Karte zeigt, welche Gebäude in Schwerte bei Starkregen unter Wasser stehen können

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Wo Platzregen und heftige Gewitter niedergehen, ist schwer vorherzusagen. Wo in Schwerte aber Starkregen hinfließt und welche Gebäude gefährdet sind, darüber gibt jetzt eine Karte Auskunft.

Schwerte

, 25.01.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Starkregenereignisse haben in den vergangenen Jahren zugenommen. War es früher die Ruhr, von der eine akute Hochwassergefahr ausging, sind es heutzutage meist Wolkenbrüche, die lokal begrenzt für Überflutungen sorgen.

Westhofen hat es vor Jahren getroffen, auch Ergste und vor zehn Jahren Rheinen. Keller liefen voll, Toiletten spuckten ihr unappetitliches Schmutzwasser aus. Die Schäden waren immens. Die Überflutungen selbst sind nur schwer vorherzusagen, da die heftigen Gewitter meist lokal begrenzt und plötzlich auftauchen.

Karte zeigt, welche Gebäude in Schwerte bei Starkregen unter Wasser stehen können

Die Starkregengefahren-Karte für Schwerte. © Mühlbauer

Doch welche Straßen und welche Häuser kann es erwischen, wenn ein heftiger Starkregen niedergeht und die Kanalisation überfordert ist? Die Stadtentwässerung Schwerte (SEG) hat das untersuchen lassen und auf einer Karte im Internet aufgelistet. Die bietet einige Überraschungen:

Für die Ruhrauen sind die Sommergewitter mit ihrem heftigen Platzregen nur ein geringes Problem. Lediglich das Klärwerk könnte von den ankommenden Wassermassen überflutet werden.

Sorgen machen auch die Einfallstraßen zur Stadt. Allesamt abschüssig, würden sie im Fall der Fälle das Wasser in Richtung Tal transportieren.

Auch Bahnhof- und Hüsingstraße müssten mit zumindest geringen Überflutungen rechnen.

Gefährdet sind die Gebiete rund um den Elsebach

Besonders gefährdet sind die Gebiete rund um den Elsebach. Das musste das Elsebad 2010 besonders bitter erfahren, als die Gebäude überflutet wurden.

Die Karte zeigt aber auch kleine Gebiete wie Hausgärten zwischen der Bahn und der Karl-Gerharts-Straße, in denen sich Wasserlachen bilden können. Und selbst das Rathaus müsste im Fall der Fälle mit leichten Wasserschäden rechnen.

Wege des Wassers im Computer berechnet

Wie erstellt man so eine Karte? Die Stadtentwässerung hat die dreidimensionale Oberfläche des Stadtgebietes in einem Computer-Programm abgebildet, und das Gebiet mittels einer Computersimulation beregnen sowie das Wasser oberflächlich ablaufen lassen.

Für die Bewertung von Niederschlägen gibt es einen „Starkregenindex“ (SRI), der die Niederschläge in eine Skala von 1 bis 12 einteilt.

Zur Ermittlung des Oberflächenabflusses und des maximalen Wasserstandes an jedem Punkt im Stadtgebiet wurde ein Starkregen der Stufe 7 angenommen. Das ist ein außergewöghnlich starker Regen, aber noch kein extremer Starkregen.

So sind Prognosen darüber möglich, wo bei einem extremen Starkregen viel Wasser fließen und sich aufstauen könnte.

„Letztlich ist das Ganze nur eine Simulation, die nicht hundertprozentig der Realität entsprechen wird, aber sie ist ein gutes Werkzeug, um viele Problempunkte sichtbar zu machen“, heißt es in einer Presseerklärung der Stadtentwässerung.

Bürgern aufzeigen, wo die Gefahren liegen

In der Starkregengefahrenkarte sind die Überflutungsflächen farbig ausgewiesen. Naturgemäß ist für Anlieger die Gefährdungslage in ausgeprägten Senken und in deren Fließwegen höher.

Ziel der Starkregengefahrenkarte sei es, dass Bürgerinnen und Bürger die Risiken für ihr Grundstück erkennen können und gegebenenfalls Vorsorge treffen, um Überflutungsschäden so gut es geht zu reduzieren.

Bei der jeweiligen Gefährdungssituation und den Handlungsmöglichkeiten sind jeweils individuelle Aspekte zu berücksichtigen. Die SEG informiert darüber im Internet. Interessenten können sich aber auch direkt an den Stadtentwässerung Schwerte wenden, um Tipps und Hinweise zu erhalten.

Ebenso haben Planer die Möglichkeit, diese Informationen in ihren künftigen Bauprojekten zu berücksichtigen.

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