Kabarettist Beikircher mit bösem Schwerte-Vergleich

Im Radiointerview

Kabarettist Konrad Beikircher war schon mehrfach bei den Schwerter Kleinkunstwochen zu Gast - doch jetzt lästerte er in einem Interview über die Ruhrstadt ab. Heike Pohl, Leiterin des Kulturbüros, kennt Beikircher gut - und ist nicht amüsiert. Wie es um zukünftige Besuche des Kabarettisten in Schwerte steht, ist noch unklar.

SCHWERTE

, 20.06.2016, 18:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kabarettist Beikircher mit bösem Schwerte-Vergleich

Schwerte, Auftaktveranstaltung der Schwerter Kleinkunstwochen mit Konrad Beikircher in der Rohrmeisterei

Siebenmal war Kabarettist Konrad Beikircher bei den Kleinkunstwochen. Siebenmal vor begeistertem Publikum. Und nun das: In einem Radiointerview zieht er über die Ruhrstadt vom Leder, bezeichnet Schwerte als „dumpf und provinziell“. Es blubbere so vor sich her.

Früher – so beschreibt er seine Heimat – sei Bad Godesberg ein Edel-Stadtteil von Bonn gewesen, heute würde er ihn eher mit Schwerte vergleichen. Der Umzug der Regierung nach Berlin habe Bonn den Todesstoß versetzt.

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Ein Vergleich, der den Schwerter schmerzt. Insbesondere Heike Pohl, die Konrad Beikircher und seine Agentur gut kennt: „Das wundert mich jetzt sehr“, sagt die Leiterin des Kulturbüros.

Charmant, ironisch und angenehm ist ihr der Künstler in Erinnerung. „Konrad Beikircher hat uns tolle Abende beschert“, sagt Heike Pohl schwärmend. Im Giebelsaal und in der Rohrmeisterei, mit Band oder alleine – immer habe sie eine positive Resonanz vom Publikum erhalten. „Ich kann diese Aussagen echt nicht nachvollziehen“, sagt sie merklich irritiert.

Musikalisches Publikum

In besonders guter Erinnerung sei ihr eine Veranstaltung mit italienischen Liedern unter dem Titel „Notte Italiana“ geblieben. An diesen Abend erinnert sich auch der Künstler gern, als unsere Redaktion ihn am Montag telefonisch um eine Stellungnahme bitten. „Insbesondere musikalisch habe ich von Schwerte in jüngster Vergangenheit einen sehr guten Eindruck“, sagt er etwas kleinlaut – aber amüsiert.

Gesichtslose Fußgängerzone

Seine Negativassoziationen mit der Ruhrstadt kämen aus den 70ern. Damals habe er als Psychologe an der katholischen Akademie fast 100 Tagungen für JVA-Bedienstete geleitet. Die Schwerter Fußgängerzone – damals ein gesichtsloses und in seinen Augen schreckliches Unterfangen – habe dieses Bild in seinem Kopf hinterlassen. Die Einheitsästhetik in Innenstädten in Rheinland und Ruhrgebiet haben ihn immer gewundert. „Dass man das zulässt“, ist er ein bisschen entsetzt.

Kein weiterer Auftritt geplant

„Ich gebe allerdings zu, es ist eine sehr subjektive Erinnerung und ich verspreche, diesen Vergleich in Zukunft nicht mehr zu ziehen“, sagt er und wendet sich direkt an die Schwerter: „Liebe Vor-Sauerländer, es war unüberlegt. Ich komme sehr gerne nach Schwerte. Das möchte ich betonen“, gibt er sich versöhnlich. „Er zählt auf jeden Fall zu den Highlights der Kleinkunstwochen“, sagt Pohl, sagt aber auch, dass bislang kein achter Auftritt von Beikircher in Planung ist.  

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