Investor: Stadt Schwerte sagt nicht die Wahrheit

Bauprojekt am Speckberg

Diese Vorwürfe sind hart: Architekt und Investor Dieter Bohne behauptet, dass die Bauverwaltung der Stadt Schwerte in den Unterlagen des Planungsausschusses falsche Behauptungen aufgestellt habe. Dabei geht es um das Projekt Speckberg. In Westhofen. Wir zeigen, an welchen Aussagen sich die Parteien reiben.

WESTHOFEN/SCHWERTE

, 08.02.2017, 10:22 Uhr / Lesedauer: 1 min
Investor: Stadt Schwerte sagt nicht die Wahrheit

Der Speckberg in Westhofen ist heute noch eine Grünfläche. Eine Büro aus Düsseldorf plant hier für eine Eigenheimsiedlung. Die Bauverwaltung empfiehlt dem Rat die Pläne abzulehnen.

Wie berichtet, will Dieter Bohne mit seiner Firma Bauwich Projektentwicklung den Speckberg in Westhofen bebauen. Stadtplaner Adrian Mork empfiehlt dem Planungsausschuss, das Vorhaben abzulehnen. Der Speckberg sei zu nah an der Autobahn, schlecht zu erschließen und Bauwich wolle gar nicht selber bauen, sondern nur die fertigen Pläne samt Baurecht verkaufen.

"Die Aussagen stimmen nicht"

„Das stimmt nicht und das habe ich nie gegenüber der Stadt gesagt“, sagte Bohne am Dienstag im Gespräch. Das rücke ihn in die Ecke von Spekulanten und da sieht sich der Düsseldorfer Architekt zu unrecht. Wir stellen einen Antrag und wir würden auch die Erschließung durchführen und bezahlen. Dass wir am Ende vielleicht nicht alle Häuser selber bauen, ist eine andere Sache."

In einem Schreiben an die Stadt, die Ratsfraktionen und in einem Brief an Bürgermeister Heinrich Böckelühr beschwert er sich auch darüber, dass die Bauverwaltung dem Rat nur die ihrer Meinung nach vorliegenden Nachteile der Planung, nicht aber deren Vorteile vorträgt. „Wir spülen der Stadt eine Million Euro an Steuern und Grundstückskaufpreis ins Stadtsäckel, wir bauen ökologisch und der Lärmschutz für unsere Siedlung kommt auch anderen Teilen Westhofens zu gute“, so Bohne.

Stauräume für Mieter und Wohnungen 

Er plant, die Häuser entlang der Autobahn gegen einen zehn Meter hohen Wall zu bauen, in dessen Inneren dann Stauräume für die Mieter, deren Wohnungen vor dem Wall liegen, untergebracht sind.

Seit 2014 ist der Architekt an dem Grundstück interessiert. Anfangs habe es auch Interesse vonseiten der Stadt gegeben. Das erkaltete aber offensichtlich in jüngster Zeit.

Stadtplaner Adrian Mork erklärte am Dienstag auf Anfrage: „Uns gegenüber ist der Architekt immer nur als Entwickler aufgetreten. Außerdem halten wir vor allem die Verkehrssituation dort für problematisch.“ Bohne will den dort als Fußweg ausgebauten Hohlweg zu einer Erschließungsstraße ausbauen. 

Das ist der Speckberg
Der Speckberg liegt zwischen Hohlweg, A1 und Schloßstraße. Über den Bebauungsplan soll am 13. Februar im Planungsausschuss, 17 Uhr, Ratssaal, Rathausstraße 32, beraten werden.  Bohne plant dort 23 Einfamilienhäuser, zwölf Reihenhäuser und acht Mehrfamilienhäuser (Wallhäuser). Bereits 2015 hatte der Planungsausschuss einen Bebauungsplan für dieses Gebiet abgelehnt.
Laut Flächennutzungsplan ist dort Wohnbebauung zugelassen.

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