heide ist derzeit ebenfalls verpachtet, dort wird Mais angebaut.

Im Flächennutzungsplan ist sie als Ackerland ausgewiesen. Auch die erste Reihe direkt hinter der Heidestraße, die zwar versorgungs- und verkehrstechnisch erschlossen wäre, ist noch keine Wohnbaufläche.

Deshalb seien noch viele Gespräche nötig, erläutert Volker Meier - unter anderem mit dem Kreis und der Regionalplanungsbehörde. Die landwirtschaftliche Fläche sei nicht ökologisch wertvoll: „Sie ist ökologisch das Niederschwelligste, was es gibt.“

Sogar, wenn man sie sich selbst überließe, würde sie schon aufgewertet.

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Angesichts des angespannten Wohnungsmarkt befürworte die Politik, dass in Schwerte Wohnungen entstehen, weiß der IEG-Geschäftsführer. Auch wenn Eigenheime errichtet werden, komme das durch den „Kaskadeneffekt“ allen zugute: „Wer auszieht, hinterlässt Leerstand.“

Das setzte sich bei den Mietwohnungen fort, bis es schließlich den geförderten Wohnungsbau erreiche.

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