Kampf gegen Riesen-Bärenklau: Geck erhält Preis

Team aus Schwerte geehrt

Die „Grüne Viktoria“ ist der Ehrenamtspreis des Ortsverbandes der Grünen in Schwerte. In diesem Jahr ging er an Dr. Matthias Geck und sein Team für ihr Engagement bei der Bekämpfung des Riesen-Bärenklaus - eine gefährliche Pflanze, die auch entlang der Ruhr wächst.

SCHWERTE

von Niklas Voß

, 01.02.2017, 19:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Insgesamt 9275 Bärenklau-Knollen konnte das neunköpfige Team in den vergangenen zwei Jahren entfernen. Die Pflanze, die auch unter dem Namen Herkulesstaude bekannt ist, birgt eine große Gefahr für die Tiere und Menschen.

Der Saft der Pflanze erzeugt, wenn er gemeinsam mit dem Sonnenlicht in Berührung mit der Haut kommt, Verbrennungen, die den Menschen mehrere Tage quälen können. Zusätzlich kann es zu Atemwegs-Problemen kommen. Außerdem schadet der hoch wachsende Riesen-Bärenklau der örtlichen Botanik.

Acht Freiwillige

Dr. Matthias Geck will Schwerte davor schützen und vereinbarte bereits im Herbst 2014 mit dem Schwerter Bürgermeister die Erfassung des Bestands. Über die „Börse“ und die Presse wurden Mitstreiter geworben, bevor im dritten Schritt die eigentliche Arbeit begann. Mit acht Mitarbeitern begann Geck, die Knollen der Pflanze auszugraben.

 

Besonders wichtig hierbei: Die richtige Kleidung sowie ein Teleskopstiel für besonders schwierige Fälle, um beim Abtrennen der Blüten einen Sicherheitsabstand einzuhalten. Im letzten Schritt werden Nachkeimlinge entfernt. Diese können noch bis zu sieben Jahre nach der Vernichtung der Pflanze keimen.

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Der Kampf gegen Riesen-Bärenklau in Schwerte

Für Kinder sieht der grüne Stängel verlockend nach einem Spielzeug aus, das sich ideal für Ritterspiele eignet. Doch mit dem Riesen-Bärenklau ist nicht zu spaßen, denn er kann schnell zur Gefahr werden. Rötungen, schmerzhafte Blasenbildungen und Atemnot sind nur einige der Folgen, die auftreten können, wenn man mit dem Saft der Pflanze in Berührung kommt. Deswegen soll sie schnellstmöglich aus Schwerte verschwinden – so die Idee von Dr. Matthias Geck.
15.04.2015
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Herkulesstaude oder Bärenklau im Villigster Wald. Dr. Matthias Geck hatte den Einfall zu der systematischen Katalogisierung der Pflanze.© Foto: Manuela Schwerte
Herkulesstaude oder Bärenklau im Villigster Wald. Dr. Matthias Geck hatte den Einfall zu der systematischen Katalogisierung der Pflanze.© Foto: Manuela Schwerte
Herkulesstaude oder Bärenklau im Villigster Wald. Dr. Matthias Geck hatte den Einfall zu der systematischen Katalogisierung der Pflanze.© Foto: Manuela Schwerte
Herkulesstaude oder Bärenklau im Villigster Wald. Dr. Matthias Geck hatte den Einfall zu der systematischen Katalogisierung der Pflanze.© Foto: Manuela Schwerte
Herkulesstaude oder Bärenklau im Villigster Wald. Dr. Matthias Geck hatte den Einfall zu der systematischen Katalogisierung der Pflanze.© Foto: Manuela Schwerte
Herkulesstaude oder Bärenklau im Villigster Wald. Dr. Matthias Geck hatte den Einfall zu der systematischen Katalogisierung der Pflanze.© Foto: Manuela Schwerte
Herkulesstaude oder Bärenklau im Villigster Wald. Dr. Matthias Geck hatte den Einfall zu der systematischen Katalogisierung der Pflanze.© Foto: Manuela Schwerte
Herkulesstaude oder Bärenklau im Villigster Wald. Dr. Matthias Geck hatte den Einfall zu der systematischen Katalogisierung der Pflanze.© Foto: Manuela Schwerte
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Viel Arbeit also, doch auch nachdem Schwerte quasi Bärenklau-frei ist, will das ehrenamtliche Team weitermachen, so Matthias Geck. Auf der Liste der Umweltschützer stehen seit Kurzem auch Ambrosia, das drüsige Springkraut und der japanische Staudenknöterich. Das Team kümmert sich um alles, was „gefährlich ist und die heimische Pflanzen- und Tierwelt gefährdet“, kündigte Geck an. Zudem hofft er, dass der Ehrenamtspreis auch „Ansporn für andere ist, Sachen zu machen und in die Hand zu nehmen“.

300 Euro Preisgeld

Als Preis erhielt das Team neben der offiziellen Wertschätzung seiner Arbeit den Wanderpreis „Grüne Viktoria“ sowie für jedes Mitglied eine Fotografie des Preises auf Acrylglas. Zudem bekamen die Umweltschützer eine kleine Prämie von 300 Euro. Der Pokal mache optisch deutlich mehr her, scherzte Gernot Folkers, Mitglied des Vorstandes der Grünen Schwerte und Moderator der Preisverleihung. Der Preis wurde  zum 14. Mal im Bürgersaal im Schwerter Rathaus verliehen.

Neben Folkers steuerte auch Parteifreundin Barbara Stellmacher eine Rede bei. Sie lobte den Einsatz des Teams und sprach im Namen der Kinder- und Hundebesitzer ein Dankeschön aus. Musikalisch begleitete das Geigenduo Diana Schneider und Michael Andrasch die Preisverleihung. Sie spielten zwischen den Reden unter anderem bearbeitete Arien aus Mozarts Zauberflöte.

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