Kirche verkauft Paul-Gerhardt-Haus an Tamilen

St.-Viktor-Gemeinde

Das Paul-Gerhardt-Haus in Schwerte wird an die tamilische Maranatha-Gemeinde verkauft. Dies wurde bei der Gemeindeversammlung verkündet. Alternativ stand der Abriss des Gebäudes im Raum. Die Gemeinde reagiert gedämpft. Doch ihr geht das Haus wohl nicht gänzlich verloren.

SCHWERTE

, 07.11.2016, 17:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kirche verkauft Paul-Gerhardt-Haus an Tamilen

Das Paul-Gerhardt-Haus wird an die tamilische Maranatha-Gemeinde verkauft.

Pfarrer Michael Kamutzki ließ die Besucher der diesjährigen Gemeindeversammlung das beruhigende Lied „Von guten Mächten“ am Sonntag bis zur letzten Strophe singen. Möglicherweise deswegen, weil das Pfarrteam St. Viktor nicht die beliebtesten Nachrichten für die Gemeindemitglieder auf Lager hatte. Unter anderem wird nämlich das Paul-Gerhardt-Haus an die tamilische Maranatha-Gemeinde verkauft.

„Das Gemeindezentrum St. Viktor hat mehr Geld verschlungen, als wir uns das gedacht haben“, sagte Kirchmeister Ulrich Halbach. Das gab er auch als Hauptgrund dafür an, dass das Gemeindehaus an der Ostberger Straße an die tamilische Gemeinde verkauft werden soll. Das Paul-Gerhardt-Haus werde der St.-Viktor-Gemeinde aber nicht vollkommen verloren gehen. In den Verhandlungen habe Kirchmeister Halbach vereinbart, dass St. Viktor ein Belegungsrecht hat. Für Gemeindeveranstaltungen und eine gewisse Anzahl an Gottesdiensten sei das Haus also auch für nicht-tamilische Protestanten offen.

Alternative wäre Abriss

„Ich freue mich, dass uns das Paul-Gerhardt-Haus erhalten bleibt“, betonte ein Gemeindemitglied. Auch, weil ihr die Alternative zum Verkauf, der Abriss des Hauses, wohl schon bekannt war, reagierte die Gemeinde gedämpft auf den geplanten Verkauf. Einzig die Sorge, dass sich die tamilische Gemeinde nicht um die Sanierungen im Paul-Gerhardt-Haus kümmern würde, kam bei einigen Gemeindemitgliedern zum Vorschein. „Ich bin fest davon überzeugt, dass die Gemeinde das Haus wie ein Schmuckstück pflegen wird“, kommentierte Ulrich Halbach. Nur an den „fernöstlichen Touch“ müsse man sich wohl gewöhnen.

Warten auf Pfarrer

Auch bei den Personalangelegenheiten der Kirche konnte das Pfarrteam keine guten Nachrichten verkünden. Die geplante fünfte Pfarrstelle für den Bereich Schwerte-Nord ist immer noch in der Schwebe. Das Profil für die Stelle sei zwar schon erstellt worden, der Kreissynodalvorstand müsse diese aber noch genehmigen. „Wir warten. Ganz so witzig finden wir das nicht“, sagte Pfarrer Hartmut Görler.

Ansonsten erzählte Pfarrer Tom Damm von seiner Stadtkirchenarbeit. So wolle er vor allem neue Personengruppen durch Kulturveranstaltungen in die Kirche locken. „Manche trauen sich nicht in einen Gottesdienst, aber vielleicht in ein Kirchenkino“, erzählte er. Dadurch wolle er den Besuch der Kirche niederschwelliger machen.

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