In Schwerte sind viele Singvögel verschwunden

Verschiedene Ursachen

Der Schwerter Vogelfreund Hans-Dieter Fritsch hatte immer sehr viel Besuch von Vögeln in seinem Garten. Von 13 verschiedenen Arten, die er noch im vergangenen Winter in seinem Garten an den Hennener Ruhrwiesen zählte, kommt nicht einmal mehr eine Handvoll an sein Futterhäuschen. Wo sind die Singvögel geblieben?

SCHWERTE

, 12.01.2017, 05:15 Uhr / Lesedauer: 1 min

Im Sommer kamen die gefiederten Gäste zum Brüten, in der unwirtlichen Jahreszeit als Wintergäste in den Garten des Schwerter Ornithologen Hans-Dieter Fritsch. Doch jetzt blieben die Futterstellen fast unberührt. Nur noch drei Kohlmeisen, einige Spatzen, ein Rotkehlchen und zwei Amseln pickten an der Futterstelle. Ähnliche Beobachtungen macht Ursula Ackermann von der Arbeitsgemeinschaft Ornithologie und Naturschutz (Agon). „Diese Anrufe bekommen wir fast jeden Tag und stellen es auch selber fest“, sagt sie zum rapiden Rückgang der Singvögel.

Was könnten die Ursachen sein?

Die Ursachen sind vielfältig, meint der Vogel-Experte. "Aber eins kommt zum anderen.“ Die Beobachtungen seien für die Ornithologen ein Indiz dafür, dass sich irgendetwas verändere.

Für das Verschwinden vieler anderer Singvögel sieht der Vogelkundler Dieter Ackermann ein ganzes Bündel von Ursachen verantwortlich. Beispielsweise die Witterungsverhältnisse im vergangenen feucht-kalten Frühjahr, die viele Bruten eingehen ließ. Oder der Nahrungsmangel, da nach Untersuchungen die Menge der Insekten seit den 70er-Jahren um rund 80 Prozent zurückgegangen sei. Als Folge von Veränderungen in der Landwirtschaft, glaubt Dieter Ackermann.

Welchen Vögeln geht es gut?

Lediglich der Bestand der Sperlinge habe sich durch zusätzliche Hecken, die von der Unteren Landschaftsbehörde gepflanzt wurden, ein bisschen erholt: „Sie bieten Deckung und Nistmöglichkeiten.“ Die Zunahme der Elstern und Eichhörnchen sehen die Experten nicht als Grund. Denn: Natürliche Feinde gab es schon immer. 

Wie es mit der Entwicklung der Vogelbestände weitergeht, dazu muss man erstmal das Frühjahr abwarten. Wenn Kinder dann wieder Amsel, Drossel, Fink und Star und die ganze Vogelschar singend begrüßen könnten, würde sich Hans-Dieter Fritsch sicherlich sehr freuen.

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