Jugendamt: Immer mehr Kinder sind in Not

Kindeswohlgefährdung

Das Akademiker-Paar, das nicht mit seinem Kleinkind spricht. Überforderte Alleinerziehende, die sich nicht mehr um die Kinder kümmern. Drogensüchtige Eltern, denen alles egal ist. Solche Vorfälle - im Amtsdeutsch Kindeswohlgefährdung - steigen rapide an, wie das Jugendamt berichtet.

SCHWERTE

von Von Heiko Mühlbauer

, 27.04.2012, 06:42 Uhr / Lesedauer: 1 min
Liegt ein Verdacht auf Vernachlässigung des Kindes vor, schreitet das Jugendamt ein. Die Zahl der Fälle hat sich in den vergangenen Jahren erhöht.

Liegt ein Verdacht auf Vernachlässigung des Kindes vor, schreitet das Jugendamt ein. Die Zahl der Fälle hat sich in den vergangenen Jahren erhöht.

 Hinzu kommt, dass die Bevölkerung offensichtlich aufmerksamer als früher ist und bereit ist, Missstände dem Jugendamt zu melden. 59 Fälle von Kindern in Not in Schwerte verzeichnete das Jugendamt im Jahr 2010. 2011 waren es bereits 88 Fälle. „In diesem Jahr liegen uns für die ersten Monate schon 33 Meldungen vor“, so Jugendamtsleiterin Charlotte Schneevoigt, die den zuständigen Ratsausschuss informierte.

 Obwohl 2008 das zuständige Personal im Jugendamt aufgestockt wurde, ist man längst wieder an der Kapazitätsgrenze. „Die drei Bereitschaftpflegestellen in Schwerte sind aktuell mit Kleinkindern und Säuglingen belegt“, erklärt Langner. Und auch der städtische Sozialetat leidet unter dem Phänomen. Dass die Zahl der Kinder und Familien steigt, die Hilfe benötigen, hatte auch der Jahresbericht des Kinderschutzbundes Unna für 2011 geziegt. Immer mehr Kinder im Kreis werden demnach Opfer von Vernachlässigung, Gewalt und Misshandlung.

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