Schwerter SPD zu Olaf Scholz: „Wie ein Rückgriff auf Altbewährtes“

rnKanzlerkandidatur

Mit Olaf Scholz hat die Bundes-SPD ganz überraschend einen Kanzler-Kandidaten präsentiert. Die Schwerter SPD-Mitglieder freuen sich. Über den Namen – aber nicht nur über den Namen.

Schwerte

, 12.08.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die SPD liegt bundesweit in Umfragen deutlich unter 20 Prozent Zustimmung. Die Chance, dass die Sozialdemokraten bei der nächsten Bundestagswahl im Oktober 2021 den Wählerauftrag für die Bildung einer Bundesregierung bekommen, wirkt eher gering.

Vor diesem Hintergrund wirkten die beiden Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans am Montag (10.8.) besonders mutig, als sie völlig überraschend den amtierenden Finanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz als Kanzlerkandidaten vorstellten.

Überwiegend Lob in Schwerte

Diese Nachricht beherrschte die Nachrichten dieses Tages und auch die Partei-Basis auf kommunaler Ebene. In Schwerte erntete die Bundes-Spitze für ihren Schritt überwiegend Lob.

„Olaf Scholz hat sich in der Corona-Krise als ruhiger, sachlicher und vernünftiger Krisenmanager bewiesen“, sagt der Schwerter Bürgermeister Dimitrios Axourgos (SPD).

Angelika Schröder, Vorsitzende der SPD-Fraktion im Schwerter Rat, zeigt sich begeistert von der Personal-Entscheidung: „Ich schätze Herrn Scholz als Person sehr.“

Freude über Eindruck der Geschlossenheit

Mehr noch als der Name Scholz hat Angelika Schröder etwas anderes gefreut: „Bei seiner Vorstellung hat die SPD-Führung einen sehr geschlossenen Eindruck gemacht.“

Nicht ganz so euphorisch ist der Medienbeauftragte der Schwerter SPD, Uwe Görke-Gott: „Olaf Scholz hat sein Können im Ministeramt bewiesen, aber ihn aufzustellen wirkt wie ein Rückgriff auf Altbewährtes.“

Von den Fähigkeiten des Kandidaten scheinen also alle überzeugt. Doch wie schätzen den SPD-Mitglieder die Sieg-Chancen von Olaf Scholz ein? Dimitrios Axourgos: „Wenn die Merkel-Kanzlerschaft eines gezeigt hat, dann dass ruhiges und bedächtiges Auftreten mehrheitsfähig ist. Dann hat auch Olaf Scholz eine Chance. Vor allem im Vergleich zu den Kandidaten der anderen Parteien.“

Zuviel für die Wähler?

Nur eine Sache findet Uwe Görke-Gott gar nicht gut gelungen, den Zeitpunkt der Bekanntgabe: „Kommunalwahl, Ruhrwahl, Corona. Die Wähler haben schon genug um die Ohren und jetzt beginnt auch noch der Kanzler-Wahlkampf. Das ist zuviel. Nach der Kommunalwahl wäre besser gewesen.“

Dem widerspricht Dimitrios Axourgos: „Olaf Scholz hat mehrfach bewiesen, dass er die Kommunen im Blick hat. So haben wir ein Thema mehr an den Wahlkampfständen.“

Und Angelika Schröder meint: „So haben die Wähler länger die Gelegenheit, Olaf Scholz in seinem Amt als Minister im Hinblick auf seine Kandidatur kritisch zu betrachten.“

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