In Westhofen: Neue Nisthilfe für Störche gebaut

Auf der Röllingwiese

Fünf Quadratmeter in der fünften Etage über der Ruhr. Dieses Wohnungsangebot sollte Familie Storch überzeugen können, ihr Sommerquartier in Schwerte aufzuschlagen. Das hofft nicht nur die Arbeitsgemeinschaft Ornithologie und Naturschutz (Agon), die die Nisthilfe auf der Röllingwiese aufgestellt hat.

WESTHOFEN

, 29.04.2016, 17:16 Uhr / Lesedauer: 1 min
In Westhofen: Neue Nisthilfe für Störche gebaut

Vom Beobachtungsstand an der gefluteten Röllingswiese nehmen Wolfgang Pitzer (l.) und Michael Müller (r.) den neuen Storchenmast ins Visier, den sie geschützt am anderen Ufer der Wasserfläche als Nisthilfe aufgestellt haben.

Das Umfeld der Nisthilfe ist wie aus dem Bilderbuch. Seit die Wasserwerke Westfalen vor fünf Jahren ihr Wassergewinnungsgelände am Ende der Wasserstraße aufgegeben und die Brunnenpumpen abgestellt haben, hat sich eine riesige Feuchtwiese entwickelt.

Wie kleine Inseln ragen Binsenbüschel aus den sanften Wellen, auf denen sich Enten, Schwäne und Gänse tummeln. In sicherer Entfernung ragt am anderen Ufer der zwölf Meter hohe Storchenmast empor.

„Er ist auf einem Eisengestell wie ein Dreibein in den Boden eingelassen“, erklärt Agon-Mitglieder Gerhard Sauer. Eine zwei Meter tiefe Grube mussten die aus Selm angereisten Helfer ausbaggern. Schwierig in einem Gelände, wo das Grundwasser schon einen Spatenstich tief unter der Grasnarbe lauert.

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Storchenzug noch nicht vorbei

Deshalb musste mit dem Aufstellen auch bis zur vergangenen Woche gewartet werden, als der Boden nach dem Winter wieder ein wenig abgetrocknet war. Sonst wäre der Trecker im Matsch versackt.

„Wir waren in zwei Stunden fertig“, berichtet Agon-Vorsitzender Wolfgang Pitzer: „Jetzt hoffen wir, dass der Mast mal angenommen wird.“ Der Storchenzug ist noch nicht vorbei. Hin und wieder werden immer noch einzelne der majestätischen Vögel an der Ruhr gesichtet.

Besseren Standort gefunden

Frösche, ihre Lieblingsnahrung, quaken genug in der Röllingwiese. Sie erwies sich als noch besserer Standort als das Gelände des Entsorgungsunternehmens Biotrans, das Firmenchef Michael Müller im Vorjahr für ein Storchennest angeboten hatte. Als Hauptsponsor bezahlte er jetzt die 1000 Euro für den Mast, während die Naturförderungsgesellschaft des Kreises den Korb an dessen Spitze finanzierte.

Drei Angebote für Meister Adebar

„Die Restkosten trägt die Agon selbst“, sagt Pitzer. Dazu sind die Einnahmen vom Meisenknödel-Stand auf dem Schwerter Weihnachtsmarkt gut angelegt. Mit dem Storchenmasten am Garenfelder Ruhrufer und der städtischen Nisthilfe auf dem Wuckenhof hat Meister Adebar nunmehr drei Wohnungsangebote zur Auswahl. 

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