Hungernde Kinder: Gemeinde sammelt Spenden für Corona-Opfer in Italien

rnCorona in Schwerte

Kein Essen für die Kinder, weil staatliche Hilfen auf sich warten lassen? Die Nachrichten aus Italien ließen Giorgio Pardo nicht ruhen. Er mobilisierte die Katholische Italienische Gemeinde.

Schwerte

, 25.08.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Verzweifelte Väter, die nicht mehr wissen, wie sie ihre Kinder ernähren sollen, weil sie durch die Coronakrise ihren Job verloren haben. Erschütternd waren die Nachrichten, die Giorgio Pardo auf Italienisch ins Ohr geflüstert wurden, als er mit seiner Mundschutzmaske in der Schlange vor der Metzgerei Wilkes anstand. „Wenn es so ist, wie ich auch Süditalien gehört habe, dann würde ich gerne helfen“, sagte die Stimme weiter. Die zufällige Begegnung an der Bahnhofstraße war der Anstoß für eine großangelegte Spendenaktion.

Spenden sollten ohne Umweg bei den Bedürftigen ankommen

Kinder, die nichts zu essen hatten, nachdem die versprochen staatlichen Hilfen in Italien viel zu lange auf sich warten ließen? Diese Vorstellung konnte Giorgio Pardo einfach nicht ertragen. „Wichtig ist, dass man was tut“, war er sich sofort sicher. Und wusste als Gemeinde-Sprecher die Katholische Italienische Gemeinde hinter sich. Das gemeinsame Ziel: „Die Spenden sollten direkt bei den Menschen ankommen, denen geholfen werden soll.“ Aus der Stadt, wo er einst studiert hat, kannte Giorgio Pardo den Priester Don Antonio Carcanella, der mittlerweile die Pfarrerei Heilige Familie in Caltagirone auf Sizilien leitet. Seine frühere Professorin half, den Kontakt wiederherzustellen.

Pfarrer Don Antionio Carcanella (M.) hat zur Coronahilfe im sizilianischen Caltagirone einen kleinen Laden aufgebaut, den die Spende aus Schwerte unterstützt hat.

Pfarrer Don Antionio Carcanella (M.) hat zur Coronahilfe im sizilianischen Caltagirone einen kleinen Laden aufgebaut, den die Spende aus Schwerte unterstützt hat. © Giorgio Pardo

„Don Antonio kennt seine Schäfchen“, weiß Giorgio Pardo. In Coronazeiten hat er in Caltagirone, in das die Touristenströme aus dem nahen Catania nicht mehr kommen, ein Hilfszentrum aufgebaut. In einer Art Laden können sich Bedürftige dort mit Lebensmitteln und anderen wichtigen Artikeln des täglichen Bedarfs versorgen. Außerdem nimmt man ihnen die Sorgen um Rechnungen, die in der Krise aufgelaufen sind und ansonsten nicht bezahlt werden könnten.

Gemeinde konnte rund 2000 Euro als Spende überweisen

Gefüllt werden die Regale des kleinen Gemeinde-Ladens durch Spender aus Sizilien. Was nicht dabei ist, kann jetzt dank der Geldspende aus Schwerte angeschafft werden. „Wir haben zirka 2000 Euro gesammelt und direkt auf das Konto der Pfarrei überwiesen“, berichtet Giorgio Pardo. Um die Summe zusammenzutragen, hatten nicht nur Mitglieder der Katholischen Italienischen Gemeinde beigetragen. Man stieß in der Ruhrstadt beim Sammeln auf offene Ohren und Portmonees. Sogar Angehörige von anderen Religionsgemeinschaften beteiligten sich an der Aktion, sagt der 60-Jährige.

Dankesbrief aus Sizilien: Vielen Menschen Hoffnung gegeben

„Dank eurer Spenden haben wir mehrere Familien mit kleinen Kindern unterstützt, indem wir sie mit den Grundbedürfnissen versorgt haben und ihre Rechnungen bezahlt haben“, schrieb Pfarrer Don Antonio kürzlich in einem Dankesbrief: „Es ist eine große Hilfe gewesen, und sie hat vielen Menschen Hoffnung gegeben.“

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