Kein Bagger weit und breit - aber Ampel am Weg zur Fußgängerzone seit Wochen gesperrt

rn„Extrablatt“-Baustelle

Die Arbeiten auf dem früheren „Essmann“-Gelände haben noch lange nicht begonnen. Trotzdem schickte die Stadt die Passanten beim Einkaufsbummel auf Umwege. Aber nicht mehr lange.

Schwerte

, 09.05.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Alle Augen richteten sich zu den Wartenden zwischen C&A und DM-Markt. Wann marschieren die Passanten dort los, um den Nordwall zu überqueren? Denn nur an denen konnten sich alle Schwerter orientieren, die auf der anderen Seite - zwischen dem künftigen Café Extrablatt und der Boutique Contrast - in die Fußgängerzone weiterziehen wollten. Die roten und grünen Lichter ihrer eigenen Fußgängerampel konnten sie nicht sehen, weil sie mit einem blauen Sack verhängt waren. Im Vorgriff auf die Bauarbeiten für das Café, das auf dem Grundstück des früheren Schmuckgeschäftes Essmann entstehen soll, hatte die Stadt den Bürgersteig samt Übergang an dieser Stelle schon vor Wochen sperren lassen, obwohl von einem Bagger weit und breit nichts zu sehen war und ist.

Stadt spricht von einem Versehen

Auch am verkaufsoffenen Sonntag zum Autofrühling stand dieses Hindernis beim Bummeln durch die Stadt im Weg. Nach einer Rückfrage der RN-Redaktion wird es jetzt aber wieder verschwinden. „Das war ein Versehen“, sagte Stadt-Pressesprecher Ingo Rous und kündigte an, dass die Hüllen wieder von den Fußgängerampeln abgenommen würden. Zumindest vorerst: „Solange der Bürgersteig an der Hüsingstraße noch nicht benötigt wird für die Baumaßnahme.“

Wann es losgeht mit dem Ausschachten für das Café Extrablatt, das konnte Ingo Rous nicht sagen. Der Baubeginn sei bei der Stadt von dem Bauherrn noch nicht angezeigt worden, der sich auch bei einer Anfrage der Redaktion nicht äußerte. Er hat - so die Stadt - eine Baugenehmigung erhalten, die drei Jahre lang gültig sei. Wenn diese Frist verstrichen sei, gebe es die Möglichkeit, über eine Verlängerung zu reden.

Café-Eröffnung war für 2020 geplant

Auch wenn das ringsum mit einem Bauzaun gesicherte Grundstück seit Langem unberührt aussieht, hat sich dort in der Zwischenzeit etwas getan. „Der Kampfmittelräumdienst hat es sondiert und nichts gefunden“, berichtet Ingo Rous. Um zu klären, ob sich unter dem Gelände möglicherweise Reste der früheren Stadtmauer verbergen, möchten offenbar aber auch noch Archäologen eine Untersuchung vornehmen. Das könne aber erst nach der Anzeige des Baubeginns geschehen, erläutert der Stadtsprecher das übliche Vorgehen. Anschließend müsse der Investor auch die Archäologen informieren und mit ihnen einen Termin vereinbaren.

Die Baugenehmigung für das Projekt hatte die Stadt schon im Februar erteilt. Eigentlich war damit gerechnet worden, dass die Bauleute auch schon in diesem Monat anrücken würden. Denn die Extrablatt-Kette hatte die Eröffnung ihrer Schwerter Filiale für 2020 in der Planung.

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