Ist der Winter da, heißt es Schnee schippen und streuen - wer ist wo und wie zuständig?

rnWintereinbruch

Eis und Schnee im Winter stellen Autofahrer und Anlieger auf die Probe. Wann und wo streut die Stadt? Und wann muss der Bürger an die Schippe? Fragen und Antworten zum Thema.

Schwerte

, 04.02.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Starke Schneefälle führen auf manchen Schwerter Straße zu erheblichen Beeinträchtigungen. Lkw bleiben an steilen Straßen wie der Hörder Straße hängen. In manchen Kurven rutschen Autos aus der Fahrbahn.


Werden die Straßen nicht schnell genug gestreut?

Nach Schneefall und Eisglätte können die städtischen Fahrzeuge nicht überall gleichzeitig sein, so Stadtsprecher Carsten Morgenthal. Sinn mache eine Räumung auch nur, wenn es nicht mehr stark schneit.

In welcher Reihenfolge werden die Straßen im Stadtgebiet von Streufahrzeugen abgefahren?

Die Stadt ist zuständig für die Winterwartung der öffentlichen Straßen, Wege und Plätze innerhalb der geschlossenen Ortschaft. Bundes-, Land- und Kreisstraßen muss ebenfalls die Stadt streuen und räumen, wenn es sich hierbei um Ortsdurchfahrten handelt, wie z.B. die Hörder Straße (B236). Auf Bundes- und Landstraßen außerhalb der geschlossenen Ortschaften ist der Landesbetrieb Straßen NRW zuständig. Der Winterdienst des Schwerter Bauhofs ist nach Dringlichkeit organisiert, das bedeutet, zuerst sind die Hauptverkehrs- und stark frequentierten Straßen an der Reihe. Erst danach werden auch die weniger befahrenen Nebenstraßen geräumt. Die Prioritäten ergeben sich aus dem Winterdienstverzeichnis zur Straßenreinigungssatzung.

Wer Fragen zum Winterdienst hat, kann sich unter Tel. (02304) 104392 oder 104393 oder per E-Mail an den Baubetriebshof der Stadt wenden.

Darin sind drei Streuklassen nach Priorität festgelegt. So kann jeder Schwerter sehen, in welche Kategorie seine Straße fällt: Streuklasse I (weitgehend verkehrsbedeutend und gefährlich), Streuklasse II (übrige Straßen) oder Streuklasse FGZ (Fußgängerzone). Die Heidestraße auf der Schwerterheide aber auch die Bahnhofstraße in der City sind beispielsweise ist Streuklasse I. Die Straße Am Elsebad in Ergste ist Streuklasse II, wird nachrangig gestreut. Findet sich eine Straße nicht im Winterdienststraßenverzeichnis, so besteht für sie auch keine Winterdienstpflicht. Dort muss nur an Straßeneinmündungen sicher gestellt sein, dass Fußgänger gefahrlos die Straße bis zur Straßenmitte queren können, für die andere Hälfte ist der gegenüberliegende Nachbar zuständig.

Muss die Stadt nur die Fahrbahn abstreuen?

Nein, die Reinigungspflicht umfasst neben der Fahrbahn auch die Bushaltestellen, Radwege und Gehwege. Das Reinigen und Streuen der Gehwege hat die Stadt aber auf die Eigentümer der angrenzenden Grundstücke übertragen. Ausgenommen sind Gehwege, auf denen eine öffentliche Handreinigung durchgeführt wird, sowie die Fußgängerzone. Bei Mietshäusern und Mietswohnungen wird die Streu- und Reinigungspflicht meist an die Mieter weitergeleitet.

Kann man sich vom Winterdienst befreien lassen, z.B. wenn man körperlich dazu nicht in der Lage ist?

Nein, das geht nicht. Die Stadt empfiehlt in einem solchen Fall, sich von Nachbarn unterstützen zu lassen. Auch gibt es die Möglichkeit mit dem Winterdienst einen Dienstleister zu beauftragen. Gartenbaubetriebe, Hausmeisterdienste oder Gebäudereiniger bieten das an. Dort zahlt man in der Regel eine monatliche Pauschale, unabhängig davon, wie oft der tatsächlich streuen und räumen muss.

Muss man denn rund um die Uhr Schnee schippen? Und was genau muss ich tun?

Nein, das muss man nicht. Die Räum- und Streupflicht besteht an Werktagen von 7 bis 20 Uhr, samstags von 8 bis 20 Uhr. An Sonn- und Feiertagen sogar erst ab 9 Uhr. Der Gehweg muss so breit von Eis und Schnee befreit werden, dass zwei Fußgänger bequem aneinander vorbeigehen können. Gibt es keinen richtigen Gehweg vor dem Haus, so muss am Fahrbahnrand eine entsprechende Gehbahn für Fußgänger freigeschaufelt werden. Mehr zu tun haben die Anwohner, die eine Bushaltestelle vor der Tür haben. Die müssen dafür sorgen, dass die Fahrgäste sicher in den Bus ein- und aussteigen können. Das gilt aber nur für solche Bushaltestellen, die deutlich vom normalen Gehweg abgesetzt sind, also Buchten haben. Bei Radwegen, die über Gehwege führen, müssen die Anlieger ebenfalls streuen und Schnee schippen.

Und wohin mit dem ganzen Schnee?

Der ist laut einem Flyer der Stadt an der an die Fahrbahn angrenzende Seite des Gehwegs oder auf das eigene Grundstück zu schaufeln. Auf Baumscheiben darf der Schnee nicht gelagert werden und auch nicht auf der Straße. Es sei denn, die ist so breit, dass der Verkehr nicht beeinträchtigt wird.

Womit soll man streuen?

Die Stadt verwendet auf Straßen aus Gründen der Verkehrssicherheit und weil es am günstigsten ist Salz. Für Fußgängerwege reiche aber Splitt, Granulat oder Sand vollkommen aus heißt es in einem Flyer zum Thema der Stadt. In der Satzung heißt es aber sogar: „Auf die Verwendung von Salz und anderen auftauenden Stoffen auf Gehwegen ist gänzlich zu verzichten.“ Einzig bei sehr starkem Gefälle oder Treppen solle man auf Salz zurückgreifen, heißt es aus dem Rathaus.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt