Kein "wildes Parken" mehr am Schwerter Bahnhof

Neue Parkscheiben-Regelung

Am Bahnhof in Schwerte sollten Autofahrer zukünftig eine Parkscheibe an Bord haben: Aldi und Rewe setzen auf dem Parkplatz künftig auf eine neue Regelung, damit Dauerparker die Plätze nicht blockieren. Wir haben uns am Mittwoch vor Ort umgesehen: Wie kommt die Neuerung an - und ab wann drohen Knöllchen?

SCHWERTE

, 19.07.2017, 16:49 Uhr / Lesedauer: 2 min
Parky verteilte auf dem Parkplatz Parkscheiben. Uwe-Jens Hannsen findet die neue Regelung gut.

Parky verteilte auf dem Parkplatz Parkscheiben. Uwe-Jens Hannsen findet die neue Regelung gut.

Die Luft steigt flimmernd vom grauen Asphalt auf dem Parkplatz auf. Mittwochs, 11.30 Uhr, noch sind etliche Parkboxen frei. Vielleicht kein idealer Tag, um mit der Parkscheibenregelung im Einkaufszentrum am Bahnhof zu beginnen, aber irgendwann muss man wohl anfangen.

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„Parky kommt noch“, sagt Philipp Gottschlich. Er ist für Immobilien und Expansion bei Aldi zuständig und damit auch für den Parkplatz. Den teilen sich Aldi, Rewe und ein paar kleinere Geschäfte unfreiwillig mit der Deutschen Bahn. Denn an vielen Tagen seien die Parkboxen dort mit Pendlern besetzt, die ihr Auto den ganzen Tag dort stehen lassen. Wie man das bemerkt? „Wenn ich mittags zur Schicht komme und da steht ein Wagen bereits, der erst um 18 Uhr weggefahren wird, dann gehe ich davon aus, dass hier ein Pendler steht“, sagt Frauke Hirzbruch. Sie ist die Filialleiterin des Aldi. Überhaupt sei Parken an manchen Tagen dort eine Katastrophe.

Zwei Stunden kostenlos parken

Deshalb haben die Geschäfte nun die Firma „Fair Parken“ beauftragt, 400 Parkplätze bewirtschaftet das Unternehmen in ganz Deutschland. Am Bahnhof soll mit einer Parkscheibenregelung gearbeitet werden. Zwei Stunden darf man künftig hier kostenlos parken. Das sollte ausreichen, um sowohl bei Rewe als auch bei Aldi einzukaufen, glaubt Gottschlich. Wer die Parkscheibe vergisst oder die Parkzeit überschreitet, kann künftig zur Kasse gebeten werden.

Damit will man aber zwei Wochen warten und derweil für die Regelung werben. Und dafür ist Parky zuständig. Der dann endlich den Parkplatz erreicht. Parky, das ist der Promoter Pierre Daniel Wittmann, der - als lebende Parkscheibe verkleidet - den Einkäufern echte Parkscheiben gibt. Zum Beispiel Uwe-Jens Hansen, der aus Dortmund zum Einkaufen hierher gefahren ist. Die Regelung findet er gut, aber Parkplatzprobleme habe er hier bisher noch hier gehabt.

Stichprobenartige Kontrollen

Vier Stunden soll Wittmann bei der flirrenden Hitze die Scheiben an diesem Mittwoch verteilen. Spätestens in 14 Tagen kommen Kollegen der Firma Fair Parken, um stichprobenartig zu kontrollieren. Und in vier Wochen will man dann auch Parksünder zur Kasse bitten. 19.90 Euro soll die Vertragsstrafe kosten. Allerdings sei man kulant bei Kunden, die ihre Parkscheibe nur vergessen haben, betont Peter Klim von Fair Parken. Die Telefonnummern der Firma für Reklamationen stehen auf den neuen Tafeln mit den Geschäftsbedingungen, die man auf dem Parkplatz an mehreren Stellen angebracht hat.

„So eine Parkregelung ist ohnehin nur die Ultima Ratio“, sagt Gottschlich. Denn spätestens wenn die ersten Parksünder zur Kasse gebeten werden, gibt es Diskussionen. Die fürchtet REWE offensichtlich jetzt schon und schickte keinen Vertreter zum Pressetermin. 

 

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