Kapazität von Ruhrtal-Radweg ist fast ausgeschöpft

Messungen in Schwerte

Der Ruhrtal-Radweg erfreut sich seit Jahren großer Beliebtheit. Mehr noch: Die Kapazitäten sind sogar fast ausgeschöpft, schätzt die Gesellschaft Ruhr Tourismus. Um sicherzugehen, hat die Gesellschaft unscheinbare graue Zählkästen an dem Radweg in Schwerte aufgestellt.

SCHWERTE

, 22.09.2016, 16:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kapazität von Ruhrtal-Radweg ist fast ausgeschöpft

Die Radlermessung im September ist die letzte in diesem Radlersommer – danach werden die Zählungen ausgewertet und der kleine graue Kasten verschwindet wieder vom Ruhrtal-Radweg an der Ruhrbrücke.

Am Ruhrtal-Radweg steht er wieder, der kleine, graue Kasten, der ganz genau zählt, wie viele Radler an ihm vorbeisausen. Nachdem er im Juli und im August bereits ordentlich gezählt hatte – je für zwei Wochen – steht er jetzt noch einmal für 14 Tage nahe der Ruhrbrücke.

„Die Zählgeräte arbeiten mit Infrarot und können anhand der Größe der passierenden Objekte erkennen, ob es sich um Autos, Fahrräder oder Fußgänger handelt“, erklärt Christoph Lottritz von Ruhr Tourismus die Funktionsweise des Kästchens.

Eine Million Radausflüge in 2011

Die letzte Evaluation des Radtourismus am Ruhrtal-Radweg hat Ruhr Tourismus 2011 in Auftrag gegeben. Den Zählungen zufolge gab es im Jahr 2011 über eine Million Radausflüge über den Ruhrtal-Radweg. 47.000 Radler verbrachten insgesamt 150.000 Nächte entlang des gesamten Weges. Von diesen 47.000 Gästen übernachteten 19,6 Prozent in Schwerte – das sind rund 9200 Gäste.

Eine Übernachtung haben sich die Gäste durchschnittlich 75,60 Euro kosten lassen. Etwa 10.300 von den 47.000 Gästen machten einen Abstecher in die Innenstadt von Schwerte oder Fröndenberg – das sind 22 Prozent.

Ruhrgebietler und Sauerländer nutzen den Weg

Einen eklatanten Anstieg der Radlerzahlen für 2016 erwarten aber weder Christoph Lottritz von der Ruhr Tourismus GmbH noch der Schwerter Tourismusexperte Uwe Fuhrmann. „Wir hoffen auf einen Anstieg und haben das Gefühl, dass der Verkehr zugenommen hat, aber eine sehr viel größere Auslastung gibt der Radweg nicht mehr her. Die Kapazität ist ausgeschöpft“, sagt Lottritz.

Radler aus dem gesamten Bundesgebiet nutzen den Weg. „Da sind viele Fernfahrer dabei. Dazu kommen etliche Radler aus dem nördlichen Sauerland, die fahren über den Ruhr-Lenne-Achter“, sagt Fuhrmann. „Außerdem gibt es noch so einige Freizeitfahrer aus dem Ruhrgebiet, die den Weg nutzen.“

26,9 Millionen Bruttoumsatz

Fest stehe jedenfalls, dass die radelnden Gäste „so einige Taler“ in die Kassen der Schwerter Hotels, Restaurants und Einzelhändler spülen, so Fuhrmann.

Nach Angaben von Ruhr Tourismus generierte der Verkehr am Ruhrtal-Radweg 2011 einen Bruttoumsatz von insgesamt 26,9 Millionen Euro, davon entfallen 19,3 Millionen Euro auf das Gastgewerbe. Die Zahlen der diesjährigen Zählungen und Befragungen wird die Ruhr Tourismus GmbH zum Jahresende vorstellen.

Messstandorte
Um den Radverkehr am gesamten Ruhrtal-Radweg abzubilden gibt es insgesamt sieben Mess- und Befragungsstandorte: Winterberg, Meschede, Arnsberg, Schwerte, Witten, Essen und Duisburg.

Über die automatischen Zählungen hinaus wurden zudem an zwei mal drei Tagen die Radfahrer im Bereich des jeweiligen Zählgerätes zu ihrem Aufenthalt und den Stopps am Ruhrtal-Radweg befragt.

 Mehr zur Entwicklung des Ruhrtal-Radwegs lesen Sie .

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