Kein Neubau am Waldrand: „Schon genug versiegelte Flächen“

rnWohnen in Schwerte

Nachdem die Äcker an der Waldstraße verkauft worden sind, macht die Bürgerinitiative Schwerterheide mobil gegen ein großes Wohnbaugebiet. Die CDU gibt ihnen Recht, allerdings nicht völlig.

Schwerterheide

, 27.08.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rehen, Füchsen und Hasen sollen die Neubauten nicht zu dicht auf die Pelle rücken, falls die Maisäcker an der Waldstraße zu einem Wohngebiet umgewandelt werden sollten. Diese Meinung vertritt klipp und klar die CDU Schwerte. In einem Brief an die Bürgerinitiative (BI) Schwerterheide, die Sturm läuft gegen ein solches Projekt, haben sich die Christdemokraten jetzt als erste Partei deutlich positioniert.

„Keine direkte Bebauung am Schwerter Wald“

„Einer direkten Bebauung am Schwerter Wald können und werden wir als Fraktion nicht zustimmen“, betont Fraktionsvorsitzender Marco Kordt in dem Schreiben an die beiden BI-Sprecher Jens Mackner und Andreas Ponscheck. Dagegen habe sich auch schon die stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Bianca Dausend ausgesprochen. Landschafts- und Umweltschutzaspekte lägen seiner Partei sehr am Herzen. „Sollte es weitere Planungsverfahren geben, werden wir uns sehr maßvoll und mit größer Aufmerksamkeit an diesem Prozess beteiligten“, sichert Marco Kordt zu.

Nicht grundsätzlich dagegen, aber Entwicklung „mit Augenmaß“

Wenn überhaupt, so müsse alles in einem „überschaubaren Ausmaß“ bleiben, erklärt der CDU-Fraktionschef auf Nachfrage. Man sei nicht grundsätzlich gegen das Projekt auf der Schwerterheide, aber es müsse - wenn überhaupt - im Rahmen des Verfahrens eben alles mit Augenmaß geschehen. Die Rede ist beispielsweise von einer Arrondierung der bereits bestehenden Bebauung. „Wir haben schon genug versiegelte Flächen“, erklärt Marco Kordt.

Marco Kordt: Bisher gibt es nur Vorverträge

Noch sei das Baugebiet eine reine Absichtserklärung, sagt Marco Kordt. Die Immobilien-Entwicklungs-Gesellschaft (IEG) - ein Gemeinschaftsunternehmen von Stadtverwaltung, Stadtwerken und Stadtsparkasse - habe bislang nur Vorverträge mit den Eigentümern der Äcker abgeschlossen: „Da ist noch kein Euro geflossen.“

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Aus den Erfahrungen mit diesem Projekt sieht der der CDU-Fraktionschef aber Handlungsbedarf für das Vorgehen der IEG bei künftigen Vorhaben. Seine Partei werde sich „stärker dafür einsetzen, die Informationsqualität zwischen der IEG einerseits und Bürgern sowie Politik andererseits zu verbessern“. Alle im Rat vertretenen Parteien hätten ein großes Interesse daran, dass geplante Bauprojekte „frühzeitig und transparent gemeinsam mit der Bürgerschaft“ entwickelt würden. Dazu müsse die IEG künftig breiter aufstellen, so dass alle im Rat vertretenen Fraktionen im Gremium der Gesellschaft vertreten seien. Marco Kordt geht es dabei darum, die Transparenz und den Informationsfluss zu gewährleisten.

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