In Schwerte fühlen sich Waschbären, Eulen und Orchideen wohl

SCHWERTE Wenigstens die „BVB-Spinne“ marschiert, marschiert und marschiert. Von Südeuropa aus hat die schwarz-gelbe Wespenspinne inzwischen auch den Bürenbruch erobert.

von von Reinhard Schmitz

, 19.05.2008, 19:43 Uhr / Lesedauer: 1 min
Flora und Fauna - hier eine Wasseramsel - können sich in Schwerte nicht beklagen.

Flora und Fauna - hier eine Wasseramsel - können sich in Schwerte nicht beklagen.

„Bei den Säugetieren vermehrt sich der Waschbär in Schwerte“, kennt Agon-Experte Franz-Dieter Neuhaus weitere Gewinner. Sogar auf der Wiese hinter seinem Haus in Schwerte-Ost entdeckte er schon Spuren des nachtaktiven Gesellen. Letzte Gewissheit soll der Katzenfutter-Test in einem verdeckelten Rohr bringen. Denn nur der Waschbär ist in der Lage, das Versteck zu öffnen. Als heile Welt erweist sich das Ruhrstadt auch für die Eulen. So stieg die Zahl der Schleiereulen seit 1980 von einem auf 28 Tiere, während sich der Bestand der Steinkäuze bei 20 stabilisierte. Vermehrt haben sich zudem die Jäger der lästigen Mücken-Plage, die Mehlschwalben, während Rauchschwalbe und Mauersegler seltener zu beobachten waren. Unter der Knappheit ihrer Leibspeise, den Mäusen, litten im vergangenen Jahr die Greifvögel. „Beim Wespenbussard zum Beispiel haben wir einen argen Rückschritt gemacht“, bedauert Neuhaus, dass auch der Schlupfwinkel des letzten Paares in Ergste verwaist blieb.

Dass sich die Pflanzenwelt „recht positiv“ entwickelte, ist nicht zuletzt den Bauern zu verdanken. Auch nach Auslaufen des kreisweiten Ackerrandstreifen-Programmes gewähren viele von ihnen Mohnblume &  Co. einen Schutzraum. „Das Feld neben dem ADAC an der Römerstraße in Lichtendorf war immer ganz blau“, freute sich Neuhaus in den vergangenen Jahren bei jedem Spaziergang. Wer genau hinschaut, kann unterwegs sogar Orchideen entdecken. „Es ist wie ein Märchen“, beobachtete Neuhaus in den Wiesen die Rückkehr der „Epipactris helleborine“. Nur während er Blüte im Juli verrät sich die Sumpfwurzart mit ihrer violettgrünen Pracht. Dass sie sich die übrige Zeit mit unscheinbaren, grasähnlichen Blättern tarnt, wird ihr bisweilen zum Verhängnis: Die Schöne kommt aus Unkenntnis einfach unter den Rasenmäher.

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